Heidenheim FCH will gegen Jeddeloh nichts dem Zufall überlassen

Einen guten Eindruck hinterließ Patrick Mainka (links, hier gegen Aaron Seydel) bei seinem Zweitliga-Startdebüt am vergangenen Sonntag in Kiel. Der Neuzugang dürfte auch am Sonntag wieder in der Heidenheimer Innenverteidigung spielen.
Einen guten Eindruck hinterließ Patrick Mainka (links, hier gegen Aaron Seydel) bei seinem Zweitliga-Startdebüt am vergangenen Sonntag in Kiel. Der Neuzugang dürfte auch am Sonntag wieder in der Heidenheimer Innenverteidigung spielen. © Foto: Eibner
Heidenheim / Von Thomas Grüninger 18.08.2018
Als klarer Favorit bestreitet der 1. FC Heidenheim sein Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen den SSV Jeddeloh II in Oldenburg. Doch Trainer Frank Schmidt will nichts dem Zufall überlassen.

Die einen spielen in der Regionalliga, die anderen in der 2. Liga. Zweifel am Weiterkommen im DFB-Pokal sollte es angesichts eines Zwei-Klassen-Unterschieds beim 1. FC Heidenheim eigentlich nicht geben. „Aber wir wissen, dass im Pokal grundsätzlich immer alles möglich ist“, sagt Frank Schmidt vor der Partie am Sonntag (15.30 Uhr), die in Oldenburg ausgetragen wird.

Mehrfach betonte der Heidenheimer Trainer vor der abermaligen Reise in den hohen Norden eine Woche nach dem Gastspiel in Kiel, dass es ein Unterschätzen des Gegners nicht geben werde. „Wir gehen das sehr, sehr seriös und hochprofessionell an“, sagte Schmidt.

Klares Ziel sei es, die nächste Pokalrunde zu erreichen: „Wir wollen so schnell wie möglich unseren Job machen, idealerweise schaffen wir das innerhalb von 90 Minuten. Aber im Pokal muss man auch bereit sein für eine Verlängerung und ein Elfmeterschießen.“

Jeddeloh zweimal beobachtet

Damit es von Beginn an möglichst wenig Zweifel am Weiterkommen gibt, hat Schmidt in der Vorbereitung aufs Spiel nichts dem Zufall überlassen. Zweimal, bei den Punktspielen in Lübeck und Oldenburg, sei der SSV Jeddeloh II beobachtet worden.

Schmidt weiß, dass die Mannschaft aus dem nur 1300 Einwohner zählenden Ort im niedersächsischen Ammerland mit sehr variabler Grundordnung agiert und während des Spiels auch mal von einer Dreier- auf eine Fünferkette umstellt. Während man die Gegenspieler in der 2. Liga größtenteils schon kenne, sind die Einzelakteure aus Jeddeloh für den FCH bislang meist noch gänzlich unbeschriebene Blätter.

Es gibt allerdings Ausnahmen – allen voran Björn Lindemann. Der 34-Jährige verfügt über reichlich Zweit- und Drittliga-Erfahrung. „Er ist bei Standards gefährlich und kennt natürlich auch Heidenheim“, sagt Schmidt, der gleichwohl überzeugt ist: „Uns kann nichts überraschen. Wir haben uns genauso intensiv vorbereitet wie auf einen Zweitliga-Gegner. Die Spieler sollen nicht das Gefühl haben, dass wir da irgendwelche Abstriche machen.“ Bislang hat sich der FCH in Pokalspielen gegen unterklassige Gegner noch nie blamiert, erreichte oft sogar souverän die zweite Runde, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr beim 4:0 in Unterhaching. Vor zwei Jahren beim Regionalligisten Wattenscheid hatten die Heidenheimer allerdings große Mühe, um nach einem 0:1-Rückstand die Partie mit 2:1 noch drehen zu können. Das ist sicherlich Warnung genug.

Veränderungen möglich

Personell schloss Schmidt nicht aus, dass es gegenüber dem Spiel in Kiel ein paar personelle Änderungen geben könnte. Es gebe noch einige sehr umkämpfte Positionen in der Mannschaft, weshalb es wohl so sein wird, dass sich im Einzelfall auch Spieler bewähren dürfen, die zuletzt nicht in der Startelf standen.

Das sollte man aber nicht so interpretieren, dass der FCH den Gegner auf die leichte Schulter nehme, schob Schmidt schnell nach: „Wir werden mit Sicherheit keine komplett umgekrempelte Mannschaft aufs Feld schicken.“

In Kiel sah er sein Team zuletzt in mehrfacher Hinsicht auf einem guten Weg. Man habe in der ersten Halbzeit jede Menge Arbeit investiert, habe sich „sehr aktiv“ präsentiert und konnte so die Partie gegen einen nach dem 3:0 beim Hamburger SV sehr selbstbewussten Gegner ausgeglichen gestalten.

Wunsch: frühes Führungstor

Nach der Pause habe man konzentriert und engagiert weitergemacht und sich eine Reihe guter Chancen erspielt. Dabei sei es gelungen, sich in Überzahl deutlich besser zu präsentieren als etwa vergangene Saison in Darmstadt, wo man nach gegnerischem Platzverweis noch den Ausgleichstreffer hatte hinnehmen müssen.

Einzig die Chancenverwertung war in Kiel am Ende zu bemängeln. Das, so hofft Schmidt, soll morgen in Oldenburg besser funktionieren. Gegen einen Kontrahenten, der möglicherweise sehr tief stehe und auf Konterchancen lauere , wäre es aus seiner Sicht ideal, frühzeitig in Führung zu gehen.

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