2. Liga Frank Schmidt: „Es muss uns egal sein, ob es schneit oder Kuhscheiße regnet“

FCH-Trainer Frank Schmidt
FCH-Trainer Frank Schmidt © Foto: Eibner
Heidenheim / Thomas Grüninger 15.12.2017
Samstag letztes Punktspiel bei Erzgebirge Aue, Mittwoch im DFB-Pokal gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt: Trainer Frank Schmidt ist das Thema Winterpause „derzeit noch Wurst“.

Das Erzgebirge im Advent: durchaus ein lohnendes Ausflugsziel. Schwibbögen, Räuchermännchen und Weihnachtspyramiden stimmen als Produkte regionaler Handwerkskunst auf die stille Zeit ein. Doch für den 1. FC Heidenheim, der am Samstag in der nur 16 500 Einwohner zählenden Großen Kreisstadt in Sachsen sein letztes Zweitliga-Spiel im Jahr 2017 bestreitet, sind die erholsamen Tage unterm Nadelbaum noch kein Thema.

So jedenfalls will es Frank Schmidt. „Weihnachten ist für mich noch weit weg, so weit wie die Erde vom Mond“, bekräftigte der Trainer am Freitag und erklärte das Thema Winterpause zum Tabu: „Das ist mir derzeit so was von Wurst!“

Fürth ist abgehakt

Der FCH–Coach will stattdessen, dass sich der Fokus seiner Schützlinge unbeeinflusst von bevorstehenden Urlaubsfreuden auf die beiden noch anstehenden Aufgaben richtet: Das Zweitliga-Spiel bei Erzgebirge Aue (13 Uhr) und das DFB-Pokal-Achtelfinale am Mittwoch gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt (20.45 Uhr).

„Das Spiel in Aue ist wichtiger als das Spiel am Mittwoch“, setzt Schmidt Prioritäten, was aber nicht heißen soll, dass das Schmankerl gegen die Frankfurter als bloße Kür zu verstehen ist. „Ich will noch nicht viel über das Pokalspiel reden“, sagte der Trainer. Erst einmal gehe es darum, im Erzgebirge für einen positiven Zweitliga-Abschluss des nicht immer ganz einfachen Jahres 2017 (Schmidt: „Wir hatten schon bessere Jahre“) zu sorgen.

Der Trainer ist zuversichtlich, dass es sich bei der jüngsten 0:1-Niederlage in Fürth nur um eine kurzzeitige Unterbrechung der jüngsten FCH-Erfolgsbilanz handelt. Nach fünf ungeschlagenen Spielen und stattlichen 13 Punkten mussten die Heidenheimer am vergangenen Samstag mal wieder erfahren, wie sich eine Niederlage anfühlt.

„Wir haben eine große Chance vertan, den Abstand nach hinten weiter zu vergrößern“, ärgerte sich Schmidt zwar, wollte sich aber ansonsten nicht allzu lange am Geschehenen aufhalten: „Wir hatten schon deutlich schwächere Auswärtsspiele. Man muss den Fürthern an dieser Stelle auch ein Kompliment machen, wie extrem gut sie verteidigt haben. Uns hat aber auch ein bisschen das Quäntchen Glück gefehlt, um etwas mitnehmen zu können.“

Abhaken und die nächste Herausforderung annehmen, lautet die Devise für die Heidenheimer. Auch Gastgeber Aue braucht mit nur einem Zähler mehr noch dringend Punkte, um in Sachen Klassenerhalt einigermaßen beruhigt in die Winterpause gehen zu können. Nach fünf sieglosen Spielen gab's für die „Veilchen“ zuletzt einen 1:0-Erfolg gegen Darmstadt 98. Es war ein Spiel unter erschwerten winterlichen Bedingungen – und es ist durchaus möglich, dass die Heidenheimer am Samstag Nachmittag ähnlich ungemütliches Schmuddelwetter erwartet.

Hitzige Stimmung zu erwarten

„Es gibt keine schlechten Bedingungen, nur schlechte Einstellungen“, will Schmidt aber erst gar keine diesbezüglichen Ausreden gelten lassen: „Es muss uns egal sein, ob es schneit oder Kuhscheiße regnet.“ Wohl nicht von ungefähr wählte der Trainer die etwas derbe Ausdrucksweise, denn im Osten muss man sich immer auf eine hitzige Stimmung und viel Kampf und Leidenschaft auf dem Spielfeld einstellen. „Wir wissen, dass es über Zweikämpfe geht und wir nochmals alles mobilisieren müssen“, sagt Schmidt: „Das wird ein ganz enges Spiel mit hoher Intensität.“

Beide Teams stehen sich übrigens in diesem Jahr schon zum vierten Mal gegenüber. Das erste Punktspiel 2017 bestritt der FCH Ende Januar in Aue, verlor in letzter Minute 1:2, dann absolvierte er sein erstes Heimspiel der neuen Saison ebenfalls gegen den dreimaligen DDR-Meister, allerdings musste die Partie wegen eines Wolkenbruchs schon nach elf Minuten abgebrochen werden. Das Wiederholungsspiel gewann der FCH mit 2:1. Und nun bestreiten die beiden Mannschaften auch noch das letzten Punktspiel im Jahr 2017 gegeneinander.

„Natürlich wäre es wichtig, mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause zu gehen“, weiß Schmidt um die Bedeutung der Partie, bekräftigt zugleich aber auch: „Wir haben 34 Spieltage Zeit, unser Ziel zu erreichen.“ Das Ziel heißt Klassenerhalt – und dem kommt man vor allem näher, wenn man direkte Konkurrenten, wie heute Aue, auf Distanz hält.

Personal: Hinten wird's eng

Personell ist Schmidt vor allem im Defensivbereich weiter eingeschränkt. Zwar konnte Außenverteidiger Marnon Busch diese Woche wieder voll trainieren, doch mit Robert Strauß (wurde Vater eines Sohnes) und Ronny Philp (Adduktorenprobleme) mussten die beiden Alternativen auf der rechten Abwehrseite kürzertreten. Vize-Kapitän Sebastian Griesbeck (Sprunggelenkverletzung) nimmt zumindest wieder teilweise am Mannschaftstraining teil. Tim Skarke steht nach einer Leisten-OP heute auf keinen Fall zur Verfügung.

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