Schwäbisch Hall Wiederaufbau nach dem Abstieg

Ein Bild, das Sportfreunde-Fans aus der laufenden Saison kennen: Die Spieler sitzen nach einer Niederlage deprimiert auf den Stühlen. Das soll sich möglichst bald ändern.
Ein Bild, das Sportfreunde-Fans aus der laufenden Saison kennen: Die Spieler sitzen nach einer Niederlage deprimiert auf den Stühlen. Das soll sich möglichst bald ändern. © Foto: Archivfoto: Hartmut Ruffer
Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 06.06.2018
Im vergangenen Jahr schreiben die Sportfreunde Schwäbisch Hall eine rote Null. Für die kommende Saison wird der Etat gekürzt. Das Wir-Gefühl soll wieder im Mittelpunkt stehen.

Personell gibt es eine Veränderung auf der Vorstandsebene bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall, im Verein jedoch soll sich einiges verändern. Das unterstreicht der Vorsitzende Jürgen Lechner, der auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche von den anwesenden Mitgliedern in seinem Amt bestätigt wurde. Es gab lediglich eine Enthaltung. Nach dem feststehenden Abstieg aus der Verbandsliga soll es nun eine Rückbesinnung geben – und das sollen keine Lippenbekenntnisse sein.

Neuer zweiter Vorsitzender ist Günter Blendinger, der zuvor Beisitzer war. Er folgt auf Ralf Eisenmenger. Dieser war fast elf Jahre Vorstandsmitglied, zwei Jahre davon stand er dem Gremium vor, ehe er mit Jürgen Lechner die Positionen tauschte. Der Steuerberater legt seinen Posten vor allem aus beruflichen Gründen nieder, will aber weiter Aufgaben wie die Tageskasse übernehmen und als Steuerberater des Vereins fungieren. Neuer Beisitzer ist Rainer Metschke, der Rechtsanwalt war zuvor schon Berater des Vorstands.

Rote Null im letzten Jahr

Den Mitgliedern präsentierte Lechner auch die finanzielle Situation. Der Verein habe weiterhin keine Schulden „trotz des Trainerwechsels und der Investitionen in die Mannschaft nach Saisonbeginn“, betonte er gegenüber dieser Zeitung. Das vergangene Jahr habe man mit einer „roten Null“ abgeschlossen. Die Liquiditätsreserve sei dafür aufgebraucht. Die Konsequenz: Der Etat werde für die kommende Saison, in der die Sportfreunde in der Landesliga spielen werden, gekürzt. „Die Mannschaft wird gut aufgestellt sein, aber ich sage ganz deutlich: Der sofortige Wiederaufstieg ist kein Muss“, formuliert Lechner die Erwartungshaltung. Trainer Petar Kosturkov soll mit einer Mannschaft im oberen Drittel mitspielen, die vor allem eines auszeichnen soll: Identifikation mit dem Verein.

Dass dies kein leichter Weg sein wird, dessen ist sich Lechner bewusst. Der gesamte Verein habe zuletzt kein geschlossenes Bild nach außen gezeigt. „Mehr Einigkeit auf und außerhalb des Platzes“ sei das zentrale Anliegen. „Wir kommen aus der Krise und müssen nun unsere Hausaufgaben machen“, blickt Lechner in die nähere Zukunft.

Dazu gehört, dass wieder mehr A-Junioren in die erste Mannschaft geholt werden sollen. Diesen Ansatz hatten die Sportfreunde zwar auch in den vergangenen Jahren gehabt, doch längst nicht immer umgesetzt. Diesmal, da lässt Lechner keine Zweifel zu, werde das so geschehen, auch wenn es den einen oder anderen Zugang von außen geben werde. „Es muss einen Kern in der Mannschaft geben, von dem man weiß: Das sind unsere.“

Um das langfristig aufrechtzuerhalten, bekommen die A-Junioren der Sportfreunde ein neues Trainer-Duo. Petar Kosturkov und Thorsten Schift, der Manager Sport der Sportfreunde, werden gemeinsam die U 19 betreuen. Aktuell wird noch eine dritte Kraft für die A-Junioren gesucht für den Fall, dass sich die Spiele der Aktiven und der U 19 überschneiden. Die A-Junioren haben in dieser Saison in der Bezirksstaffel den Meistertitel und damit die Chance auf den Aufstieg verpasst. Ausgerechnet der TSV Ilshofen hat gute Chancen, in dieser Saison ganz vorne zu stehen.

Die Identifikation mit dem Verein müsse erhöht werden, nur das sorge langfristig für den Erfolg. Das neue Konzept fand bei den Mitgliedern Anklang und auch bei den Sponsoren. „Sie bleiben alle an Bord“, freut sich Jürgen Lechner.

Die Rahmenbedingungen hat der Vorstand damit für die kommende Saison abgesteckt. Nun müssen die Sportfreunde Schwäbisch Hall, die knapp 500 Mitglieder haben, dafür sorgen, dass dieses Konzept auch mit Leben erfüllt wird.

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