Fandialog Fandialog: FCH lädt zur offenen Diskussion

Fans des Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim protestieren auf der Osttribühne der Voith-Arena gegen Hausverbote.
Fans des Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim protestieren auf der Osttribühne der Voith-Arena gegen Hausverbote. © Foto: Archiv / Langer / Eibner-Pressefoto
Heidenheim / Edgar Deibert 13.09.2017
Der Zweitligist veranstaltet am heutigen Mittwoch ein außerplanmäßiges Treffen mit seinen Anhängern.

Die Diskussion über den Umgang mit den eigenen Fans nahm zuletzt im Umfeld des Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim überhand. Auslöser war die Verhängung von Hausverboten gegen 13 Fans, die in der vergangenen Saison während des Heimspiels gegen Bielefeld ein beleidigendes Banner („All cops are bastards“) auf der Osttribüne der Voith-Arena hochgehalten haben.

In der Folge gab es Lob von Heidenheimer Fans für das Durchgreifen des Vereins (auch in Form von Leserbriefen). Vier offizielle Fanclubs kritisierten das Vorgehen des FCH allerdings in öffentlichen Stellungnahmen. Auch auf Bannern distanzierten sich einige Heidenheimer Anhänger vom Vereins-Vorstand.

Der FCH reagierte und lädt deshalb am heutigen Mittwoch zur symbolischen Uhrzeit (18.46 Uhr) zum außerplanmäßigen Fandialog ins Stadion (Eingang an der Südtribüne). Es soll „über die aktuelle Situation zwischen einigen Fans und dem Verein“ diskutiert werden, heißt es in einer Presseerklärung des Zweitligisten. Dafür soll es einen „offenen und konstruktiven Dialog“ geben. Auch Medienvertreter sind eingeladen.

Ein Dialog auf Augenhöhe?

„Wir als Fanclub erwarten natürlich einen Dialog auf Augenhöhe“, heißt es unter anderem vom offiziellen FCH-Fanclub „Ostalb Breama“ (25 Mitglieder), der in einer öffentlichen Stellungnahme Kritik an der Vereinsführung geübt hatte.

Der offizielle Fanclub „Fußballmania Heidenheim“ (30 Mitglieder) ist der Meinung, dass der Fandialog überfällig sei. „Allerdings macht dieses Gespräch nur dann Sinn, wenn es nicht dazu benutzt wird, das Vorgehen des FCH zu rechtfertigen, es als einzig richtig zu verteidigen und es als alternativlos darzustellen“, gibt der Fanclub gegenüber der Heidenheimer Zeitung zu bedenken. Es sei aber „zwingend notwendig, dass sich beide Seiten aufeinander zubewegen“.

Hoffnung auf eine Annäherung

Auch der offizielle Fanclub „Schlossberg Union“ erhofft sich, „dass es wieder zu Annäherungen zwischen aktiver Fanszene und Verein kommen kann“. Darüberhinaus wünscht sich der Fanclub, das der Dialog unparteiisch geleitet wird.

Der „Fanblock 05“ (7 Mitglieder), der aus Protest nicht mehr offizieller Fanclub des FCH sein will, kritisiert den Termin des Fandialogs. Schließlich sei der „Fanblock 05“ ein Auswärtigenfanclub ist. „Unsere Mitglieder stammen alle aus Heidenheim, leben nun aber über das gesamte Bundesgebiet verteilt. Daher ist es uns aus beruflichen Gründen unmöglich, an einem Treffen teilzunehmen, das an einem Mittwoch stattfindet“, bemängelte der Fanclub gegenüber der HZ.