Fußball Vereine setzen weiter auf Megerle

Bibersfeld / Ralf Mangold 30.01.2017
Beim Halbzeitinfoabend in Bibersfeld hat Bezirksspielleiter Hartmut Megerle die Vertrauensfrage gestellt. Mit deutlicher Mehrheit haben ihm die Vereine Rückhalt für die restliche Amtszeit gegeben.

Die Spannung beim Halbzeitinfoabend in der Bibersfelder Turnhalle war förmlich zu spüren. Wie einst Alt-Kanzler Gerhard Schröder im Bundestag  hatte Hartmut Megerle die Vertrauensfrage gestellt. Durch eine geheime Abstimmung wollte er wissen, ob er noch den Rückhalt der Vereine hat. „Ich habe einen Fehler gemacht und wurde dafür bestraft“, gibt sich der Bezirksspielleiter am Anfang der Sitzung reumütig und erklärt die Hintergründe. Vor rund zwei Monaten habe er eine Schiedsrichtermeldung nicht weitergegeben. „Das Verbandsgericht hat allerdings in der Berufsverhandlung festgestellt, dass dieser Fehler nicht absichtlich war.“

Was danach im Umfeld des Verbandes passiert ist, seien  Dinge gewesen, „die weit unter die Gürtellinie gingen“. Als Konsequenz trat er von all seinen Verbandsämtern zurück. Nun wolle er von den Vereinen wissen, ob er noch genügend Rückhalt im Fußballbezirk habe und stelle deshalb die Vertrauensfrage. „Die Vereine sollen entscheiden, ob es weiterhin eine Basis der Zusammenarbeit gibt. „Wenn ihr wollt, dann bleibe ich bis zum Bezirkstag im Jahr 2018 – so lange wurde ich gewählt und so lange fühle ich mich auch verpflichtet.“ Offen ließ Megerle allerdings, ob er danach noch einmal für eine Amtszeit kandieren werde. „Ich habe mich in den letzten Wochen bewusst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und habe dabei festgestellt, es gibt Wichtigeres und Schöneres als Fußball.“ Danach verließ Megerle unter großem Applaus vorübergehend den Saal, um den Vereinsvertretern Raum für Diskussionen zu lassen.

Bezirksvorsitzender Ralf Bantel überbrückte die Zeit, bis die Stimmen ausgezählt waren, mit wichtigen Informationen für die Vereine. „Die angekündigte Strukturreform ist vorerst auf Eis gelegt. Bei den Bezirken und dem Spielsystem wird wohl alles so bleiben, wie es ist.“ Zudem werde der Futsal weiter vom Verband aus als Hallenspielform forciert. Allerdings werden leichte Abwandlungen bereits getestet. So könnte es zukünftig wieder größere Tore geben und ein Rückpass zum Torspieler ist erlaubt. Außerdem soll nur noch ein Schiedsrichter die Futsal-Spiele in der Halle leiten.

Durchweg positive Rückmeldungen erhielt Bantel zum Modellversuch „Spielerpass online“. „Da er aber in anderen Bezirken noch nicht durchgeführt wird und es manchmal noch zu Komplikationen mit Schiedsrichtern aus den Nachbarbezirken kommen kann, sollte man trotzdem immer die Spielerpässe oder Lichtbildausweise dabei haben“, empfiehlt er. „Ab der Spielzeit 2017/2018 wird der Spielerpass online dann verpflichtend für alle Bezirke sein.“

Schiedsrichter-Obmann Volker Stellmach appellierte nochmals an die Vereine, Bewerber für die demnächst beginnenden Neulingskurse zu schicken. „59 Prozent der Vereine in Hohenlohe haben Untersoll.“ Der letzte Neulingskurs musste mangels Teilnehmer abgesagt werden und schon jetzt konnten einige Reservespiele nicht mehr besetzt werden. Schiedsrichterlehrwart Thomas Göhring informierte die Vereine darüber, dass die Ergebnismeldung eigentlich Aufgabe des Schiedsrichters sei, „er kann aber auch eine Person der Heimmannschaft damit beauftragen.“

Deutliches Ergebnis für Megerle

Und dann kam Axel Fiedler mit dem Ergebnis der Stimmenauszählung zurück, rund 80 Prozent der Vereine haben Megerle das Vertrauen ausgesprochen. „Die Vereine haben ehrlich abgestimmt. Ich bedanke mich für das Vertrauen“, sah man Megerle die Erleichterung zwar an, dennoch wirkte er den ganzen Abend über doch sehr angespannt. Danach spulte er routiniert sein „normales“ Programm recht emotionslos ab. „Die Spielabsagen haben sich sehr in Grenzen gehalten, nur ein Spiel steht noch aus.“ Negativ sei hingegen, dass die Fälle mit Aggressionen immer häufiger werden, auch wenn Hohenlohe da noch recht ordentlich da stehe. Bis zu zwei Absteiger gibt es aus den A-Ligen, aus der Bezirksliga müssen mindestens zwei Teams runter. Die Relegationsspiele starten am 8. Juni und enden am 15. Juni, Bewerbungen für diese Entscheidungsspiele werden noch angenommen.

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