Fußball-Bezirksliga Fußball-Bezirksliga: Ein Wechsel kommt selten allein

Da muss man den Überblick behalten: Gewechselt wird in den unteren Fußballklassen gerne und viel – auch in der Winterpause wird nachjustiert.
Da muss man den Überblick behalten: Gewechselt wird in den unteren Fußballklassen gerne und viel – auch in der Winterpause wird nachjustiert. © Foto: Fotolia/Brusheezy.com
Kreis Heidenheim / Edgar Deibert 16.12.2017
Markus Gassner verlässt den SV Neresheim und stürmt künftig für den TSV Langenau. Kommt dafür Denis Werner vom Verbandsligisten TSV Essingen?

Na, schon gehört wohin der Gassner wechselt? Klar, das hätt’ ich nicht gedacht. Aber kommt dafür echt der Werner? – Die spielfreie Zeit in den unteren Klassen muss nicht langweilig sein, denn Gerüchte über mögliche Spieler- oder Trainerwechsel sind oft das Salz in der Fußballersuppe. Doch so einfach kann man in der Winterpause aber dann doch nicht wechseln. Zunächst einmal müssen sich wechselwillige Spieler bei ihrem aktuellen Verein bis zum 31. Dezember abmelden.

Der eigentliche Poker beginnt erst danach. Denn, anders als in der Sommerpause, sind im Winter die Ablösesummen nicht vorgegeben und der abgebende Verein dadurch in einer sehr guten Verhandlungssituation. Dadurch werden in der so genannten Transferperiode II (1. bis 31. Januar) deutlich höhere Beträge auf den Tisch gelegt. Hat ein Spieler von seinem aktuellen Verein die Erlaubnis zu wechseln, muss dennoch die Höhe der frei verhandelbaren „Ablösesumme“ stimmen, sonst kommt ein Wechsel nicht zu Stande beziehungsweise droht dem Spieler dann eine sechsmonatige Sperre. Für einen guten Spieler muss daher auch mal 1500 Euro Wechselprämie bezahlt werden.

Einigung in dieser Woche

In der Regel tut sich am meisten bei Vereinen, die im Tabellenkeller stehen. So etwa beim SV Neresheim, dem Vorletzten der Bezirksliga. Hier gab es bereits einen Trainerwechsel (Erhard Kühnhold folgte auf Marcus Golla), doch auch der Kader wird sich verändern. Ein erster Abgang ist dabei fix: Stürmer Markus Gassner verlässt den SVN und stürmt künftig für den TSV Langenau (Bezirksliga Donau/Iller), beide Vereine wurden sich in dieser Woche einig (siehe nebenstehendes Interview).

Abzuwarten ist, ob weitere Spieler den SVN verlassen werden. Auf der anderen Seite scheinen die Härtsfelder vor einer vielversprechenden Verpflichtung zu stehen: Denis Werner, der für den TSV Essingen in dieser Saison vier Tore (bei fünf Vorlagen) in 13 Spielen erzielt hat, möchte den Verbandsligisten auf eigenen Wunsch verlassen, obwohl er noch einen Vertrag bis Sommer 2019 hat.

Der TSV Essingen hat Werners Wunsch nach einer Vertragsauflösung entsprochen. Nun soll der 25-Jährige, der bereits in der Oberliga für den FCH II und den SSV Ulm spielte, in Ruhe entscheiden, wohin er wechseln wird, sagt Patrick Schiehlen, sportlicher Leiter beim TSV Essingen. Ende nächster Woche könnte Vollzug gemeldet werden.

Kehrt Bernd Klein zurück?

Besonders eng in Verbindung gebracht wird Werner eben mit dem SV Neresheim. Eine Verpflichtung Werners würde sicherlich für Furore sorgen, auch wenn der SVN eher zur Ruhe kommen möchte.

Doch beim SVN könnte darüber hinaus noch etwas tun. So könnte Bernd Klein zurückkehren. Der Angreifer erzielte für den SVN in der vergangenen Spielzeit sechs Tore (vier Vorlagen) in 27 Partien, ehe er zu Beginn der aktuellen Saison zum FC Härtsfeld wechselte. Hier ist Klein mit acht Toren der aktuell beste Torschütze und zudem „Co“ von Trainer Markus Jäger.

Dieser bestätigt zwar Verhandlungen, betont allerdings auch: „Noch ist nichts unter Dach und Fach.“ Ein möglicher Abgang von Klein, den Jäger als tadellosen Spieler bezeichnet, würde den Tabellen-15. der Kreisliga A 3 natürlich besonders schmerzen. „Wir befinden uns in einer kritischen Situation, trotzdem bin ich guter Dinge“, sagt Jäger mit dem Verweis darauf, dass einige zuletzt verletzte Spieler zurückkehren sollen. So etwa Michael Dollansky, der in der vergangenen Saison 17 Tore in 25 Spielen erzielt hatte. Aufgrund einer Knieprellung, die er sich im Relegationsspiel gegen den SV Eintracht Staufen zugezogen hatte, fiel der 30-Jährige aber lange Zeit aus.

Auch Härtsfelds Tobias Franke wird wieder mit dem SV Neresheim in Verbindung gebracht, von dem der Torwart ebenfalls vor der Saison gekommen war. Der SVN kündigte derweil an, die Neuzugänge Anfang kommenden Jahres präsentieren zu wollen.