Fußball Die Sportfreunde Hall atmen auf

Maximilian Eiselt (blaues Trikot) stürmt mit dem Ball Richtung Tübinger Tor.
Maximilian Eiselt (blaues Trikot) stürmt mit dem Ball Richtung Tübinger Tor. © Foto: Hartmut Ruffer
Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 13.11.2017
Die Sportfreunde Schwäbisch Hall feiern beim 3:1 gegen Tübingen ihren zweiten Saisonsieg und zeigen dabei auch spielerisch eine gute Leistung.

Die Erleichterung war überall zu spüren, vor allem aber zu sehen. Jeder umarmte jeden, Trainer Petar Kosturkov bekam zudem so viele Schulterklopfer, dass zu befürchten war, dass er am Abend Schmerzen haben würde. Nach drei Niederlagen zu Beginn seiner Amtszeit hatte er mit seinen Sportfreunden das erste Erfolgserlebnis. Und auch, wenn die Haller Letzter bleiben: Der Glaube an sich selbst und vor allem ein Teamgedanke war zu bemerken.

Letzteres ist das, was Hall im Abstiegskampf benötigt. Es war nicht so, dass Hall fehlerfrei spielte. Doch diesmal provozierte ein Fehler nicht einen Folgefehler. Im Gegenteil: Ein Mitspieler bügelte fast immer aus. Ein Beispiel dafür lieferte das Geschehen in der 40. Minute. Ein riesiges Loch im Mittelfeld nutzte Tübingen aus, doch im Strafraum stand noch Steffen Engelhardt, der den Ball gegen zwei TSG-Spieler zurückeroberte. Nur einmal war der Fehler, in diesem Fall ein Stellungsfehler, nicht zu beheben: Als die TSG den Anschlusstreffer erzielte. Kurze Zeit wackelte Hall bedrohlich, doch der Ausgleich fiel nicht und die Sportfreunde fanden ihre Ordnung wieder.

Applaus der Zuschauer

Der größte Unterschied zu früheren Auftritten der Haller war, dass sie Fußball spielten. „Auch spielerisch bin ich mehr als zufrieden, zumal der Boden sehr, sehr tief war“, lobte Trainer Kosturkov. Diese Meinung hatten auch die meisten der rund 300 Zuschauer, die vor allem in der ersten Halbzeit mehrfach Szenenapplaus spendeten. Das lag nicht nur an Serhat Ayvaz, der der auffälligste Akteur war. Er riss sein Team mit. Trotz des Regens und des Schlamms wirkte der Rückkehrer extrem leichtfüßig. Die beiden Tore von ihm, stark herausgespielt, waren ein Beleg dafür. Sein zweiter Treffer sorgte dafür, dass das Selbstvertrauen, zuletzt ein selten gesehener Gast in Schwäbisch Hall, dauerhaft zurückkehrte. Alle elf Akteure schienen nun eine breite Brust zu besitzen. Der Ball lief stark durch die eigenen Reihen, inklusive technisch anspruchsvoller Pässe trotz des seifigen Bodens. Daniel Martin und Adam Wilczynski ackerten im zentralen Mittelfeld, waren auffällige Aktivposten.

Der enorme Einsatz des Teams wurde belohnt. Nach der zehnminütigen Wackelphase holte sich Hall wieder mehr Spielanteile und setzte auf Konter. Einen davon schloss Selcuk Vural nach Vorarbeit von Pascal Hopf zum 3:1 ab. So feierten die Haller ihren zweiten Saisonsieg, der auch höher hätte ausfallen können. Denn die Sportfreunde ließen einige hervorragende Chancen liegen. Das sah auch Tübingens Trainer Michael Frick so, der von einer „verdienten Niederlage“ seines Teams sprach. Hall hat damit einen ersten Schritt getan, mehr noch nicht. Doch jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

So spielten sie

Sportfreunde Schwäbisch Hall –
TSG Tübingen

3:1

Tore: 1:0, 2:0 Serhat Ayvaz (9., 13.), 2:1 Lars Lack (67.), 3:1 Selcuk Vural (84.)
Hall: Yannic Weiss, Joshua Voigt, Steffen Engelhardt, Adam Wilczynski, Daniel Martin (83. Lamar Yarbrough), Pascal Hopf, Gabriel Simion (87. Simon Glück), Ali Gökdemir, Serhat Ayvaz (68. Selcuk Vural, 90.+1 Yannik Hornberger), Visar Mustafa, Maximilian Eiselt
Schiedsrichter: Stefan Jenninger (Adelmannsfelden)