Fußball Saisonauftakt: FC Heidenheim startete fast immer stark

3. August 2014: Marc Schnatterer hat das erste Heidenheimer Zweitligator beim 2:1-Erfolg im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt erzielt. Der FCH ist bisher stets mit einem Sieg in ein Zweitliga-Spieljahr gestartet, die letzte Auftaktniederlage liegt sieben Jahre zurück.
3. August 2014: Marc Schnatterer hat das erste Heidenheimer Zweitligator beim 2:1-Erfolg im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt erzielt. Der FCH ist bisher stets mit einem Sieg in ein Zweitliga-Spieljahr gestartet, die letzte Auftaktniederlage liegt sieben Jahre zurück. © Foto: Archiv/olv
Heidenheim / hz 28.07.2017
Die letzte Startniederlage liegt sieben Jahre zurück. Am Sonntag (15.30 Uhr) kommt mit Aue der gleiche Auftaktgegner wie im Vorjahr.

Fußball ist – zum Glück – kein Spiel, das sich mit mathematischen Formeln oder durch statistische Erfahrungswerte berechnen lässt.

Insofern muss einem verpatzter Saisonstart nicht zwangsläufig eine verhagelte Spielzeit folgen – genauso wenig, wie ein Auftaktsieg eine Garantie für ein Erfolgsjahr darstellt. In der Bundesliga-Geschichte gibt es beispielsweise das Kuriosum, dass der damalige Liga-Neuling Tasmania Berlin 1965 mit einem 2:0-Sieg am ersten Spieltag gegen den Karlsruher SC die Hoffnung auf den Klassenerhalt nährte, dann aber mit insgesamt nur zwei Saisonerfolgen als schlechtester Absteiger aller Zeiten in die nationale Fußball-Historie einging.

Unstrittig ist allerdings die psychologische Wirkung des Auftaktspiels. Wer mit einem Sieg startet, befreit sich erst einmal vom immensen Druck, der sich nach wochenlanger Saisonvorbereitung und dem Rätselraten, wo die neuformierte Mannschaft tatsächlich steht, aufgestaut hat.

Dass der 1. FC Heidenheim in der 2. und zuvor auch in der 3. Liga in den vergangenen Jahren so gut abschnitt, wurzelt sicher auch in der Tatsache, dass der Saisonstart fast immer erfolgreich verlief.

In den bisherigen drei Zweitliga-Jahren gab es jeweils knappe, aber wichtige Heimsiege: 2014 einen 2:1-Erfolg gegen den FSV Frankfurt, 2015 ein 1:0 gegen 1860 München und im vergangenen Jahr ebenfalls ein 1:0 gegen Erzgebirge Aue. Vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass der erste Gegner in der Voith-Arena am Sonntag erneut Aue heißt.

Auch 2013/14 startete der FCH in der 3. Liga mit einem Sieg (1:0 in Duisburg) und stieg am Saisonende als Meister auf. 2012/13 gab es am ersten Spieltag ein 2:2 gegen den Karlsruher SC (nach 0:2-Rückstand), 2011/12 ein 2:1 gegen die Offenbacher Kickers.

Somit liegt die letzte Saisonstart-Niederlage der Heidenheimer sieben Jahre zurück: Am 24. Juli 2010 unterlag der FCH mit 1:2 in Jena. Ist es Zufall, dass das Team von Frank Schmidt in dieser Saison seine schlechteste Tabellenposition in fünf Drittliga-Spielzeiten einfuhr (Platz neun)? Dass es auch andersherum geht, bewiesen die Heidenheimer in ihrer einzigen Regionalliga-Saison 2008/09, in die sie mit einer 1:2-Heimniederlage gegen den SC Pfullendorf starteten, sich am Ende aber als Meister in die 3. Liga verabschieden durften.

Über den ersten Spieltag hinaus dürfte es vor allem von Bedeutung sein, wie eine Mannschaft eine komplette Startphase übersteht. Zieht man die ersten zehn Saisonspiele in Betracht (also knapp das erste Drittel einer Spielzeit), fällt auf, dass der FCH seit seiner Zweitliga-Zugehörigkeit immer zu den Starter-Topteams zählte. Im Vorjahr verloren die Heidenheimer nur ein Spiel der ersten zehn Partien, in beiden Runden zuvor nur jeweils zwei.

Vor allem die letzte Spielzeit hat aus Heidenheimer Sicht zudem offenbart, wie bedeutend nicht nur der Auftakt in die neue Saison, sondern auch der Wiederbeginn nach der Winterpause sein kann. Der FCH stellte vor einem Jahr mit einem 1:0-Sieg gegen Aue die Weichen für eine Super-Vorrunde (Platz vier), verlor dann aber die erste Rückrundenpartie bei den „Veilchen“ mit 1:2 und kam lange Zeit nicht mehr in die Gänge (nur ein Sieg in den ersten elf Rückrundenspielen).

Welche Wirkungen ein klassischer Fehlstart tatsächlich haben kann, wurde 2016/17 vor allem am Beispiel des FC St. Pauli deutlich. Der Vorjahresvierte kam überhaupt nicht in die Gänge, startete mit drei Niederlagen und war zur Saison-Halbzeit mit nur zwei Siegen Schlusslicht. Die Rückrunde begann dann mit vier Siegen aus den ersten sechs Spielen – und der Klassenerhalt wurde noch geschafft.

Hätten Sie's gewusst?

Hier noch ein paar statistische Fakten zum FCH vor dem bevorstehenden Start in die vierte Heidenheimer Zweitliga-Saison:

Gesamtbilanz: 102 Zweitligaspiele haben die Heidenheimer bestritten, die Ausbeute ist absolut ausgeglichen: 35 Siege, 32 Unentschieden, 35 Niederlagen.

Das Torverhältnis lautet 134:123. Dauerbrenner: Kapitän Marc Schnatterer fehlte in 102 Heidenheimer Zweitligaspielen kein einziges Mal.

Auf die zweitmeisten Einsätze im Bundesliga-Unterhaus kommt Sebastian Griesbeck (95) vor Marcel Titsch-Rivero (85).

Torschützen: Marc Schnatterer traf in drei Jahren 28 Mal, hinter ihm waren Robert Leipertz (18 Tore in zwei Spielzeiten) und Florian Niederlechner (15 Tore in einer Saison) am erfolgreichsten.

Höchste Siege: Zu Hause ein 5:0 gegen den VfL Bochum in der Saison 2014/15, auswärts ein 4:0 beim FSV Frankfurt eine Saison später.

Höchste Niederlagen: Daheim ein 0:3 gegen den 1. FC Nürnberg (2015/16), auswärts ein 0:4 beim 1. FC Kaiserslautern (2014/15).