Fußball Hohenloher gegen Erstliganachwuchs

Die C-Jugend aus Ilshofen (rot) darf jedes Jahr beim Cup ran – das soll ab 2019 auch für Nachwuchskicker aus der ganzen Region möglich sein.
Die C-Jugend aus Ilshofen (rot) darf jedes Jahr beim Cup ran – das soll ab 2019 auch für Nachwuchskicker aus der ganzen Region möglich sein. © Foto: Ralf Mangold
Crailsheim / Luca Schmidt 08.01.2018
Gegen den FC Bayern oder den VfB Stuttgart spielen – das bleibt für die meisten Kicker ein unerfüllbarer Wunsch. Oliver Rehbach und Ralf Kettemann wollen genau das Jugendlichen ermöglichen.

Mit einem eigenen Team, bestehend aus Hohenloher Nachwuchsspielern, beim U-15-BWK-Arena-Cup 2019 an den Start gehen – das ist das Ziel von Oliver Rehbach. Erste Schritte sind bereits getan.

Von einer „guten Resonanz“ spricht Rehbach, wenn er an das erste Training denkt. 20 Spieler der Jahrgänge 2004 und 2005 waren es. „Unser Augenmerk lag auf dem älteren Jahrgang. Aber 2005 waren auch sehr gute Kicker dabei.“ Riesiges Talent ist für ihn nicht ausschlaggebend. „Wir möchten Jungs, die mit Spaß und Leidenschaft spielen.“

Das Interesse und die Qualität sei da. „Wir können uns auf jeden Fall trauen“, sagt Rehbach. Ein Dreivierteljahr wolle er mit den Jungs trainieren. „Im Moment sind wir dabei, den Umfang gemeinsam mit den Eltern zu definieren.“ Dazu gehören die Trainingszeiten und wie oft trainiert werden soll.

Erschwert wird die Planung durch die unterschiedlichen Wohnorte der Jugendlichen. „Die Spieler kommen aus der ganzen Region Hohenlohe.“

Die Anregung für eine Nachwuchsmannschaft aus der Region kam von mehreren Seiten. „Ralf Kettemann und ich sind an Organisator Dario Caeiro herangetreten und haben gefragt, ob es eine Möglichkeit für eine solche Mannschaft gibt. Das Turnier sollte einen regionaleren Charakter bekommen.“ Da 2019 das zehnjährige Jubiläum des Turniers gefeiert wird, wäre die Teilnahme einer Hohenloher Mannschaft eine Art Highlight.

Die Idee: Eine Mannschaft, deren Niveau über das in den Vereinen hinausgeht. Gleichzeitig sollen die Jugendlichen aber in ihrem sozialen Umfeld und bei ihrem Heimatverein bleiben können. Das ist Rehbach wichtig. „Zwei oder drei Spieler sind immer etwas besser in einer Mannschaft.“ Wenn die aber höher spielen möchten, bleibt fast nur der Blick über die Region hinaus. „Das ergibt nur wenig Sinn und hat mit einer kindgerechten Entwicklung nicht allzu viel zu tun.“

Kinder nicht aus Umfeld reißen

Bis zu einem Alter von 15 Jahren sei es wichtig, dass Jugendliche nicht aus ihrem Umfeld gerissen werden. „Wenn sie auf dem Turnier spielen, können sie immer noch darüber nachdenken, ob sie den Verein wechseln möchten.“ Das Turnier sei eine gute Scouting-Plattform.

Diese Logik ist noch nicht bei allen angekommen. Viele Vereine hätten Angst, dass ihnen Spieler abhandenkommen. Das sei aber nicht das Ansinnen von Rehbach. Doch auch die DFB-Stützpunkte denken so. Hier fragte Rehbach ebenfalls an. „Die zeigten sich eher ablehnend; eventuell aus Angst davor, dass ihnen „Spieler weggenommen werden.“

In Rehbachs Vision geht das Projekt über den Fußball hinaus. „Bei uns stehen die Jugendlichen im Mittelpunkt. Sie sollen sich ohne Druck entwickeln können.“ Gleichzeitig möchte er ihnen einen guten Weg ermöglichen. „Während der Vorbereitungszeit erkennen wir Stärken und Schwächen der Kinder.“ Außerdem seien Disziplin und Ehrgeiz auch Eigenschaften, die sie für Unternehmen interessant machen. Deshalb wolle er die Jugendlichen vielleicht sogar über den Cup hinaus betreuen und ihnen beratend zur Seite stehen – egal ob beim Fußball oder Beruf.

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