Jugendfußball Negative Entwicklung mit vielen Urteilen

Bitzfeld / Ralf Mangold 18.07.2018
Gut besucht war der Staffeltag der Bezirks-, Leistungs- und Kreisstaffeln des Bezirks Hohenlohe.

Richtig in Rage redete sich Bezirksjugendleiter Niko Schwarz bei seiner Rede im Rahmen des Bezirksjugendstaffeltags. „Es gab viel zu viele Sportgerichtsurteile in der vergangenen Runde“, ärgerte er sich über das Verhalten vor allem der Menschen am Rande des Fußballfeldes. Ansprechen will er dabei insbesondere die Trainer, Verantwortlichen und Eltern, die ihre Vorbildfunktion beachten sollten. Zwei Vereine wurden zur Teilnahme an einem Gewaltpräventionsseminar verpflichtet. „So geht es nicht weiter, da machen wir unseren Sport kaputt“, findet Schwarz deutliche Worte an die rund 80 Vereinsvertreter in der Bitzfelder Sporthalle. Die Urteile reichen von verbalen Attacken bis zu Handgreiflichkeiten.

„Da sind nun die Jugendleiter gefordert. Wer Hilfestellungen bei Problemen innerhalb des Vereins benötigt, für den sind wir jederzeit da.“ Ein guter Ansatz dafür sei der Jugenddialog, der zuletzt in Gaisbach sehr gut angenommen wurde und im Herbst erneut angeboten wird.

Immer flexibler wird der Jugendspielbetrieb, so steigt die Nachfrage nach dem „Flexi-Modell“ mit elf oder neun Spielern stetig. Auch werden Wünsche der Vereine nach Spielverlegungen möglichst erfüllt. „Allerdings sollte man dies vorher mit dem gegnerischen Team absprechen und rechtzeitig beantragen“, betont Schwarz, der seit Mitte Mai auch im WFV-Verbandsjugendausschuss als Sprecher der Bezirksjugendleiter mitwirkt. Was allerdings gar nicht zu dulden sei, sind die vielen Nichtantritte, die sich in der vergangenen Saison gehäuft haben.

Äußerst schwierig gestaltete sich die Suche nach neuen Staffelleitern, „auf unseren Internet­aufruf gab es keinerlei Resonanz“. Dennoch konnte er mit Olaf Franke und Andreas Leitner zumindest zwei neue Gesichter präsentieren. „Wir suchen aber noch einen U-25-Vertreter, der die Interessen der aktiven Spieler im Bezirksjugendausschuss vertritt.“ Gebraucht werden auch dringend immer noch neue Schiedsrichter, der nächste Neulingskurs startet am 8. Oktober in Waldenburg.

Gefreut hat sich Schwarz da­rüber, dass mit dem TSV Ilshofen (A-Junioren) und den C-Junioren des FSV Hollenbach zwei Teams den Aufstieg in überbezirkliche Ligen geschafft haben. Allerdings sind die B-Junioren der TSG Öhringen aus der Verbandsstaffel gleich wieder abgestiegen, sodass der Fußballbezirk Hohenlohe aber immerhin mit fünf Teams in überbezirklichen Ligen vertreten sein wird.

Kommt die Bezirksoberliga?

Der nächste „Tag des Talents“ ist am 6. April 2019 in Braunsbach. Auch Talente, die noch nicht gesichtet wurden, können zur Nachsichtung mit den DFB-Stützpunkten Kontakt aufnehmen. Wichtig sei es zudem, dass Mädchen, die bei den Jungs kicken, die Chance von den Vereinen bekommen, beim „Tag des Mädchenfußballs“ dabei zu sein. „Gebt diese Info unbedingt an eure Jugendtrainer weiter“, forderte Mädchenreferentin Beate Schwarz.

Der stellvertretende Bezirksjugendleiter Daniel Limbacher stellte das neue „1-3-9“-Modell vor, für das es schon in der übernächsten Runde mit der Qualifikation zur Bezirksoberliga – bei einem entsprechenden Verbandsbeschluss – losgehen könnte. Diese Liga würden dann die Fußballbezirke aus Hohenlohe und Unterland gemeinsam betreiben. Die darunterliegende Leistungsstaffel könnte über Bezirksgrenzen hinweg zusammengestellt werden. „Das kommt auf jeden Fall, nur wann ist noch offen.“

Die silberne WFV-Verdienstmedaille erhielten die scheidenden Verbandsmitarbeiter Wolfram Fischer und Michael Hecker als Anerkennung für ihre langjährige Mitarbeit als Jugendstaffelleiter im Bezirk.

Info

Die Berichte der Jugendstaffelleiter über die vergangene Runde kann man online unter www.wuerttfv.de unter der Rubrik Hohenlohe/Aktuelles nachlesen.

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