Fußball Nullachter holen Hoffenheimer Ex-Profi Tobias Weis

Tobias Weis bei der Vorstellung in Bissingen.
Tobias Weis bei der Vorstellung in Bissingen. © Foto: Martin Kalb
Andreas Eberle 13.01.2018
Tobias Weis unterschreibt beim Oberligisten FSV 08 Bissingen einen Vertrag bis Sommer 2020.

Pünktlich zum Auftakt der Vorbereitung wartet der FSV 08 Bissingen mit einer spektakulären Verpflichtung auf: Der Vizemeister der Fußball-Oberliga stellte Tobias Weis (32) als Neuzugang vor. Der langjährige Bundesliga-Profi unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2020. „Das ist für uns ein Quantensprung und eine Sensation“, kommentierte Steffen Vahldiek, Vorstand Herren und Finanzen, den Transfercoup.

Weis selbst hat mit seinem neuen Klub in den nächsten zweieinhalb Jahren Großes vor. „Mein persönliches Ziel ist es, mit Bissingen in die Regionalliga aufzusteigen. Ich brenne noch immer für den Fußball. Sonst wäre ich nicht hier.“ Ähnlich sieht es offenbar seine schwangere Frau Derya. „Sie hat zu mir gesagt: ‚Du gehörst auf den Fußballplatz – und dass es für mich noch zu früh sei, um aufzuhören“.

Durchbruch mit Hoffenheim

Der Mittelfeldspieler hat eine bewegte Karriere hinter sich. Er begann beim SC Bibersfeld mit dem Fußballspielen, wechselte zu den Sportfreunden Schwäbisch Hall. Von dort ging es zum VfB Stuttgart. Im Jahr 2007 wechselte er zum Zweitligisten Hoffenheim, bei dem ihm der sportliche Durchbruch gelang. Weis gehörte zu dem Team, das unter Trainer Ralf Rangnick in die Bundesliga stürmte und dort Herbstmeister wurde. 118 Partien bestritt er für die Kraichgauer, ehe er in Ungnade fiel und in die berühmt gewordene „Trainingsgruppe 2“ verbannt wurde. Weitere Profistationen waren Eintracht Frankfurt und Bochum. Insgesamt kam Weis auf 128 Einsätze in der ersten und zweiten Bundesliga. Sogar ein Länderspiel steht in seiner Vita.

Weis wollte im vergangenen Sommer für drei Jahre zum FC Homburg wechseln. Doch der Kontrakt galt nur für die Regionalliga und war nach dem Abstieg der Saarländer hinfällig. Anschließend hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass er wieder bei den Sportfreunden auflaufen könnte. Tatsächlich gab es Gespräche, aber es kam zu keiner Einigung. Weis hielt sich privat fit. Zudem zog es ihn in die Gastronomie. In Ludwigsburg machte er mit Geschäftspartnern ein Lokal auf, das sich auf die  Pizza-Variante „Pinsa“ spezialisiert hat. In Würzburg gibt es ein zweites Restaurant, zwei weitere sind in Stuttgart und Pforzheim geplant. „Ich werde auch künftig noch in der Küche stehen, nur vielleicht einen Tick weniger“, sagte Weis.

„Ich will hier Verantwortung übernehmen und vor allem auch den jungen Spielern helfen. Dafür lege ich gerne auch Extraschichten ein“, sagt der Routinier, der nach eigenem Bekunden auch die eine oder andere Anfrage aus der dritten Liga und Regionalliga gehabt hat.