Gailenkirchen / Viktor Taschner  Uhr

Zehn Minuten lang müssen sie noch ausharren. Die Spieler und Betreuer des SV Gailenkirchen schauen auf ihre Handys. Der SVG hat mit einem 8:2 gegen den Tura II sein Soll erfüllt. Falls Tüngental gegen Michelbach/Bilz mindesten Unentschieden spielt, ist Gailenkirchen Meister.

Dann die Nachricht: Das andere Spiel ist aus, Tüngental hat 4:3 gewonnen. Das Bier und der Sekt spritzen, Spieler und Fans hüpfen vor Freude, zwei rote Leuchtfackeln werden gezündet. Abteilungsleiter Michael Wülk und Trainer Roland Beck bleiben von den obligatorischen Bierduschen nicht verschont.

„Der Verein ist vor 70 Jahren gegründet worden. Besser hätte man das Drehbuch nicht schreiben können“, freut sich Wülk. „Wir haben es uns zwar gewünscht, dass wir heute Meister werden, aber es nicht gedacht. Deswegen haben wir auch keine Feier vorbereitet. Wir feiern einfach spontan“, erzählt der Abteilungsleiter.

Für Trainer Roland Beck ist es der perfekte Abschied. Nach 3,5 Jahren hört er als Meister auf. „Es ist eine geile Truppe ohne Grüppenbildung.“ Unter seiner Führung hat sich das Team kontinuierlich gesteigert: Rang 8, Rang 6, Rang 4 und nun Rang 1.

Seit 1992 in Kreisliga B

Der Knackpunkt sei laut Beck das spielfreie Wochenende des SVG am 18. Mai gewesen. „Da hat Neuhütten in Michelbach gewonnen. Ab da hatten wir es in der eigenen Hand, nachdem wir zum Beispiel an Ostern Punkte liegen gelassen haben.“ Nun sei die Erleichterung groß. „Es ist nicht einfach, immer gewinnen zu müssen, um Erster zu werden. In der neuen Saison kann das Team dann befreit aufspielen.“ Dann spielt Gailenkirchen in der Kreisliga A – zum ersten Mal nach 27 Jahren. „Wir sind 1990 in die A-Klasse aufgestiegen und 1992 wieder abgestiegen. Seitdem waren wir in der B-Liga“, erinnert sich Wülk.