Die Hausherren sitzen in der Halbzeitpause auf dem Feld. Die Ilshofener sparen sich den langen Weg vom unteren Kunstrasenfeld zu den Umkleidekabinen am Vereinsheim. Spielertrainer Ralf Kettemann, der aufgrund eines hartnäckigen Infekts nur als Coach fungiert, spricht in ruhigem Ton auf seine Akteure ein. Das Team liegt 0:2 zurück und hat in Durchgang eins keine klare Torchance.

Kleines Spielfeld, viele Zweikämpfe

Was Kettemann in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel sieht, dürfte ihn an diesem sonnigen Samstagnachmittag am besten gefallen haben. Der TSV kommt zu drei guten Gelegenheiten, um den Anschlusstreffer zu machen. Erst schießt Ramazan Kandazoglu von der Strafraumgrenze, aber zu unplatziert.

Anschließend erobern sich die Ilshofener im Mittelfeld den Ball und schalten schnell um. Benjamin Kurz legt den Ball auf Niklas Wackler ab, der in den Strafraum dribbelt. Sein Versuch gerät aber zu hoch. Nach einer Stunde wird der schnelle Kurz steil geschickt. Sein Weitschuss mit dem linken Fuß fliegt nur einen Meter am langen Pfosten vorbei.

Bissingen holt sich Kontrolle über das Spiel zurück

Danach haben die Gäste die Partie wieder besser unter Kontrolle. Es entwickelt sich wieder das selbe Spiel wie in der ersten Halbzeit. Beide Mannschaften machen die Räume auf dem kleinen und schmalen Kunstrasenfeld eng. Der von Kettemann und dem Bissinger Trainer Alfonso Garcia prognostizierte Verlauf mit vielen Zweikämpfen tritt ein. Beide Teams laufen den Gegner konsequent an, so dass in den meisten Fällen nur noch der hohe (ungenaue) Pass in die Sturmspitze bleibt. Spielerischer Glanz und Raffinesse ist an diesem Tag vor 300 Zuschauern nicht gefragt.

Trotz des zerfahrenen Spiels ist der Gast das etwas bessere Team, weil der FSV den entscheidenden Tick präsenter und zweikampfstärker ist. Das 0:1 für die Gäste fällt nach einer Viertelstunde, als Riccardo Gorgoglione aus dem Rückraum abzieht. Der Ball wird erst von Simon Lindner abgefälscht und rollt Richtung lange Ecke. Auf der Torlinie steht Ilshofens Maximilian Egner, der noch klären will, aber den Ball unglücklich ins eigene Tor lenkt.

Eine Vorentscheidung erreichen die Bissinger mit dem 0:2 kurz vor der Halbzeit – mit der ersten sehenswerten Kombination der gesamten Partie. Über die rechte Seite wird Riccardo Gorgoglione freigespielt. Dessen flache Hereingabe muss Pascal Hemmerich nur noch über die Linie drücken.

Endgültig den Deckel auf die Begegnung machen die Gäste in der 83. Minute. Diesmal ist es der eingewechselte Lukas Buck, der flanken darf. In der Mitte köpft wiederum Mittelstürmer Hemmerich das 0:3.

Chancen besser genutzt

„Insgesamt haben wir verdient gewonnen, weil wir lange Zeit nichts zugelassen haben, eine hohe Laufbereitschaft hatten und unsere Chancen genutzt haben“, sagt Alfonso Garcia nach dem Spiel. Es sei klar gewesen, dass es viele Zweikämpfe geben würde. „Wir kennen den Platz ja, weil wir schon in den Jahren zuvor hier Vorbereitungsspiele bestritten haben“, erklärt Garcia.

Ketteman trotzdem zufrieden

Ralf Kettemann war trotz des klaren Ergebnisses zufrieden mit der Leistung seiner Elf: „Wir haben sie gut angelaufen. Bissingen hat nicht viel Fußball gespielt. Aber wir haben aus unseren Chancen nichts gemacht. Das ist eben der Qualitätsunterschied zu einem Topteam“, ordnet Kettemann ein.

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So spielten sie


TSV Ilshofen – FSV Bissingen

0:3

Tore: 0:1 Simon Lindner (14.), 0:2, 0:3 Pascal Hemmerich (44., 83.)

Ilshofen: Karel Nowak, Lamar Yarbrough, Maximilian Egner, Baba Mbodji, Moritz Lindner (65. Sangar Aziz), Carl Murphy (90. Lars Fischer), Daniel Schelhorn (70. Lukas Lindner), Ramazan Kandazoglu (77. Florian Weidner), Simon Wilske, Niklas Wackler, Benjamin Kurz