Bundesliga-Cup Mitfühlende Trainer

Beatboxer Jan-Erik Höbel bei seinem Auftritt während der Players Night.
Beatboxer Jan-Erik Höbel bei seinem Auftritt während der Players Night. © Foto: ruf
Schwäbisch Hall / ruf/tav 24.07.2018
Beim Sparkassen-Bundesliga-Cup dreht es sich nicht nur um Fußball. Die kleinen und größeren Nebengeschichten, zusammengetragen von Hartmut Ruffer und Viktor Taschner

Axel Maas hat im übertragenen Sinn zum zweiten Mal den Pokal gewonnen. Der ehemalige Abteilungsleiter der Schwäbisch Haller Sportfreunde war diesmal als Teambetreuer von Werder Bremen eingesetzt. Als er sich vor einigen Jahren um Mönchengladbach kümmerte, holte die Borussia den Cup, diesmal Werder. Das Endspiel (Bremen gegen Eintracht  Frankfurt) hatte Axel Maas nach dem zweiten Tag richtig prognostiziert. Nach dem Sieg im Elfmeterschießen freute er sich. „Diese Jungs haben sich das verdient. Nicht nur, weil sie gute Kicker sind. Sie sind so angenehm, so diszipliniert. Nach dem Essen im Sportpark haben sie ein Sonderlob erhalten, weil sie ihre Tische picobello hinterlassen haben.“

Norbert Elgert ist bei Schalke 04 eine Institution. Seit mehr als 20 Jahren ist er, mit einer kurzen Unterbrechung, für die A-Junioren verantwortlich. Trotz aller Härte, die das Geschäft im Profinachwuchs mit sich bringt, zeigte Elgert auch in Hall, warum er bei den Jugendlichen so anerkannt ist. Als sich Andriko Smolinski im Gruppenspiel gegen Bremen schwer an der Schulter verletzte, nahm Elgert den weinenden 18-Jährigen schon auf dem Spielfeld lange in den Arm. Der Trainer wich seinem Schützling, der starke Schmerzen hatte, nicht von der Seite, bis der Krankenwagen da war. Die Untersuchung im Diak war für Smolinkski, der als Führungsspieler gilt, niederschmetternd. Alle Bänder in der Schulter waren gerissen. Bereits gestern sollte er in Gelsenkirchen operiert werden.

Bei der Players Night ist es Tradition, dass Verantwortliche der Teams ein paar Worte an die Organisatoren richten. Manches Mal war Witziges dabei. Diesmal sorgte Günter Blendinger, 2. Vorsitzender der Sportfreunde, für die meisten Lacher. Er machte aus seiner Sympathie für den VfB Stuttgart keinen Hehl, „auch weil Nico Willig und ich aus der gleichen Stadt stammen“. VfB-Trainer Willig und Blendinger kommen aus Balingen. Nach einer herzlichen Umarmung schickte Blendinger noch ein „Also Jungs, lasst es morgen krachen!“ an die Stuttgarter U 19 hinterher. Emotional bedankte sich Frankfurts Trainer Tomislav Stipic, der zum ersten Mal beim Bundesliga-Cup in Schwäbisch Hall war, für die Arbeit der Organisatoren und Ehrenamtlichen. Ein Wort wie „anrührend“ hört man selten von einem Fußballcoach.

Danach sorgte Jan-Erik Höbel vor allem bei den älteren Semestern der Players Night für Entgeisterung, während die U-19-Kicker interessiert dreinblickten. Sie kannten den Begriff „Beatboxer“ sehr gut. Höbel imitierte mit seinem Mund täuschend echt Schlagzeugrhythmen mit Rapeinlagen.

Wann wollt Ihr eigentlich nach Hause kommen?“ fragte Mitorganisator Thorsten Schift mit einem breiten Grinsen den Trainer des Siegerteams Marco Grote. Der Bremer verzichtete auf eine gesprochene Antwort, lachte und zuckte nur mit den Achseln. Angesichts des überraschenden Sieges war die verspätete Heimkehr nachrangig. Wegen der vielen Elfmeterschießen hatte das Finale mit mehr als einer halben Stunde Verspätung begonnen.

Liebe lag am Freitagabend in der Luft. Beim traditionellen Trainer­abend im Hotel Hohenlohe machte der langjährige Sportfreunde-­Schiedsrichter Helmut Rup seiner Partnerin Gerlinde einen Heiratsantrag. „Ja, sie hat ihn angenommen“, bekräftigte Rup Augenblicke danach, weil ihre Antwort akustisch unterging. Der herzliche Applaus und die Glückwünschen waren dann unüberhörbar. Rup, der auch Vorsitzender des FC-Bayern-Fanclubs „Neiastoa“ in Öhringen ist, hatte aber auch eine Überraschung für den Mentalisten Harry Sher dabei. Der Magier wurde von Rup zum Ehrenmitglied des Fanclubs ernannt. Zuvor zeigte Sher, wie auch bei der Players Night, seine Tricks. Große Augen und offene Münder waren die Folge. Auf besonderen Wunsch von Mitorganisator Thorsten Schift führte Harry Sher am Freitag wieder ein Kunststück auf, das er bei seinem ersten Besuch des Bundesliga-Cups vor mehr als zehn Jahren im Repertoire hatte. Noch lange werden sich die Trainer und Betreuer der Mannschaften fragen, wie fünf alte Fünf-DM-Stücke von Shers Hand einzeln nacheinander in die geschlossene Hand der verblüfften Gäste gewandert sind.

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