Justiz Mit fremden Bankdaten auf Einkaufstour

Gaildorf / Eleonore Heydel 23.06.2018

Mit gestohlenen Daten, die er sich über eine kriminelle Internetseite beschafft hatte, hat ein 27-jähriger Arbeiter im vergangenen Jahr umfangreichen Betrug begangen. Unter Angabe von fremden E-Mail-Adressen und Bankdaten ließ er sich Waren verschiedener Art nach Unterrot liefern. Die Namen der Empfänger dachte er sich größtenteils aus. Die Adresse aber war seine eigene.

In der Verhandlung vor dem Haller Amtsgericht räumte der Mann die Vorwürfe ein. Er habe die unehrlichen Bestellungen selbst getätigt und eine Reihe von Gegenständen bekommen. Allerdings sei nicht alles ausgeliefert worden. Der Arbeiter erklärte, er habe einige Waren selbst behalten, zum Beispiel ein Topfset. Anderes habe er verkauft oder gegen Marihuana und Amphetamin eingetauscht. Für ein Heimkino-System habe er beispielsweise 15 Gramm Marihuana und 15 Gramm Amphetamin bekommen, für eine Smartwatch etwas weniger. Der anderweitig vorbestrafte Angeklagte gab auch zu, eine Frau aus dem eigenen Wohnhaus betrogen und ihre Post abgefangen zu haben. Auf den Namen dieser Mitbewohnerin schloss er bei „1&1“ einen Handyvertrag ab. Auch den Diebstahl eines wertvollen Mountainbikes in Gaildorf im Jahr 2016 räumte er ein.

Das Gericht verhängte eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die unter mehreren Auflagen zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dass der Angeklagte auf freiem Fuß bleiben kann, hat er seiner ehrlich wirkenden Einsicht zu verdanken. Er erklärte sich bereit, eine Suchtbehandlung zu beginnen.

Vor einiger Zeit ist er aus Unterrot weggezogen. Vor Gericht sagte er, ihn habe eine Maßnahme des Jugendamts sehr getroffen. Ihm und seiner Lebensgefährtin seien im Vorjahr die beiden kleinen Kinder für zwei Monate weggenommen worden. Hintergrund: Das Jugendamt war eingeschritten, nachdem bei einer Durchsuchung Marihuana und eine Cannabis-Pflanze gefunden worden waren. Inzwischen leben die Kinder wieder bei ihren Eltern.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel