WFV-Pokal Weiß wird zum Elferhelden

Ilshofens Torhüter Valentin Dambach und Lukas Lienert klären hier vor dem Crailsheimer Tim Meßner.
Ilshofens Torhüter Valentin Dambach und Lukas Lienert klären hier vor dem Crailsheimer Tim Meßner. © Foto: Joachim Mayershofer
Crailsheim / Joachim Mayershofer 30.08.2018
Der TSV Crailsheim wirft den TSV Ilshofen nach einem packenden Spiel im Elfmeterschießen aus dem WFV-Pokal.

Lokalduelle mit höherklassig spielenden Mannschaften sind für gewöhnlich Publikumsrenner. 600 Zuschauer verfolgten am Mittwochabend das Drittrundenspiel im WFV-Pokal zwischen dem Landesligisten TSV Crailsheim und dem Oberligisten TSV Ilshofen. Auch Petar Kosturkov, Trainer der Sportfreunde Schwäbisch Hall und früher als Coach sowohl in Crailsheim als auch in Ilshofen aktiv, ließ sich die Partie nicht entgehen. Keiner der Zuschauer musste sein Kommen bereuen. Nach einem packenden Spiel und Elfmeterschießen bis weit in die Dunkelheit hinein setzte sich der zwei Klassen niedere Verein unter Flutlicht mit 6:5 durch.

Beide Mannschaften zeigten ein „ausgeglichenes und sehr gutes Spiel“, wie Kosturkov schon zur Halbzeit erklärte. „Man sieht, dass beide hoch motiviert sind. Crailsheim hat bis dahin sogar ein leichtes Plus an Chancen“, sagte der Haller Trainer. Ilshofen wirkte zu Beginn uneingespielter. Trainer Ralf Kettemann hatte mächtig durchrotiert: Von der Startformation vom 1:0-Sieg im Oberligaspiel gegen Nöttingen blieben nur Simon Wilske, Baba Mbodji und Lukas Lienert auch gestern in der ersten Elf.

Vor allem die Anfangsphase gehörte den Hausherren – mit aussichtsreichen Chancen: Daniele Hüttl mit der Hacke (3.), zweimal Tim Meßner nach kurzen Rückspielen auf den Keeper (5., 6.), ein Meßner-Freistoß (8.), ein gerade noch abgefangener Querpass von Ilshofens Torhüter Valentin Dambach (10.). Aber dem Torschrei am nächsten kamen die Ilshofener, als Michele Varallo von links im Strafraum nur den rechten Torpfosten traf (23.). Wenig später jagte Crailsheims Linksverteidiger Rudolph Krebs einen Kracher Richtung Tor, den Dambach gerade noch über die Latte lenken konnte (27.). Nur drei Zeigerumdrehungen später übersah Tamas Herbaly nach tollem Solo die besser postierten Meßner und Hüttl im Strafraum, suchte statt dem Querpass den Abschluss. Dambach war erneut zur Stelle, klärte mit der Brust. Kurz vor der Pause köpfte Ilshofens Lukas Lienert in Rücklage aus kurzer Distanz über das Tor.

Tolle Kombinationen

Unmittelbar nach der Halbzeitpause schoss Dominik Rummler knapp am Crailsheimer Tor vorbei (47.). Auf der Gegenseite verpassten Hüttl, Herbaly und Meßner nach schöner Kombination jeweils den Führungstreffer binnen weniger Sekunden (53.). Das erneute Duell Meßner gegen Dambach gewann wieder der Ilshofener Keeper (64.). Baba Mbodjis Kopfball fing Crailsheims Torhüter Thomas Weiß sicher (69.). Einen Volleyschuss von Herbaly entschärfte Dambach (73.).

Starke Schlussphase der Gäste

Die Schlussviertelstunde der regulären Spielzeit gehörte dann dem Oberligisten. Dreimal hatten die Ilshofener Fans den Torschrei auf den Lippen: Nach schönem Rückpass des Ex-Crailsheimers Marcel Hossner schlenzte der eingewechselte Daniel Schelhorn den Ball an den rechten Pfosten (75.). Einen Querpass von Niklas Wackler verpasste Lukas Lindner am Fünfer knapp (84.). Beide waren ebenfalls neu ins Spiel gekommen. Kurz vor Schluss köpfte Lindner mit dem Hinterkopf Zentimeter am Tor vorbei (90.). Das Spiel ging in die Verlängerung.

Dort scheiterte Schelhorn wieder mit einem raffinierten Schlenzer an Crailsheims Keeper Weiß und am Pfosten (95.). Zum dritten Mal half den Hausherren das Aluminium an diesem Tag. Der selbe Spieler war kurz darauf zu eigensinnig. Statt Simon Wilske im Strafraum zu bedienen, schoss er aufs Tor. Der Ball wurde zur Ecke abgeblockt (99.). Ilshofen war nun drückend überlegen.

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit der Verlängerung hielt Weiß in bester Manuel-Neuer-Manier seine Farben im Spiel. Erst mit einem herausragenden Reflex gegen einen Kopfball von Lamar Yarbrough. Kurz darauf kratzte er erneut bärenstark einen Lindner-Kopfball aus dem Lattenkreuz zur Ecke (110.). Und dann wäre Crailsheim fast noch das goldene Tor gelungen. Andreas Fuchs brachte den Ball scharf im Strafraum nach innen, wo ihn Nikolaj Schneider aus wenigen Metern über das Tor schaufelte.

Auch das Elfmeterschießen musste in die Extrazeit. Dort wurde Crailsheims Thomas Weiß mit drei gehaltenen Elfmetern zum Helden und brachte seine Mannschaft in die vierte Runde des WFV-Pokals. Ilshofen hatte in diesem Wettbewerb 2018 das Finale erreicht.

So spielten sie

TSV Crailsheim – TSV Ilshofen

6:5 n.E. (0:0)

Tore (im Elfmeterschießen): 1:0 Wolf, 1:1 Schelhorn, 2:1 Herbaly, 2:2 Rummler, 3:2 Weinberger, Yarbrough vergibt, Hüttl vergibt, 3:3 Kandazoglu, 4:3 Schwenker, 4:4 Aziz, 5:4 Wagemann, 5:5 Hossner, Maneth vergibt, Lindner vergibt, 6:5 Fuchs, Lienert vergibt

Crailsheim: Weiß, Herbaly, Düll, Wolf, Hüttl, Meßner (113. Maneth), Hertfelder (91. Wagemann), Krebs (78. Fuchs), Saidy (75. Schneider), Schwenker, Weinberger

Ilshofen: Dambach, Hossner, Mbodji (89. Yarbrough), Varallo (81. Lindner), Kandazoglu, Aziz, Rummler, Weidner (46. Schelhorn), Wilske, Lienert, Fischer (60. Wackler)

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel