Blaufelden Mart Ristl - Vom Bolzplatz ins U16-Nationalteam

Mart Ristl auf "seinem" Bolzplatz in Blaufelden am Waldrand, auf dem er früher fast jeden Tag mit den Kumpels gekickt hat, nur ein paar Hundert Meter vom Haus seiner Eltern entfernt. Foto: Daniel Stahl
Mart Ristl auf "seinem" Bolzplatz in Blaufelden am Waldrand, auf dem er früher fast jeden Tag mit den Kumpels gekickt hat, nur ein paar Hundert Meter vom Haus seiner Eltern entfernt. Foto: Daniel Stahl
Blaufelden / SWP 04.01.2012
Von seinem Elternhaus in Blaufelden aus kann Mart Ristl ein Tor auf seinem alten Bolzplatz sehen. Früher ist er fast jeden Tag die zwei Minuten über die Äcker bis zu dem Platz am Waldrand gedribbelt, um den ganzen Mittag mit den Jungs aus der Nachbarschaft zu bolzen.

Von seinem Elternhaus in Blaufelden aus kann Mart Ristl ein Tor auf seinem alten Bolzplatz sehen. Früher ist er fast jeden Tag die zwei Minuten über die Äcker bis zu dem Platz am Waldrand gedribbelt, um den ganzen Mittag mit den Jungs aus der Nachbarschaft zu bolzen. Das Gefälle zwischen den beiden Toren hat keinen gestört, Hauptsache der Ball rollt. Und wenn die Äpfel reif waren, haben die Jungs in der Halbzeit einen Snack am Spielfeldrand gepflückt. "Wir waren immer um die zehn Leute", erinnert Mart Ristl. "Das war toll."

Heute kommt der 15-Jährige nur noch selten vorbei. Meistens ist er mit Training beim VfB Stuttgart und Lehrgängen mit der DFB-Auswahl ausgelastet. Mart Ristl ist eines der derzeit interessantesten Hohenloher Fußballtalente. 2011 hat er sich einen Platz in der U16-Nationalmannschaft gesichert. In einigen Tagen fährt er mit den deutschen Nachwuchskickern ins Trainingslager nach La Manga in Spanien.

"Grundsätzlich war das Jahr 2011 überragend", betont Mart Ristl. Mit seiner Mannschaft beim VfB Stuttgart gewann er die Meisterschaft in der Oberliga der B-Junioren. "Und ich denke, dass ich als Führungsspieler meinen Teil dazu beigetragen habe", meint er. Mart Ristl spielt als Sechser. "Das zentrale Mittelfeld ist meine Position, ich übersehe alles und kann mit Pässen gestalten." Der junge Fußballer übernimmt gerne Verantwortung auf dem Platz, lobt andere und feuert an. "Das ist meine Art auf dem Feld", sagt er.

Das gefällt anscheinend auch den Trainern der U16-Nationalmannschaft. Eine Länderspielreise mit der DFB-Auswahl Ende November nach Zypern war für Ristl der Höhepunkt des vergangenen Fußballjahres. "Die Länderspiele haben alles getoppt. Ich habe die Wimpel davon alle in meinem Zimmer hängen." Zypern war nicht der erste internationale Einsatz für das Hohenloher Talent. Schon im Oktober trat Ristl in Testspielen für die U16-Auswahl von Trainer Steffen Freund gegen die Ukraine an. Eines der Spiele fand in Würzburg statt. Frühere Klassenkameraden und Kumpels vom Bolzplatz haben zugesehen. "Das gibt einem schon das Gefühl, zu den Besten zu gehören", sagt Ristl und kann ein stolzes Grinsen kaum unterdrücken.

Kurz nach Weihnachten hat Mart Ristl den Bolzplatz in Blaufelden wieder einmal besucht. Gekickt hat er hier länger nicht mehr. Er wohnt im Internat in Stuttgart, um beim VfB trainieren zu können. An den Wochenenden und in den Ferien kommt er aber gerne nach Hause zu seinen Eltern und trifft Freunde. Nur bleibt ihm dazu wenig Zeit.

Doch das stört Mart Ristl im Moment wenig. Er hat ein spannendes Jahr vor sich. Am Montag begann das Training beim VfB Stuttgart. Am heutigen Mittwoch trifft er sich mit den anderen Kickern der U16 in Düsseldorf. Am 6. Januar geht es dann nach Spanien ins Trainingslager, wo sich auch die Profis von Borussia Dortmund vorbereiten. Für Mart Ristl stehen dann in zehn Tagen 28 Trainingseinheiten an: "Ich möchte mich als Fußballer in allen Bereichen noch verbessern. Aber ich mache mir keinen unnötigen Druck." Ein bisschen vielleicht doch. "Ich möchte in La Manga einen guten Eindruck hinterlassen", sagt Mart Ristl. Denn Mitte Februar steht die nächste Länderspielreise für die U16-Nationalmannschaft in Spanien an. "Da möchte ich auf jeden Fall dabei sein." DANIEL STAHL

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