Tura Neuer Tura-Coach Okic: „Schwierige, aber machbare Aufgabe“

Zusammenhalt beim Tura: Vorstand Rainer Kircher, Basri Tiryaki, Mutlu Metin, Branko Okic und Hauptsponsor Martin Reinwald.
Zusammenhalt beim Tura: Vorstand Rainer Kircher, Basri Tiryaki, Mutlu Metin, Branko Okic und Hauptsponsor Martin Reinwald. © Foto: Ufuk Arslan
Untermünkheim / Viktor Taschner 12.01.2017
Branko Okic wird in der Rückrunde den Tura Untermünkheim in der Landesliga betreuen. Die Aufgabe für den Bosnier ist schwierig, der Tura ist Vorletzter.

Branko Okic kennt diese Situation schon: Tabellenletzter nach der Hinrunde, der Abstieg droht. „In der vergangenen Saison habe ich im Winter den SV Ebnat in der Landesliga Staffel 2 übernommen“, erzählt der neue Trainer des Tura Untermünkheim. Auch das Team aus dem Kochertal ist zur Winterpause als Vorletzter in seiner Landesliga-Gruppe 1 stark abstiegsgefährdet. Zum Relegationsplatz fehlen sieben Punkte. In Ebnat hat Okic den Abstieg nicht verhindern können. „Weil ein wichtiger Sponsor gegangen ist, haben auch gute Spieler den Verein verlassen. Die Qualität hat gefehlt“, blickt Okic zurück.

Lange als Profi aktiv

Seine neue Mission in Untermünkheim heißt nun ebenfalls Klassenerhalt. „Das ist eine schwierige, aber machbare Aufgabe“, sagt der neue Tura-Coach. Den Kontakt zum Bosnier hat Tura-Abteilungsleiter Mutlu Metin hergestellt. Beide haben früher für den VfR Aalen gespielt. „In Aalen bin ich immer noch Rekordspieler“, erklärt der 48-jährige Branko Okic, der über 300-mal für den VfR aufgelaufen ist. Erst mit 40 Jahren hat Okic 2009 seine Karriere als Akteur beendet. „Mutlu hat mich überzeugt, hierherzukommen. Er hat mir versichert, dass die Mannschaft Potenzial hat.“ Selbst wenn es eine Klasse tiefer gehen sollte, will der A-Lizenzinhaber den Verein in der Bezirksliga begleiten. Die Vorbereitung auf die Rückrunde beginnt beim Tura Ende Januar.

Auf ein Spielsystem will sich der Trainer vorab nicht festlegen: „Ich muss erst sehen, welche Spieler ich zur Verfügung habe. Danach kann ich entscheiden, welche Taktik die beste für diese Spieler ist.“ Einen Ansatzpunkt sieht Okic jedoch schon in der Offensive. Die Mannschaft müsse mehr Tore erzielen, 17 Treffer in 17 Partien seien zu wenig. Er weiß, dass er eine junge Mannschaft übernommen hat. „Man muss wissen, wie man mit jungen Spielern umgehen muss. Wenn ein Trainer das schafft, dann laufen sie nicht nur 90 Minuten, sondern sogar 120. So hätten wir gute Chancen, die Klasse zu halten.“

Ein gutes Gespür für junge, talentierte Spieler hat Okic schon als Scout für den VfR Aalen bewiesen. Auf sein Konto geht die Entdeckung des slowenischen Nationalspielers Kevin Kampl, den der VfR im Jahr 2012 für rund 300 000 Euro aus Osnabrück verpflichtet hat. Für den damaligen Zweitliga-Aufsteiger mit Trainer Ralph Hasenhüttl spielte Kampl nur drei Spiele. Noch innerhalb derselben Wechselperiode verpflichtete ihn Red Bull Salzburg für  rund drei Millionen Euro. Mittlerweile spielt Kampl bei Bayer Leverkusen in der Bundesliga, sein Marktwert dürfte nun bei 15 Millionen Euro liegen.

Ein weiteres Beispiel für das gute Auge von Okic ist Florian Niederlechner. Ihn hat Okic beim FC Ismaning in der Bayernliga entdeckt. „Das wird ein Bundesligaspieler“, war der Bosnier sich sicher. Der VfR nahm Niederlechner am Ende doch nicht unter Vertrag. Heute stürmt Niederlechner tatsächlich in der ersten Bundesliga für den SC Freiburg.

Auch Tiryaki ist neu

Natürlich versucht Okic seine Kontakte zu nutzen, um neue Spieler nach Untermünkheim zu lotsen. „Das ist aber schwierig, weil es so kurzfristig ablaufen muss“, sagt er. Abteilungsleiter Mutlu Metin: „Wir sind mit Spielern im Gespräch, aber es gibt noch nichts Konkretes.“ Am 31. Januar läuft die Wechselfrist ab. Als Neuzugang steht bislang Basri Tiryaki von den Haller Sportfreunden fest, der auch als Co-Trainer für Branko Okic fungieren wird. „Ich freue mich auf diese neue Herausforderung als Spieler und Trainer“, so Tiryaki.

Vom Balkan auf die Ostalb

Branko Okic ist 1969 in Kresevo im heutigen Bosnien-Herzegowina geboren. Mit 17 Jahren erhielt er einen Vertrag beim Erstligisten FK Sarajevo. Über Belgien und den VfL Sindelfingen kam Okic 1995 zum VfR Aalen. 2002 wechselte er zum FC Rot-Weiß Erfurt, wo er drei Jahre spielte. Mit den Thüringern stieg er 2004 in die 2. Bundesliga auf. Nach einem Jahr in Heidenheim spielte Okic von 2005 bis 2009 nochmals für Aalen. Bis 2012 war er beim VfR als Jugendtrainer und Scout tätig. Zuletzt trainierte er den SV Ebnat in der Landesliga. Okic hat zwei Kinder und wohnt in Ebnat.

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