1. FC Heidenheim Frank Schmidt vor Pokalspiel: „Totale Defensive ist keine Option“

So locker, wie Frank Schmidt hier auf der Trainerbank im Spiel gegen Aue sitzt, will er es am Mittwochabend gegen Frankfurt nicht laufen lassen.
So locker, wie Frank Schmidt hier auf der Trainerbank im Spiel gegen Aue sitzt, will er es am Mittwochabend gegen Frankfurt nicht laufen lassen. © Foto: Eibner
Heidenheim / Thomas Jentscher 19.12.2017
Wenn der 1. FC Heidenheim am Mittwoch zu später Stunde (20.45 Uhr, Voith-Arena) im DFB-Pokal-Achtelfinale Erstligist Eintracht Frankfurt zu Gast hat, liegt die Favoritenrolle natürlich klar bei den Gästen.

FCH-Trainer Frank Schmidt betont trotzdem: „Ich möchte nicht, dass man das Signal gibt: Wenn es gut geht, ist es die Sensation, wenn nicht, dann ist es auch nicht so schlimm. Ich will morgen mit meiner Mannschaft zeigen, dass wir an diese Chance – egal wie groß sie ist – auch glauben.“

Die Heidenheimer wollen also durchaus ihre Möglichkeiten suchen. „Totale Defensive können wir gar nicht, also ist das keine Option“, sagt Schmidt, macht aber auch klar, dass man sich auf die Grundordnung des Gegners eingehen muss: „Frankfurt hat immer sehr viele Spieler im Zentrum, um ihr Gegenpressing gut spielen zu können. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“

Da ist natürlich ein Spieler wie Sebastian Griesbeck gefragt. Der Mittelfeld-Abräumer feierte zuletzt beim 1:1 in Aue ein überraschendes Comeback, ist aber wieder leicht angeschlagen. „Er ist sicher noch nicht bei 100 Prozent, aber man hat gesehen, dass bei ihm auch ein Einsatz gerechtfertigt ist, wenn er noch nicht ganz so weit ist. Wenn er selber sagt, er ist einsatzbar, dann ist er auch im Kader.“

Neben Griesbeck plagen sich beim FCH auch Mathias Wittek, Marnon Busch und Kevin Kraus mit leichten Blessuren herum, definitiv ausfallen werden Tim Skarke (Hüft-OP) und Ronny Philp (Adduktorenprobleme). Das Spiel wird wohl nicht ausverkauft sein, bisher sind gut 10 000 Tickets abgesetzt.

Für die Heidenheimer würde ein Erfolg zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den Sprung ins Viertelfinale bedeuten, und es wäre auch der zweite Sieg gegen einen Erstligisten im DFB-Pokal. Bisher hat’s nur 2011 gegen Bremen geklappt, einige Male waren die Schmidt-Schützlinge aber nahe dran. „Wir wissen, dass wir an einem guten Tag einen Bundesligisten, der gut in Form ist, vor Probleme stellen können. Da helfen auch die Erfahrungen aus der Vergangenheit.“

Auch für den Vorstandsvorsitzenden Holger Sanwald wäre das Erreichen der nächsten Runde eine große Sache, die damit verbundenen 1,2 Millionen Euro (zuzüglich Zuschauereinnahmen und möglicherweise TV-Gelder) würden gut fünf Prozent des Jahresumsatzes ausmachen. „Das ist eine ganz große Chance, wirtschaftlich einen Sprung nach vorn zu machen – neben dem sportlichen Ehrgeiz“, sagt Sanwald, der im Vorfeld des Spiels auch die vorzeitige Vertragsverlängerung von Stürmer Dennis Thomalla (bis 2020) verkünden wird.

Und es wird wohl nicht die einzige Personalie in der Winterpause bleiben. „Wenn wir das wirtschaftlich realisieren können, wenn wir die Spieler, die wir im Auge haben, überzeugen können, zu uns zu kommen, dann kann es durchaus sein, dass etwas passiert“, sagt Sanwald, spruchreif sei aber noch nichts. Auf der anderen Seite gebe es auch Anfragen von anderen Vereinen.

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