Interview Florian Niederlechner: „Mainz war einfach überzeugt“

Daumen hoch: Florian Niederlechner ist zuversichtlich, dass er den Sprung in die Bundesliga erfolgreich bewältigen wird.
Daumen hoch: Florian Niederlechner ist zuversichtlich, dass er den Sprung in die Bundesliga erfolgreich bewältigen wird. © Foto: Eibner
THOMAS GRÜNINGER 16.06.2015
Seit Freitagabend ist offiziell, was sich über Wochen angedeutet hatte: Der FSV Mainz 05 sicherte sich die Dienste von FCH-Torjäger Florian Niederlechner. Für 300 000 Euro war der 24-Jährige zum Jahresbeginn 2013 aus Unterhaching geholt worden, jetzt wechselt er für angeblich über zwei Millionen Euro in die Bundesliga.
Florian Niederlechner, wissen Sie eigentlich, was ein Narhalla-Marsch ist?

Das habe ich jetzt nicht verstanden.

Narhalla-Marsch.

Hat wahrscheinlich mit Fasching zu tun, oder?

Ja, immer wenn in der Karnevals-Hochburg Mainz ein Tor erzielt wird, spielen sie im Stadion den Narhalla-Marsch.

Ach ja, das kenn ich.

Sie werden es ja nun bald auch zu hören bekommen. Wie kam der ganze Wechsel zu Mainz eigentlich ins Rollen?

Das war schon länger fix. Zu dem Zeitpunkt, als Sie mich damals in meinem Urlaub in Mexiko anriefen und nachfragten, wie es um den Wechsel nach Mainz steht, fehlte eigentlich nur noch der medizinische Check und die Unterschrift unter meinen Vertrag. Aber an diesem Tag konnte ich eben noch nichts Konkretes sagen.

Wieviele höherklassige Vereine waren es denn tatsächlich, die Sie unbedingt schon zur neuen Saison haben wollten?

Am Ende waren es drei konkrete Angebote aus der Bundesliga. Wer außer Mainz noch dazugehörte, möchte ich jetzt im Nachhinein aber nicht sagen.

Was gab den Ausschlag, dass es am Ende Mainz wurde?

Ich hatte einfach ein sehr gutes Gespräch mit Manager Andreas Heidel und Trainer Martin Schmidt, der mich davon überzeugt hat, dass ich mit meinem Spielstil komplett zu Mainz passe.

Nun hatten Sie ja noch einen Vertrag bis 2016 beim FCH. Wie schwer war es, dem bisherigen Arbeitgeber klarzumachen, dass Sie vorzeitig gehen wollen?

Ich habe immer gesagt, dass die Bundesliga mein Ziel ist. Insofern war es auch klar, dass man darüber reden muss, wenn das richtige Angebot kommt. Es gab ja schon seit Rückrundenbeginn immer wieder Anfragen, und ich denke, es wurde beim 1. FC Heidenheim sehr geschätzt, dass mein Berater und ich gegenüber den Verantwortlichen immer offen mit solchen Dingen umgegangen sind. Der ehrliche und faire Umgang miteinander hat am Ende sicher dazu beigetragen, dass der Wechsel zustandekommen konnte. Der Verein hätte ja auch sagen können: Flo, du hast hier noch Vertrag und musst ihn auch unbedingt erfüllen.

Stichwort Vertrag: In Mainz haben Sie einen Kontrakt mit vier Jahren Laufzeit unterschrieben. Wie ist diese ungewöhnlich lange Bindung zu erklären?

Ich denke, darin kommt einfach zum Ausdruck, dass der FSV Mainz 05 von mir überzeugt ist. Und wenn ich ein Angebot mit einer solchen Laufzeit erhalte, sage ich natürlich nicht nein.

Wie stufen Sie Ihre Zeit in Heidenheim rückblickend ein?

Das war meine bisher beste Zeit und wird mir sicher immer positiv in Erinnerung bleiben. Die vergangene Saison war mit insgesamt 25 Torbeteiligungen natürlich ein extremer Höhepunkt.

Wie erklären Sie sich selbst diesen grandiosen Entwicklungssprung 2014/15?

Ich habe immer an mich geglaubt und vor allem im athletischen Bereich sehr an mir gearbeitet. Die Tore, die mir schon in der frühen Saisonphase gelungen sind, haben mir zudem das notwendige Selbstvertrauen gegeben.

Was sieht Ihre persönliche Zielsetzung in Mainz aus?

Ich will schnell Fuß fassen und beweisen, dass ich auch in der Bundesliga gut zurechtkomme, möglichst viel spielen und natürlich auch Tore erzielen.

Wann geht das Training in Mainz los?

Am 29. Juni.

Dann haben Sie ja noch etwas länger Urlaub als wenn Sie in Heidenheim geblieben wären.

(lacht) Stimmt, es sind zehn Tage mehr. Vielleicht war das auch ein Grund, um in die Bundesliga zu gehen. Aber im Ernst: Ich muss ja auch noch ein paar Dinge erledigen. Inzwischen habe ich aber eine Wohnung in Mainz gefunden.

Mit Florian Niederlechner sprach Thomas Grüninger.