"Diese Partie hat keinen Sieger verdient." Mit diesen Worten fasste der Crailsheimer Coach Oliver Schwerin das Spiel zusammen.

Tatsächlich taten sich die Crailsheimer mit den aggressiven Ludwigsburgern lange Zeit schwer. Zwar versuchten die Gastgeber früh das Spiel zu kontrollieren, was auch die hoch stehende Viererkette zeigte. Dennoch konnten sie den Ludwigsburgern nie wirklich gefährlich werden, aufgrund zu vieler Fehlpässe im Aufbauspiel.

Die Gäste und ihre rund 20 mitgereisten Fans hingegen lauerten auf Kontermöglichkeiten. Bereits nach einer guten Viertelstunde hätten sie in Führung gehen können, als Stürmer Ümit Genc nach einer Flanke nur knapp am Ball vorbeigrätschte. Auf der Gegenseite gelang Crailsheim fast der Führungstreffer, doch Tobias Hertfelder köpfte nach einem Eckball am leeren Tor vorbei. Bereits in der Anfangsphase der Partie zeichnete sich ab, dass dieses Spiel nur mit Kampf gewonnen werden könnte. So verhinderten zahlreiche Fouls auf beiden Seiten wiederholt, dass ein Spielfluss entstehen konnte. Das zeigt auch die Kartenstatistik: Gleich fünf Crailsheimer und vier Ludwigsburger sahen im Laufe des Spiels die Gelbe Karte. Gegen Ende der ersten Halbzeit ließen die Fehlpässe auf Seiten des TSV nach und die Gastgeber wurden zur spielbestimmenden Mannschaft. In die Kabinen zur Halbzeitpause ging es trotzdem torlos.

Nach dem Seitenwechsel gelang es den Ludwigsburgern, das Spiel wieder ausgeglichener zu gestalten. Die gewonnene Ballsicherheit gegen Ende der ersten Hälfte ließ Crailsheim nun vermissen. Nicht zuletzt einem starken Thomas Weiß im Crailsheimer Tor war es zu verdanken, dass die "Horaffen" nicht in Rückstand gerieten.

Im Spiel nach vorne tat sich der TSV sichtlich schwer. Sinnbildlich ist es daher, dass der Siegtreffer in der 80. Spielminute nach einer Standardsituation fiel: Die Ludwigsburger schafften es nicht, einen Eckball zu klären. Die Unordnung im Strafraum nutzte Hannes Wolf und erzielte den 1:0-Endstand per Kopf.

Die Unsicherheiten im Crailsheimer Aufbauspiel erklärte sich Oliver Schwerin nach Spielende mit den vorangegangenen Niederlagen: "Wir hatten heute nicht das gewohnte Selbstvertrauen, deshalb haben wir uns so schwergetan." Dass sein Team über weite Strecken trotzdem so hoch stand, sei "normal. Wir ändern wegen zwei Rückschlägen unsere Spielweise nicht. Dazu ist das Team zu gut und auch zu clever." Trotz der aussichtsreichen Tabellensituation möchte man in Crailsheim nicht an den Aufstieg denken: "Unser Ziel war noch nie, aufzusteigen. Wir haben eine sehr junge und unerfahrene Truppe, deshalb möchten wir uns nur von Spiel zu Spiel weiterentwickeln."

TSV Crailsheim - Ludwigsburg 1:0 (0:0)

Torfolge: 1:0 Hannes Wolf (80.)

TSV Crailsheim: Weiß, Hertfelder (46. Ilgenfritz), Blümel, König, Wappler, Sipahi, Wolf, Messner, Hossner, Öztürk (82. Rümmele), Hopf (65. Hüttl)