Frauenfußball Knoten ist endlich geplatzt

Die Freude ist nicht zu übersehen: Die Spielerinnen des TSV Crailsheim bejubeln gemeinsam das 1:0 von Simone Klenk (Nummer 9) im Heimspiel gegen Wacker München. Melike Baki (Nummer 21) erzielte später das 2:0.
Die Freude ist nicht zu übersehen: Die Spielerinnen des TSV Crailsheim bejubeln gemeinsam das 1:0 von Simone Klenk (Nummer 9) im Heimspiel gegen Wacker München. Melike Baki (Nummer 21) erzielte später das 2:0. © Foto: Ric Badal
Günther Herz 25.09.2017

Es war ein hartes Stück Arbeit, das die Fußballfrauen des TSV Crailsheim an diesem Wahlsonntag auf dem schönen Rasen des Schönebürgstadions verrichten mussten. Die Münchner wehrten sich wacker gegen die Niederlage und machten ihrem Vereinsnamen alle Ehre. Crailsheim begann das Spiel druckvoll. Man merkte dem Team an, dass es unbedingt den ersten Sieg in dieser Saison erringen wollte. So dauerte es lediglich elf Minuten, bis die Elf von Wulf Saur das Führungstor erzielte. Simone Klenk wurde schön freigespielt und hatte enormen Zug zum Tor. An der Strafraumlinie zog sie vehement ab. Die Münchner Torspielerin war machtlos gegen den platzierten Schuss ins rechte untere Eck.

Die Gelb-Schwarzen blieben weiter am Drücker, jedoch gelang in dieser Drangperiode kein Treffer mehr. Gegen Ende der ersten Halbzeit häuften sich die überhasteten Abspiele zunehmend, und damit brachte sich die Heim­elf immer wieder unnötig selbst in Gefahr. Die Abwehr stand jedoch zu diesem Zeitpunkt noch sicher. Der Gegner hatte vor der Pause kaum Gelegenheit, die zuverlässige TSV-Keeperin Saskia Gieck in größere Schwierigkeiten zu bringen.

Die Gäste kamen nach der Halbzeit präsenter aus der Kabine, und es brannte des Öfteren im Strafraum der Gastgeber. Eine an diesem Tag überragende Nina Hasenfuß spornte ihre Nebenleute in der Defensive zu ebenso tollen Aktionen an. In der 57. Minute schien jedoch die gesamte Abwehr zu schwimmen. Saskia Gieck lenkte mit einer tollen Parade den Ball gerade noch so an den Pfosten, und die vielbeinige Crailsheimer Defensive konnte den abprallenden Ball gerade noch so aus der Gefahrenzone bringen. In dieser Phase des Spiels hätte sich Crailsheim nicht beschweren können, wenn man den Ausgleich hätte hinnehmen müssen.

Baki geht auf und davon

Nur vier Zeigerumdrehungen später war die pfeilschnelle Melike Baki wieder einmal auf ihrer rechten Seite den Gegnerinnen davongelaufen. In den Aktionen zuvor hatte sie immer uneigennützig ihre Mannschaftskameradinnen mit guten Flanken bedient. Nun hatte sie den Mut, selbst abzuziehen. Ihr Schuss landete im langen Eck des Gehäuses der Münchnerinnen zum 2:0. Dieses Tor kam zur richtigen Zeit, denn die Bayern wurden zuvor immer spielbestimmender. Dennoch wollten sich die Gäste nicht mit der Niederlage abfinden und drängten auf den Anschlusstreffer. Mit viel Einsatz brachten die Crailsheimerinnen den ersten Heimsieg über die Zeit.

So spielten sie

Crailsheim – Wacker München

2:0

Tore: 1:0 Simone Klenk (11.), 2:0 Melike Baki (62.)

TSV Crailsheim: Gieck, Hasenfuß, Gehder, Bohn, Uhl (84. Istrefaj), Baki (71. Klärle), J. Klenk, Herrmann, Scheidel, Wich (69.Pollak), S. Klenk (80. Horwath)