Waldtann / Joachim Mayershofer Der GSV spielt gegen den ESV Crailsheim lange Zeit überlegen, die Gäste sind äußerst effektiv. Der ESV wird wohl mit dem VfR Altenmünster eine SG bilden.

Zwei wichtige Meldungen haben vor dem Spiel des GSV Waldtann gegen den ESV Crailsheim die Runde gemacht: Der GSV geht mit Thomas Wenzel als Spielertrainer in die neue Runde in der Fußball-­Kreisliga B3, der ESV wird aller Voraussicht nach eine Spielgemeinschaft mit dem VfR Altenmünster eingehen – also das Team, das Wenzel im Moment noch in der Bezirksliga trainiert. „Es wird zeitnah noch ein finales Gespräch geben“, sagte Aydin Senel, Trainer und Abteilungsleiter der Eisenbahner, aber es schaut wohl ganz gut aus, dass die SG zustande kommt. „Wegen Spielermangels machen wir es nicht. Wir wollen uns rechtzeitig für die Zukunft rüsten und lieber den Schritt mit dem VfR jetzt machen, bevor es irgendwann vielleicht zu spät ist.“

Dass seine Mannschaft am Freitagabend in Waldtann nur einen Punkt mitgenommen hat, ärgerte ihn nach dem Spielverlauf etwas. In der Nachspielzeit musste der ESV noch den Ausgleich hinnehmen. „Wir hätten es besser ausspielen müssen“, sagte Senel. „Wir waren sehr effektiv, der Punkt ist deshalb verdient.“

Der eingewechselte Leon Waldmann hatte in der 91. Minute zum 3:3 eingenetzt und dem GSV Waldtann damit wenigstens einen Zähler gerettet. Zehn Minuten vorher hatte Jochen Just nach einem Lattenknaller am schnellsten reagiert und zum 2:3 abgestaubt. Der Sieg war für den ESV greifbar nah. Waldtann war in der Partie optisch zwar überlegen, vergab aber zu viele Chancen beziehungsweise war beim letzten Pass zu ungenau. Alleine Max Rottler, der zwei Tore selbst erzielt hatte (1:1 und 2:1), hätte sich noch häufiger in die Torschützenliste eintragen können. Tuncay Al hatte das 0:1 besorgt gehabt, Sven Schwanicke das 2:2. Viel mehr Chancen gab es auch nicht für den ESV. Hinten war der Crailsheimer Keeper Ugur Özcan zweimal glänzend zur Stelle. Sein Gegenüber Michael Jabs wurde nur wenig geprüft.

„Im Kollektiv war das heute eine schlechte Leistung von uns. Man kann es nicht nur an den vergebenen Chancen in der Offensive festmachen, hinten wurden unsere Fehler bitter bestraft. Es ist ganz komisch: Wir passen uns immer etwas dem Spielniveau des Gegners an. Wenn Langholz gespielt wird, machen wir das auch“, sagte Matthias Beck, Abwehrspieler und Abteilungsleiter der Waldtanner. Es ziehe sich etwas durch die Runde, dass man spielerisch oft ganz gut bei der Musik sei, letztlich aber doch zu wenig Zählbares herauskomme. „Unser Ziel bleibt aber Platz 5, das ist noch drin“, erklärte Beck.

In der neuen Saison soll es mit dem neuen Coach dann noch einen Schritt weiter nach vorne gehen. „Wir waren eigentlich gar nicht auf Trainersuche, weil wir mit der Arbeit von Ralf Dörr sehr zufrieden sind. Aber die Chance, Thomas Wenzel zu verpflichten, hatten wir nur jetzt. Sonst hätte er woanders einen Trainerjob angetreten“, sagte Beck. „Er ist ein überragender Fußballer und Kämpfer, soll bei uns als Zugpferd dienen und ein Spielertrainer sein, der unsere vielen jungen Spieler als Führungsperson dirigiert.“

Eigengewächse integrieren

Natürlich sei der aktuelle Trainer Ralf Dörr etwas enttäuscht über den Wechsel, aber er könne diesen Schritt auch nachvollziehen, erklärte der Abteilungsleiter des GSV. Ob Dörr dem Verein als Spieler erhalten bleibe, müsse noch geklärt werden. Potenzielle Neuzugänge, die durch den neuen Trainer Interesse am GSV Waldtann haben könnten, müssten zur Mannschaft passen, fordert Matthias Beck. Es könne sein, dass noch ein, zwei Spieler von außerhalb des Vereins dazustoßen. Langfristig sollen aber hauptsächlich Eigengewächse den Weg in die Erste finden. „In den nächsten beiden Jahren kommen viele Jugendspieler heraus, die den Sprung schaffen können.“

So spielten sie

GSV Waldtann – ESV Crailsheim

3:3

Tore: 0:1 Tuncay Al (12.), 1:1, 2:1 Max Rottler (15., 40.), 2:2 Sven Schwanicke (57.), 2:3 Jochen Just (81.), 3:3 Leon Waldmann (90. +1)

Waldtann: Jabs, Hörner, Keith, Herderich, Wüstner, Rottler, Wolz, Rehm (46. Waldmann), Killig, Haag (64. Dörr), Beck

ESV Crailsheim: Özcan, Brumm, Just, Kunigk, Engelhardt, Schwanicke, Poplawski, Özpelit, Al (39. Ipek, 53. C. Senel), Arslan, Marmullakaj