Fußball Zug nach ganz oben scheint abgefahren

Ilshofen / Hartmut Ruffer 07.11.2016

Tiefe Furchen sind auf dem Spielfeld nach den 90 Minuten zu sehen. Der Rasen ist an einigen Stellen aufgewühlt. Dieses Attribut passt auch auf die Gefühlslage der Spieler des TSV Ilshofen. Sie hätten diese Begegnung nicht verlieren müssen – und dennoch ist der Sieg des VfL Sindelfingen nicht unverdient.

Fünf Gegentore auf eigenem Platz sind viel, zu viel. Doch diesmal gilt: Es ist kein kollektives Versagen der Abwehrarbeit des TSV, sondern individuelle Fehler, die zu den Gegentoren führen. Vor dem 3:4 klärt Simon Wilske, der sich zuvor mit guten Leistungen in die Mannschaft gespielt hat, eine flache Flanke nicht nach außen, sondern in die Mitte. Der erste Schuss eines Sindelfingers landet am Pfosten, den Nachschuss setzt Armin Zukic ins Tor. Vor dem 3:5 in der Nachspielzeit hat Ilshofen Freistoß in Höhe der Mittellinie. Alle Spieler rücken auf, doch Spielertrainer Ralf Kettemann schlägt den Ball zu flach nach vorne. Dieser wird abgefangen, aus dem Konter entsteht das 3:5.

Solche Fehler ziehen sich wie ein roter Faden durch das Spiel. Sindelfingen nutzt fast jede sich daraus bietende Chance. „Wir haben sehr gut reagiert, auch angesichts der fünf Wechsel, die ich wegen Verletzungen zum Spiel zuvor vornehmen musste“, lobt VfL-Trainer Mike Schütt seine Mannschaft.

Während dessen Team den Sieg und damit das Verharren auf dem zweiten Platz bejubelt, stehen einige Ilshofener wortwörtlich im Regen. Es nieselt, der Himmel ist grau. So ist dies das passende äußere Ambiente für die Ilshofener Gefühlslage. Dass die Enttäuschung so groß ist, liegt auch daran, dass Ilshofen offensiv eigentlich vieles richtig macht. Zudem lässt sich Ilshofen nicht einschüchtern. Nach dem etwas überraschenden 1:2 muss sich das Team nur kurz schütteln und schnürt bis zur Pause Sindelfingen regelrecht in dessen Hälfte ein. Genauso elanvoll macht Ilshofen nach der Pause weiter, verliert am Ende aber dennoch. ruf

So spielten sie

TSV Ilshofen – VfL Sindelfingen

3:5

Torfolge: 1:0 Ralf Kettemann (11., FE), 1:1 Oliver Glotzmann (15.), 1:2 Frederick Mohr (30.), 2:2 Benjamin Kurz (44.), 2:3 Armin Zukic (56.), 3:3 Simon Wilske (64.), 3:4 Armin Zukic (76.), 3:5 Alexander Wetsch (90.+2)

TSV Ilshofen: Nowak, Gehring (61. Gebert), Schmelzle, Wenzel (39. Varallo), Wilske, Lienert, Maas (79. Rummler), Rief, Kettemann, Kurz, Demir