FCH Frank Schmidt will gegen Duisburg von Favoritenrolle nichts wissen

Die Kreise des Gegners einengen: Das klappte beim FCH zuletzt im Auswärtsspiel gegen den FSV Frankfurt weitgehend gut. Hier kümmern sich Sebastian Griesbeck (links) und Ben Halloran gemeinsam um Dani Schahin; im Hintergrund Andreas Voglsammer.
Die Kreise des Gegners einengen: Das klappte beim FCH zuletzt im Auswärtsspiel gegen den FSV Frankfurt weitgehend gut. Hier kümmern sich Sebastian Griesbeck (links) und Ben Halloran gemeinsam um Dani Schahin; im Hintergrund Andreas Voglsammer. © Foto: Eibner
THOMAS GRÜNINGER 16.10.2015
Der FCH hat zu Hause noch kein Spiel verloren, der MSV Duisburg als einziger Zweitligist auswärts noch keinen Punkt geholt: Vor dem Aufeinandertreffen am Sonntag 13.30 Uhr scheinen die Vorzeichen klar. Doch Frank Schmidt lässt sich wie immer nicht von der Statistik beeindrucken.

„Wir werden Duisburg auch nicht um ein Prozent unterschätzen“, sagt der Trainer und zeigt sich unbeeindruckt von der Tatsache, dass seine Mannschaft als Tabellensiebter gegen das Schlusslicht selbstredend die Favoritenrolle einnimmt. „Das interessiert uns gar nicht“, so der Fußballlehrer, dem der erste Duisburger Sieg am vergangenen Spieltag gegen Paderborn (1:0) ganz recht kommt. Dieser Erfolg sei „ein Signal“ gewesen, auch fürs Umfeld, bekräftigte Schmidt: „Man hat gesehen, die Mannschaft kann gewinnen. Der MSV Duisburg ist zuvor schon einige Male unter Wert geschlagen worden.“

Im Heidenheimer Lager rechnet man demzufolge mit einem Kontrahenten, der durch seinen ersten Sieg Selbstvertrauen getankt hat und sich in der Voith-Arena extrem teuer verkaufen wird. „Kämpferisch und läuferisch überzeugend“, hätte sich der Aufsteiger zuletzt präsentiert: „Die können schon was. Die Frage ist: Lässt man es zu, dass sie sich entfalten?“, warnte Schmidt.

Von Bedeutung wird auch sein, wie die Heidenheimer nach der relativ langen Pause von 16 punktspielfreien Tagen zurückfinden. Nach dem 4:0-Sieg beim FSV Frankfurt hätte es Schmidt lieber gesehen, wenn es im bisherigen Rhythmus weitergegangen wäre – was allerdings nicht allein am Ergebnis lag: „Ob 0:4 oder 4:0 – ich hätte gerne gleich weitergemacht“, sagte er.

Es sei nicht einfach gewesen, die Spannung über so einen langen Zeitraum aufrechtzuhalten. „Es ist uns aber gelungen. Wir hatten diese Woche fünf intensive Trainingstage, sind nicht zurückgefahren, sondern haben im Gegenteil noch draufgepackt“, so Schmidt: „Wir freuen uns auf dieses Spiel, wollen unsere Serie ausbauen und zu Hause weiter eine Macht sein.“

Im Gegensatz zu den vorausgegangenen Wochen gibt's im Heidenheimer Lager diesmal einige personelle Fragezeichen. Die Stürmer Felix Schröter (krank) und Dominik Widemann (Sprunggelenk) mussten ebenso kurzzeitig mit dem Training pausieren wie die Defensivkräfte Maurizio Scioscia (Oberschenkel-Verhärtung) und Kevin Njie (Knieprobleme nach Sturz).

Auch Sebastian Griesbeck musste aufgrund von Schulterproblemen zum Wochenbeginn zwei Tage mit dem Training aussetzen. Der Mittelfeldspieler dürfte aber gegen seinen „Lieblingsgegner“ Duisburg wohl spielen können. Gegen die „Zebras“ gab Griesbeck einst sein Punktspieldebüt für Heidenheim und erzielte gleich das Siegtor zum 1:0-Erfolg an der Wedau. „Das sind natürlich schöne Erinnerungen. Aber das ist abgehakt, es hat mit dem Spiel am Sonntag nichts zu tun“, sagte „Griese“.

Auch Schmidt würde nur ungern auf seinen Mittelfeld-Stabilisator verzichten, den er als „wichtigen Spieler“ bezeichnete, der sich in der Mannschaft festgespielt habe. Es sei aber „noch Luft nach oben“ vorhanden: „Er kann noch torgefährlicher werden“, sagte Schmidt.

„Das ist auch mein eigener Anspruch“, bestätigte Griesbeck, den der harte Konkurrenzkampf auf den Sechser-Positionen offensichtlich noch mehr anstachelt. Mit Norman Theuerkauf sei ein starker Neuzugang hinzugekommen, Marcel Titsch-Rivero trainiere nach seiner Verletzungspause inzwischen wieder gut und Julius Reinhardt gebe im Training ebenfalls Vollgas, so Griesbeck: „Aber das ist ja letztlich auch der Sinn des Konkurrenzkampfes: Dass wir uns gegenseitig zu noch besseren Leistungen herausfordern.“

Noch keine Alternative stellt Robert Strauß dar. Der Verteidiger machte zwar im jüngsten Test gegen Vaduz nach langer Verletzungspause erste Gehversuche über 45 Minuten, es sei aber noch zu früh, ihn schon ins Aufgebot zu nehmen, sagte Schmidt: „Für ihn ist es wichtig, jetzt wieder den Rhythmus zu finden. Aber er ist extrem ehrgeizig – so wie wir hier alle ticken.“

Info Auch am Sonntag, 18. Oktober, verkehren wieder kostenlose Shuttlebusse von den bekannten Haltestellen zur Voith-Arena und zurück. Bis Freitag waren knapp 11 000 der 15 000 Karten verkauft.