Heldenfingen/Heuchlingen Daniel Mack und Markus Gassner: Comeback des dynamischen Duos

Auch beim Fotoshooting für jeden Spaß zu haben: Daniel Mack, Trainer der SG Heldenfingen/Heuchlingen (links), gibt seinem neuen Spieler Markus Gassner „klare Anweisungen“. Beide spielten schon gemeinsam für den FV Sontheim und den SV Neresheim.
Auch beim Fotoshooting für jeden Spaß zu haben: Daniel Mack, Trainer der SG Heldenfingen/Heuchlingen (links), gibt seinem neuen Spieler Markus Gassner „klare Anweisungen“. Beide spielten schon gemeinsam für den FV Sontheim und den SV Neresheim. © Foto: Markus Brandhuber
Heldenfingen/Heuchlingen / Von Edgar Deibert 07.07.2018
Mit Markus Gassner verzeichnet die SG Heldenfingen/Heuchlingen einen hochkarätigen Neuzugang. Für den 31-Jährigen und Spielertrainer Daniel Mack ist es eine Wiedervereinigung.

Das Archiv der Heidenheimer Zeitung vergisst nicht: „Nach feiner Vorarbeit von Daniel Mack brachte Markus Gassner die Gastgeber bereits in der dritten Minute in Führung“, heißt es da klassisch. Das Stürmer-Duo spielte zusammen äußerst erfolgreich beim FV Sontheim und lehrte die Abwehrreihen das Fürchten. Seit der Winterpause ist Mack Spielertrainer bei der SG Heldenfingen/Heuchlingen und führte den Verein vom vorletzten auf den zehnten Tabellenplatz. Nun stößt Gassner vom TSV Langenau (Bezirksliga Donau/Iller) dazu.

Kein Wunder also, dass die erneute Wiedervereinigung – die beiden haben auch schon beim SV Neresheim zusammengespielt – ein großes Thema bei der Konkurrenz ist. Ob beim Bäcker oder beim Friseur, darüber werde gesprochen, ist Mack aufgefallen. „Es heißt jetzt: Die SG Heldenfingen/Heuchlingen rüstet auf“, so der 37-Jährige weiter, der dies nicht so stehen lassen will. Er sei ein Typ, dem Freundschaften sehr wichtig seien und der diese daher pflegt. So sei auch das Engagement von Markus Gassner zu verstehen. „Auf dem Platz und privat verstehen wir uns sehr gut. Und fußballerisch können wir beide wohl einfach nicht ohne einander“, sieht es Gassner ähnlich.

Video-Interview: Gassner/Mack im Duell am Tischkicker

Aufgrund der Neuzugänge, so kommt auch Manuel Illenberger vom SV Neresheim, werde die SG von anderen Teams in die Favoritenrolle gedrängt, hat Mack das Gefühl. Die Favoritenrolle schiebt er aber sehr weit von sich. „Da gibt es eingespielte Mannschaften. Man darf auch die Hinrunde nicht vergessen, da waren wir Vorletzter“, erklärt Mack: „Wir haben eine junge hungrige Truppe und möchten die Jungs weiterentwickeln“. Wie schnell eine Negativserie kommen kann, habe er in Neresheim erlebt, so Mack. „Dort hatten wir auch viele Namen“, fügt Gassner an.

Mack möchte kürzer treten

Beide treten betont bescheiden auf. Zum einen auch, weil mit Steffen Valenta ein wichtiger Abwehrspieler seine Karriere beendet hat. Zum anderen möchte Mack weniger spielen und sich stärker auf die Rolle des Chefcoaches konzentrieren. Neben Hans Jürgen Grüner, der bereits in der Vorsaison Co-Trainer war, soll Gassner die Rolle des spielenden Co-Trainers einnehmen und als Macks verlängerter Arm auf dem Platz fungieren (das Dreigestirn betreut beide SG-Teams mit knapp 30 Spielern).

„Ich hoffe, dass ich nicht mehr so oft auf dem Platz stehen muss“, sagt Mack. Als Spielertrainer finde er es schwieriger, da man während einer Partie auf sich selbst fokussiert sei. „Wenn etwas nicht funktioniert, dann ist man auf dem Platz am überlegen, was man anders machen kann, hat aber nicht den Einblick von draußen“, schildert Mack seine Erfahrung. „Spielertrainer hört sich vielleicht schön an, ist aber schon ein großer Aufwand. Man muss mehr in die Waagschale werfen.“

Während Mack, der aktuell seine B-Lizenz macht, sich also noch stärker dem Trainerjob widmen will, sei die Rolle von Gassner noch nicht klar definiert. Ob er als Stürmer in den Genuss einer doppelten Manndeckung kommen wird? „So extrem wird es sicherlich nicht“, glaubt der Giengener und fügt an: „Ich glaube nicht, dass wir Probleme im Spiel nach vorne haben. Wir haben mit Harald Lotter einen sehr guten Stürmer. Ich könnte mir vorstellen, dass er mehr Tore schießen kann, wenn er gezielter angespielt wird“, schielt Gassner auf eine etwas weiter zurückgezogene Position im Mittelfeld. Er könne auch als Einwechselspieler fungieren – oder gar nicht spielen, so Gassner, dessen aktive Karriere nach eigener Aussage am ausklingen sei.

Wird Gassner auch Trainer?

Um nach dem Ende ein Team zu betreuen? Mit einem Erwerb eines Trainerscheins habe er sich noch nicht beschäftigt, sagt Gassner. „Ich möchte zunächst einmal einen Einblick bekommen. Wenn ich Blut lecke, überlege ich mir das mit dem Trainerschein noch.“ Die Kombination aus der Zusammenarbeit mit Mack und der Co-Trainer-Stelle habe aber bei seinem Wechsel im Vordergrund gestanden, erklärt Gassner. „Wir beide haben auch schon in Neresheim versucht Weichen zu stellen. Auch wenn es nicht so geklappt hat, wie wir uns das vorgestellt haben. Wahrscheinlich lag das nicht nur an uns.“

Wenn es früher klar gewesen wäre, dass Mack bei der SG Heldenfingen/Heuchlingen Spielertrainer wird, dann wäre Gassner wohl gar nicht zum TSV Langenau gegangen. Allerdings habe er sich dort sehr wohl gefühlt. Auch aus sportlicher Sicht sei es eine erfolgreiche Zeit gewesen. In 15 Spielen brachte es Gassner auf elf Tore. Diese Zeit habe ihm die Freude am Fußball wiedergebracht.

Doch noch gemeinsam auf dem Platz?

Nun folgt Gassner zum zweiten Mal seinem Sturmpartner – einst nach Neresheim, nun zur SG Heldenfingen/Heuchlingen. Sie haben zusammen Erfolge gefeiert und Niederlagen eingesteckt. Und jetzt möchten sie ihre Erfahrung und die, wie es Mack ausdrückt, Siegermentalität, weitergeben. In welcher Form sie auf dem Platz auflaufen werden, wird sich zeigen. In der Sturmformation Gassner, Mack und Lotter womöglich? „Schauen wir mal, vielleicht kommt's ja noch“, sagen Trainer und dessen „Co“ fast einstimmig.

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