Fußball Tura findet einfach nicht in die Offensive

GUIDO SEYERLE 15.04.2013
Wer vor der Partie des Dritten gegen den Zweiten auf ein gutes Spiel gehofft hatte, wurde am Samstag enttäuscht. Untermünkheim fand gegen Ludwigsburg keine Mittel in der Offensive und verlor verdient.

Wenn der Großteil der 200 Zuschauer in der ersten Halbzeit mehr über das Wetter und die Champions-League-Chancen der deutschen Fußball-Teams redete, dann ahnte man schon etwa: Das Landesliga-Spiel Tura gegen Ludwigsburg war nicht dazu angetan, den Betrachter in seinen Bann zu ziehen.

Die Trainer gaben nach dem Spielende unterschiedliche Gründe für den sehr verhaltenen Beginn an. "Wir konnten unser schnelles Kurzpassspiel auf dem unebenen Untergrund nicht aufziehen", meinte Tura-Coach Werner Rank. "Wir wollten das bekannt gute Offensivspiel Untermünkheims von Anfang an unterbinden", sagte Spvgg-Trainer Matteo Battista. "Das ist uns gut gelungen."

Dementsprechend überschaubar war die Anzahl an Chancen. In der 6. Minute bekam Ludwigsburgs George Berberoglu den Ball nicht an Tura-Torwart Benjamin Gorzawski vorbei. Sein Mannschaftskamerad mit der Nummer 20, Ali Cetin, hatte in der 39. Minute das gleiche Problem. Für Untermünkheim konnte nur Sebastian Mechnik durch einen 30-Meter-Freistoß so etwas wie eine Chance herausarbeiten. Ansonsten war vor allem Turas Offensivabteilung von einigen Totalausfällen betroffen: Steffen Söllner war zwar oft auf dem Flügel frei, wurde aber nie angespielt. Visar Rushiti fiel mehr durch verlorene Zweikämpfe inklusive sich meist anschließender lautstarker Diskussion mit seinen Mitspielern auf.

In Durchgang zwei wurde es tatsächlich etwas besser. Zuerst durfte der Tura in der 48. Minute zum ersten Mal in diesem Spiel schön kombinieren und kam prompt zu einer Doppelchance. Aber Adam Wilczynski und Visar Rushiti scheiterten am Torwart und an einem der vielen Abwehrbeine, die sich ihren Schüssen in den Weg stellten. Aus dem kurzen Aufflammen der Klasse des Tura wurde allerdings kein Feuerwerk, sondern nur ein Strohfeuer. Bereits in der 51. Minute war wieder Ludwigsburg an der Reihe. Zwar schaffte Ali Cetin noch nicht die Führung für die Gäste, doch vier Minuten später war es soweit: Soner Celen zog aus 20 Metern ab. Gorzawski konnte den Schuss noch an die Latte lenken. Doch von dort sprang er direkt Marcel Willberg vor die Füße, der aus sieben Metern einschob. Viele Chancen auf den Ausgleich hatte Untermünkheim nicht mehr. Wenigstens war das Bemühen zu sehen. In der 88. Minute lag der Ball nach einem Einwurf und anschließendem Getümmel im Spvgg-Strafraum auch im Tor - aber die Schiedsrichterin Ülfet Car hatte davor ein Foul gesehen und gab den Treffer nicht. Es wäre an diesem Frühlingssamstag auch nicht gerecht gewesen, der Tura hatte für seine schlechte Leistung keinen Punkt verdient. Aber statt übers Wetter redeten viele der Zuschauer auf dem Heimweg dann über diese letzte Szene.