Oechsner tippt auf Titel für Deutschland

Hubert Oechsner Archivfoto: Badal
Hubert Oechsner Archivfoto: Badal
RALF MANGOLD 11.07.2013

Nachdem gestern das Eröffnungsspiel war, steigen heute um 20.30 Uhr die deutschen Fußballerinnen mit der Partie gegen die Niederlande in die Frauenfußball-Europameisterschaft in Schweden ein. Das peinliche Scheitern der Deutschen im Viertelfinale bei der Heim-WM scheint vergessen, mit vielen neuen jungen Kräften versuchen die Nationalspielerinnen nun ihren Titel zu verteidigen und zum sechsten Mal in Folge Europameister zu werden.

"Erst war ich skeptisch nach der Absagenflut wegen Verletzungen im Vorfeld der EM. Doch ich habe die deutsche Nationalmannschaft bei ihrem Sieg im letzten Testspiel gegen Weltmeister Japan in München live gesehen, und das hat mich restlos begeistert", ist Hubert Oechsner, Teammanager des Zweitligisten TSV Crailsheim, davon überzeugt, dass Deutschland seinen Titel verteidigen kann. "Die Verjüngung hat der Truppe gut getan, die Mädchen sind hoch motiviert."

Gegen den Außenseiter aus den Niederlanden sollte ein Sieg gelingen, "und wenn unser Team gut in das Turnier startet, traue ich ihm auch den Titel zu". Am höchsten schätzt Oechsner neben den Deutschen das Gastgeberteam Schweden ein. Doch auch Frankreich und England haben in den letzten Jahren im Frauenfußball große Fortschritte zu verzeichnen.

Einige der Nationalspielerinnen sind mit ihren Teams übrigens auch schon in Crailsheim aufgelaufen. "Anja Mittag hat damals bei unserem großen Jugendturnier für Erzgebirge Aue gespielt und wurde bei den B-Juniorinnen zur besten Spielerin gekürt", erinnert sich Oechsner. Auch Torfrau Nadine Angerer war bei einem Testspiel für ihren damaligen Verein Wacker München schon einmal in Crailsheim. "Sie hat damals übrigens noch als Feldspielerin agiert - und das kann sie auch ganz gut."

Sogar Bundestrainerin Silvia Neid kickte schon in der Crailsheimer Großsporthalle und wurde damals beim internationalen Turnier zur besten Spielerin gekürt.

"Die Weltmeisterschaft im eigenen Land hat dem Frauenfußball mehr geschadet als genutzt", lautet Oechsners Resümee zwei Jahre danach. "Anfangs gab es zwar mehr Zuschauer, aber jetzt sind wir wieder auf dem gleichen Niveau wie zuvor." Eine solche Entwicklung hatte er allerdings schon im Vorfeld der WM befürchtet. "Der Hype und der Druck waren einfach viel zu groß. Und dann haben unsere Frauen auch noch schlecht gespielt und sind im Viertelfinale ausgeschieden. Viele Zuschauer und auch Sponsoren haben dann schnell das Interesse am Frauenfußball wieder verloren."

Von der neuen Generation an jungen Spielerinnen erhofft sich Oechsner nun einen kleineren, dafür aber nachhaltigeren Aufschwung, den sie mit erfrischendem Offensivfußball auslösen kann.

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