Es war ein leidiges Thema, ich konnte es nicht mehr lesen.“ Oberacherns Trainer Mark Lerandy hatte genug von der Statistik, dass sein Team auswärts alle Partien verloren hatte. In Ilshofen siegte der SVO erstmals auswärts nach saisonübergreifend 13 Niederlagen in Folge. Der Sieg war verdient, auch wenn der SVO-Coach ihn ein oder zwei Tore zu hoch sah.

„Ilshofen hat das in der ersten Halbzeit nicht so schlecht gemacht.“ Ein paar Meter weiter stand Lerandys Gegenüber Ralf Kettemann. Das 0:5 war auch für ihn ein ungewohntes Gefühl. Noch nie hatte er mit den Ilshofenern so hoch verloren, seit er im Jahr 2011 das Traineramt übernommen hat.

Ein spielerisch hochklassiges Spiel war es nicht, aber eines mit einigen erinnerungswürdigen Szenen. Nach 20 Sekunden erhielt Oberachern einen Einwurf auf Höhe des Strafraums. Der Ball kam zu Nico Huber, der nur halbherzig attackiert wurde und von der Außenlinie den Ball halbhoch in den Strafraum flankte. Dort stand Cemal Durmus völlig frei und schoss zum 0:1 ein. „Endlich einmal sind wir in Führung gegangen. Das war bislang nur in Nöttingen so“, freute sich Mark Lerandy. Oberachern spielte nun mit Selbstvertrauen. Und der SVO hatte auch das Quäntchen Glück, das bislang in Auswärtspartien fehlte. Nach zehn Minuten nahm Torwart Xaver Pendinger einen Rückpass auf und wurde sofort von Lukas Lindner attackiert. Der Ilshofener preschte mit hohem Tempo auf den Schlussmann zu. Es kam zum Pressschlag, doch der Ball sprang vom Tor weg.

Ilshofen zeigte Willen, aber keine Wende

„Es gab ein paar gute Szenen und wir können da auch etwas Positives mitnehmen. Aber ich hoffe dennoch, dass die Spieler nicht sehr geknickt sind“, meinte Ralf Kettemann, der zwar wieder im Kader stand, aber das Spiel von der Trainerbank verfolgte. Sein Team ließ zeitweise den Ball ordentlich laufen, machte aber auch viele individuelle Fehler. Baba Mbodi verlor am Strafraum den Ball, die folgende Flanke wurde zu kurz abgewehrt und Salvatore Muto traf den Ball zwar nicht mit voller Wucht, doch es reichte zum 0:2. Beim dritten Gegentor konnte Nowak den ersten Schuss noch parieren, doch der Ball fiel Gabriel Gallus vor die Füße, der diesen ins Netz schoss.

Einen gewissen Willen konnte man den Hausherren nicht absprechen, aber eine Wende schien nie möglich. Für Aufregung sorgte weniger Ilshofen denn der Unparteiische. Schiedsrichter Marc List zog sich häufiger den Unmut der Spieler zu, wirkte nicht immer sicher. SVO-Torwart Xaxer Pendinger drückte es zwischenzeitlich spöttisch aus: „Wir führen gegen 12 mit 2:0.“

Nur in der Druckphase nach Wiederanpfiff wirkte Oberachern in der Defensive etwas desorganisiert, doch Ilshofen ließ drei gute Möglichkeiten ungenutzt. „Vielleicht wäre dann noch was gegangen“, mutmaßte Ralf Kettemann. Doch die Gäste zeigten sich abgeklärt. Evans Erius wurde nach 60 Minuten angespielt und ließ sich auch von drei Ilshofenern nicht behelligen, schoss den Ball dann auch noch durch die Beine von Torhüter Karel Nowak zum 0:4.

Ilshofen auf Rang 12

Danach lichteten sich die Zuschauerreihen, Ilshofen war um Schadensbegrenzung bemüht und Oberachern spielte die Partie souverän herunter. Evans Erius durfte noch seinen fünften Saisontreffer feiern, dann war ein für beide Seiten in gewisser Weise historisches Spiel vorbei.

Der SV Oberachern überholt den TSV Ilshofen in der Tabelle, der auf Rang 12 abrutscht. „Im Fußball kann so etwas passieren, auch wenn es nicht passieren sollte“, bemühte sich Ralf Kettemann um eine Einordnung. „Und vielleicht sieht jetzt so mancher das, was wir in der Hinrunde geleistet haben, mit anderen Augen und kann das besser einordnen.“

Am Samstag ist der TSV Ilshofen beim Göppinger SV zu Gast. Dessen Aufstiegshoffnungen erhielten einen Dämpfer. Er unterlag beim 1. CfR Pforzheim mit 1:2.

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So spielten sie


TSV Ilshofen – SV Oberachern

0:5

Tore: 0:1 Cemal Durmus (1.), 0:2 Salvatore Muto (16.), 0:3 Gabriel Gallus (36.), 0:4, 0:5 Evans Erius (60., 72.)

Ilshofen: Karel Nowak, Simon Wilske, Maximilian Egner, Lamar Yarbrough (75. Lars Fischer), Baba Mbodji (46. Benjamin Kurz), Carl Murphy, Niklas Wackler, Daniel Schelhorn, Florian Weidner (67. Shota Davlashelidze), Sangar Aziz (61. Ramazan Kandazoglu), Lukas Lindner

Schiedsrichter: Marc List (Mochenwangen)