Stimmen FCH ist stolz auf die Leistung gegen Eintracht Frankfurt

Der Ärger über die gelbe Karte für Nikola Dovedan in der 57. Spielminute war groß – und das zurecht. Eigentlich hätten die Heidenheimer einen Elfmeter bekommen müssen, durch den das Spiel ganz anders hätte verlaufen und auch ausgehen können.
Der Ärger über die gelbe Karte für Nikola Dovedan in der 57. Spielminute war groß – und das zurecht. Eigentlich hätten die Heidenheimer einen Elfmeter bekommen müssen, durch den das Spiel ganz anders hätte verlaufen und auch ausgehen können. © Foto: Joachim Bozler
Fußball / Nadine Rau 22.12.2017
Die FCH-Akteure und Trainer Frank Schmidt waren sehr enttäuscht über das 1:2 gegen Eintracht Frankfurt, am Ende wiegt die tolle Leistung gegen den Erstligisten aber schwerer.

Schlusspfiff, das Spiel ist aus, Heidenheim ist raus aus dem Pokal. Nur wenige Minuten später bekommt Heidenheims Keeper Kevin Müller eine Trophäe als „Man of the Match“ überreicht, soll damit für die Kamera posieren. „Lachen werde ich jetzt aber noch nicht.“

Große Enttäuschung

Müller war enttäuscht, ebenso wie der Rest der Mannschaft und wie FCH-Trainer Frank Schmidt. Enttäuscht, dass man sich am Ende nicht dafür belohnen konnte, gegen den Erstligisten Eintracht Frankfurt so lange gut mitgehalten zu haben, enttäuscht, dass der schnelle Ausgleich nach dem 0:1 nichts gebracht hat, enttäuscht auch darüber, dass der FCH an diesem Abend vom Pech verfolgt wurde.

Schiedsrichter Jablonski erkannte das erste Tor wegen Abseits ab – da nur der Arm von Kraus weiter vorn war, eine Fehlentscheidung. In der zweiten Halbzeit verwehrte er dem FCH einen Elfmeter. Zwar hob Dovedan etwas spektakulär ab, aber das Bein des Frankfurters Hasebe ging deutlich nach außen – auch hier hätte man anders entscheiden können und die gelbe Karte für eine „Schwalbe“ war absolut unangebracht. Abschließend gab Jablonski in der Nachspielzeit trotz Abseits das zweite und entscheidende Tor für die Frankfurter – die dritte Entscheidung gegen Heidenheim.

Hadern hilft auch nichts

„Es ist halt gegen uns gelaufen und das Glück, das du im Pokal manchmal haben musst, hatten wir heute nicht“, sagte Kapitän Marc Schnatterer nach dem Spiel. Hadern bringt da nicht viel, weder während des Spiels, noch hinterher, meinte Nikola Dovedan, der gegen die Eintracht seit langem wieder von Minute eins auf dem Platz gestanden und ein gutes Spiel gemacht hat.

„Jetzt können wir es auch nicht mehr ändern. Natürlich war man gerade in der Situation mit dem klaren Elfmeter ziemlich sauer, es ging hier schließlich für uns um viel, aber das Spiel ist so schnell hin- und hergegangen, da blieb wenig Zeit, um darüber noch nachzudenken“, so Dovedan. Und auch Trainer Frank Schmidt zeigte sich nach dem Spiel versöhnlich: „Fehler passieren auch uns immer wieder und den Videobeweis gibt es im Pokal eben erst ab dem Viertelfinale.“

Die Qualität des Gegners anerkannt

Allein an den Fehlentscheidungen, da sind sich Mannschaft und Trainer einig, hat es aber nicht gelegen, dass man den Sprung in die nächste Runde verpasst hat. Die Achtung vor dem Bundesliga-Achten ist groß, die FCH-Akteure erkennen die Qualität der Mannschaft, wenngleich die Frankfurter sie in der Voith-Arena nicht in gewohnter Manier auf den Platz bringen konnten, ganz klar an.

Frankfurt war gegen Ende besser

„Frankfurt war in der ein oder anderen Situation entschlossener und die haben dann einfach gut gespielt, das muss man auch sagen“, lautet das Fazit von Torwart Müller nach den 120 Minuten. Vor allem in den Verlängerung war der Unterschied zwischen Heidenheimern und Frankfurtern zu spüren.

„Die haben sich das schon erarbeitet, gerade hinten raus, da war unser Kraftverschleiß vielleicht der Ausschlag dafür, dass Frankfurt noch einmal zulegen konnte“, so Schnatterer. Zwar habe man sich als Mannschaft richtig aufgeopfert, konnte das aber nicht über die gesamte Zeit halten. „Ich habe auch nur die Nerven behalten, weil ich relativ platt war und nicht mehr viel laufen konnte.“

Frank Schmidt: „Es hat fast gereicht.“

Frank Schmidt brachte es hinterher auf den Punkt: „Es hat nicht viel gefehlt, aber wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die technisch und spielerisch stärker ist als wir.“

Damit schloss er sich gewissermaßen Gästetrainer Niko Kovač an, der den Sieg seiner Mannschaft am Ende als verdient empfunden hat: „Wir konnten das Tempo am Schluss noch einmal anziehen und dann unsere Chancen kreieren.“

Doch genug der Lobeshymnen für die Frankfurter, denn bei allem Respekt vor dem Gegner hat der FCH gezeigt, dass er es mit einer solchen Mannschaft aufnehmen kann. „Wir sind kompakt gestanden und haben unsere Sache ordentlich gemacht, was der Gegner gemacht hat, war uns eigentlich ziemlich egal“, sagte Dovedan nach der Partie und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

„Ein Kompliment an alle“

Kevin Müller, der die Heidenheimer mit seinen Paraden im Spiel gehalten hat, fand lobende Worte für seine Mitspieler. „Kompliment an alle, nicht nur an die vier, fünf vor mir, die wenig durchgelassen haben. Wir haben unterm Strich wenig große Chancen zugelassen, haben uns in jeden Ball noch einmal hinein geschmissen, sind noch einmal da gewesen, haben noch einmal geblockt.“

Dass seine eigene Leistung sehr gut war, davon will er nichts wissen: „Schwierig, nein, wie gesagt, die Jungs vor mir haben einen guten Job gemacht. Und zweimal konnte ich der Mannschaft leider nicht helfen.“ Eine gute Körpersprache an den Tag gelegt haben alle Spieler der Mannschaft, auch die fünf, die nach Verletzungen oder längerer Einsatzpause zurückkamen.

Fünf Wechsel in der Startelf

Ob Nikola Dovedan, Sebastian Griesbeck, Kevin Kraus, Robert Strauß oder Kevin Lankford – Kapitän Schnatterer war mit allen zufrieden: „Ich kann nur sagen, dass jeder alles rausgehauen hat, wir haben das Spiel gut angenommen und man kann niemandem einen Vorwurf machen.“

Einen Vorwurf machte auch Trainer Frank Schmidt seiner Mannschaft nicht, ganz im Gegenteil: „Ich habe hinterher zu ihnen gesagt, dass das der Maßstab für die zweite Liga ist – so eine Leistungsbereitschaft, so eine Körpersprache, so ein Zusammenhalt.“

Jetzt erst einmal kein Fußball

Man könnte sich also bei allem Übel an dieser Leistung hochziehen, wenn es am 24. Januar gegen Eintracht Braunschweig mit der Saison weitergeht. Aber, und das betont Schnatterer, wirklich auch erst dann. „Jetzt ist es erst einmal wichtig, ohne Fußball Kraft zu tanken.“

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