Der Spieler, ein Deutscher türkischer Abstammung, fühlt sich in rassistischer Weise angegriffen. Er verlässt das Training.

Erkan Kilic erfährt von dem Vorfall. Er ist einer von drei Hauptsponsoren des Fußball-Verbandsligisten. Der Unternehmer hat sich dazu verpflichtet, den Sportfreunden drei Jahre lang jeweils einen fünfstelligen Betrag zur Verfügung zu stellen. Schadensservice an Gebäuden ist das Metier von Erkan Kilics Unternehmen. Jetzt aber erwartet er von den Sportfreunden, dass der Schaden behoben wird, der auf dem Trainingsplatz entstanden ist. "Wir werden unser (. . .) Geld nicht in einen Verein stecken, in dem rassistische Äußerungen geduldet werden", schreibt Kilic an die Redaktion. Und weiter: "Wir erwarten, dass sich der Verein und der Trainer konsequent gegen Rassismus positionieren."

Sportfreunde-Trainer Thorsten Schift sowie Vereinsvorstand Jürgen Lechner können die Wucht der Vorwürfe nicht verstehen. Im Verein würden rassistische Beleidigungen keinesfalls toleriert. Das hätten sie noch am Dienstag der Mannschaft gegenüber unmissverständlich klargemacht. Ohne Umschweife räumen sie ein, dass das Schimpfwort gefallen ist - im Eifer einer Trainingssituation, wie sie vermuten. Rassismus und Fremdenhass innerhalb des Vereins oder der Mannschaft weisen sie weit von den Sportfreunden. Die Realität spreche eine andere Sprache: In der Verbandsliga-Mannschaft stehen einige Spieler mit Migrationshintergrund. Gebe es bei den Sportfreunden Fremdenhass, hätte sich die Mannschaft in den zurückliegenden Jahren nicht so gut entwickeln können. Derzeit spielt sie um den Aufstieg in die Oberliga. Akteure mit ausländischen Wurzeln gehörten und gehören zu den Leistungsträgern.

Trainer Schift habe seine Mannschaft am Dienstag nach der Auseinandersetzung versammelt. "Dabei habe ich mehr als deutlich Stellung genommen", so Schift. Dies bestätigt Vorsitzender Jürgen Lechner: "Thorsten Schift hat das komplett vorbildlich gemacht." Für das deutliche Statement Schifts gebe es rund 20 Zeugen.

Der Spieler, den die Schmähung traf, will den Vorfall nicht als Lappalie abtun. "Ich bin tief enttäuscht. Ich will, dass das Konsequenzen hat." Hat er schon zuvor fremdenfeindliche Äußerungen bezogen auf seine Person im sportlichen Umfeld wahrgenommen? "Man macht immer wieder Späße, aber man weiß, dass es Späße sind. Doch das war anders." So extrem wie an diesem Dienstagabend habe ihn eine beleidigende Aussage noch nie getroffen, sagt der 23-Jährige.

"Ja, es ist laut geworden. Doch dass mir Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nachgesagt wird, kann ich nicht nachvollziehen", sagt der Spieler, der sich jetzt den Rassismus-Vorwürfen gegenübersieht. "Wir sind aneinander hochgegangen", sagt der 26-Jährige, der vorläufig suspendiert ist.