Frauenfußball Mit blauem Auge davongekommen

Ende gut – alles gut! Die Crailsheimer Fußballfrauen haben den Klassenerhalt in der Regionalliga in trockene Tücher gebracht.
Ende gut – alles gut! Die Crailsheimer Fußballfrauen haben den Klassenerhalt in der Regionalliga in trockene Tücher gebracht. © Foto: Ric Badal
Crailsheim / Klaus Helmstetter 16.05.2018
Crailsheims Frauenfußballchef Günther Herz freut sich über den Klassenerhalt der Ersten und der B-Juniorinnen. Für die Zukunft zeigt er sich optimistisch.

Wir haben es gerade noch einmal geschafft“, freute sich Günther Herz. Und dem Abteilungsleiter war deutlich anzumerken, dass ihm ein Stein vom Herzen gefallen ist. „Aber ich bin sehr optimistisch, dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen werden!“ Die Fußballfrauen des TSV Crailsheim haben nach einer schwierigen Saison den Klassenerhalt in der Regionalliga Süd geschafft. Nach der Nullnummer im Derby gegen Weinberg steht ein neunter Platz in der Endabrechnung zu Buche.

Dünner Teamkader

„Ein dünner Kader und Verletzungen wichtiger und erfahrener Spielerinnen wie Lisa Wich, unserer quasi einzigen Stürmerin, oder Simone Klenk“, macht Herz, der sich seit April vergangenen Jahres federführend um die Belange der Crailsheimer Fußballfrauen kümmert, als gravierende Gründe für die nicht einfache Vorrunde aus.

„Wir hatten ohnehin einen kleinen Kader, wenn dann noch wichtige Spielerinnen fehlen, fällt das doppelt ins Gewicht“, zeigt der Abteilungschef auf. „Andererseits könnte man von einem Team mit Zweitliga- und teilweiser Erstligaerfahrung auch mehr erwarten.“ Wenn man dann aber mal tief drinnen steckt im Tabellenkeller, greifen oft auch bekannte Fußballmechanismen und „man bekommt in der Schlussphase der Spiele Gegentore, die man sonst vielleicht nicht bekommen würde. Hat man kaum Wechselmöglichkeiten, ist es letztlich auch müßig, ob es an Kondition oder Konzentration liegt“, so Herz weiter. „Als Saisonziel haben wir ausgerufen, mehr Spiele zu gewinnen als zu verlieren. Das haben wir auch nicht geschafft.“ Letztlich aber auch ein Muster ohne Wert, denn was sportlich zählt, ist der Klassenerhalt und damit eine weitere Saison in der Regionalliga (dritthöchste Klasse).

Trainerwechsel

Für einen wichtigen psychologischen Faktor hält Herz den Trainerwechsel. Wulf Saur hat Anfang März in dieser Funktion aufgehört. Ein Trio bestehend aus Claudia Nußelt, Edgar Klärle und Marco Schmitt übernahm seinerzeit das Zepter – „und die B-Juniorinnen sind verstärkt in der ersten Mannschaft mit eingestiegen und haben den Karren mit aus dem Dreck gezogen. Schließlich haben wir die viertbeste Rück­rundenbilanz erzielt.“

Womöglich, räumt der Abteilungschef ein, habe man die Liga auch ein wenig unterschätzt. „Wenn man sieht, dass Schlusslicht Würzburg ohne Auswechselspieler am letzten Spieltag gegen Meister Frankfurt 1:0 geführt hat ... Die Klasse war sehr ausgeglichen. Fast konnte jeder gegen jeden gewinnen.“

Zwischenzeitlich, bekennt Günther Herz ohne Umschweife, hatte er durchaus schon mal die ein oder andere schlaflose Nacht. „Nicht gerade Panik, aber dennoch Überlegungen, ob und wie das Ganze funktionieren könne“, hätten ihn umgetrieben.

Weichenstellung für Zukunft

Doch von Ausruhen kann keine Rede sein, denn nach der Saison ist vor der Saison. Was den Abteilungsleiter positiv stimmt: Sieben von neun Spielerinnen, die der B-Junioren-Zeit entwachsen und „in puncto Leistung das Zeug haben, höherklassig zu spielen“, haben für die erste Mannschaft zugesagt. „Mit den zwei verbliebenen werde ich noch sprechen. Unser Hauptbestreben war und ist, auf Basis der Jugendarbeit ein schlagkräftiges Team zu bauen.“

An der Seitenlinie soll weiterhin ein Trio das Sagen haben. Claudia Nußelt hat signalisiert, im Coachingteam allenfalls noch aushelfen zu wollen. Edgar Klärle und Marco Schmitt bleiben an Bord – der/die Dritte im Bunde steht noch nicht fest.

Etwas mehr Bauchweh als dieser Aspekt verursacht ein noch vorherrschendes Loch im Budget. Im Grundsatz ist Herz aber guter Dinge, das zeitnah stopfen zu können. Dafür soll der Förderverein ausgebaut werden und der Abteilungschef will „an den nächsten Wochenenden selber auf dem Marktplatz“ tatkräftig die Werbetrommel für die kickenden Amazonen rühren und finanzielle Ressourcen akquirieren.