Abschied Fußball-Profi Tim Göhlert konzentriert sich künftig auf seinen Arztberuf

Heidenheim / Mathias Ostertag 31.03.2016
Seit Abschluss seines Medizin-Studiums 2009 spielte er immer wieder mit dem Gedanken, nun macht er ernst: FCH-Urgestein Tim Göhlert beendet nach der laufenden Zweitligasaison seine Karriere.
Wenn sich an einem Spieler die Entwicklung des 1. FC Heidenheim vom Oberligisten hin zum etablierten Zweitligateam festmachen lässt, dann an dem 1,90 Meter großen Abwehrrecken, der über viele Jahre in der Innenverteidigung des Teams von Frank Schmidt gesetzt war und erst in den letzten beiden Jahren häufiger zwischen Stammelf und Ersatzbank pendelte.

Doch unterkriegen ließ sich Göhlert in diesen Situationen nicht. Im Gegenteil: Setzte ihn Frank Schmidt ein, konnte der Trainer sich darauf verlassen, dass der gebürtige Chemnitzer seine Aufgaben tadellos erledigte.

Jetzt aber bleiben Tim Göhlert mit dem heutigen Auswärtsspiel beim MSV Duisburg noch sieben Möglichkeiten, sich nach elf Jahren und als dienstältester Spieler im aktuellen FCH-Kader von Fans, Mitspielern und Verein zu verabschieden.

Tim Göhlert kündigt sein Karriereende an:



„Ich habe mir mit der Entscheidung natürlich nicht leicht getan“, so Göhlert, aber er habe sich die vergangenen Jahre viele Gedanken über seine Karriere nach dem Fußball gemacht. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Man soll aufhören, wenn es noch schön ist und nicht irgendwann unschön wird.“

Und schöne Momente gab es einige: die zahlreichen Aufstiege von der Oberliga bis in die zweithöchste Spielklasse, das legendäre DFB-Pokalspiel gegen Bremen oder zuletzt der Viertelfinaleinzug im DFB-Pokal nach umkämpftem Spiel in Aue. Insgesamt 303 Partien hat Göhlert im Trikot des FCH bestritten, dabei als Abwehrspieler bemerkenswerte 37 Tore erzielt.

Göhlerts Entscheidung fürs Karriereende hat familiäre, vor allem aber berufliche Gründe. Schon 2009 hatte der 31-Jährige sein Medizinstudium an der Universität Ulm beendet, nun wird er ab Sommer seine fünfjährige Facharztausbildung in einer arbeitsmedizinischen Praxis und am Heidenheimer Klinikum beginnen. „Mehr lässt sich derzeit nicht sagen, es hängt noch einiges in der Luft.“

FCH-Geschäftsführer Holger Sanwald bedauert Göhlerts Entscheidung zwar, kann aber auch nachvollziehen, dass der Abwehrspieler nun mit der nötigen Ernsthaftigkeit sein zweites berufliches Standbein anpacken will. „Es war klar, dass dieser Zeitpunkt irgendwann kommen wird, aber es berührt uns trotzdem sehr, schließlich hat Tim unseren Weg seit der Oberliga aktiv begleitet.“

Sanwald verspricht schon jetzt, Göhlert einen „tollen Abschied“ beim letzten Saisonspiel in der heimischen Voith-Arena zu bereiten. „Ich freue mich auf meine schöne berufliche Zukunft, auf den Sprung ins neue Leben“, schaut der Abwehrspieler mit Spannung in die Zukunft.

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