Mit gesenktem Kopf dreht er sich wortlos ab. Soeben hat Serdal Kocak die große Chance vergeben, seine Haller Farben noch einmal ins Spiel zurückzubringen. Aber sein ordentlich geschossener Elfmeter in der 86. Minute landet nicht im Tor, weil Albstadts Keeper Mario Aller die Ecke ahnt und nach rechts unten abtaucht. Knapp fünf Minuten später steht die 0:2-Heimniederlage der Sportfreunde fest. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt weicht zumindest an diesem Nachmittag der Ernüchterung, dass es ganz schwer werden wird, den Klassenerhalt zu schaffen.

Ernüchternd ist auch die Leistung der Haller insbesondere in der zweiten Halbzeit gewesen. Bis zum besagten Elfer hat Hall keine Torchance nach der Pause. „Das war deutlich zu wenig. Die Einstellung hat gestimmt, aber die Spielintelligenz hat gefehlt“, konstatiert der enttäuschte Haller Trainer Petar Kosturkov.

Keiner verhindert Kopfball

Der erste Nackenschlag ereilt die Hausherren nach einer Viertelstunde. Albstadt greift über die rechte Seite an und kommt dort zum Flanken. In der Mitte stehen drei Haller Abwehrspieler im Zentrum, können aber nicht den Kopfball des kleineren Stefan Jovanovic verhindern. Aus kurzer Distanz markiert der Gästespieler das 1:0 für Albstadt.

In der Folge versuchen die Sportfreunde das Heft in die Hand zu nehmen, wirken aber im Spielaufbau nicht sicher genug. Oftmals spielen die Sportfreunde lange, hohe Bälle in die Spitze, die jedoch nicht den vorgesehenen Empfänger finden. Die etwas reifere Spielanlage zeigt der Gast, der zudem auch seine Robustheit und Zweikampfstärke in die Waagschale wirft.

Wegweisend für den weiteren Verlauf ist die 23. Minute. Nach einem abgewehrten Albstädter Eckball hat der Haller Selcuk Vural plötzlich freie Bahn. 20 Meter vor dem eigenen Tor sprintet er mit dem Ball los. Sturmkollege Serdal Kocak läuft mit, ebenso noch zwei Verteidiger. Nach dem langen Sprint passt Vural auf Kocak, der im Sechzehner abzieht. Sein flacher Linksschuss prallt an den Innenpfosten. Von dort trudelt der Ball an der Torlinie entlang – in die Arme von Albstadts Keeper Aller. „Wenn der reingeht, hätte das Spiel auch kippen können“, wird Albstadts Trainer Alexander Eberhart nach Spielschuss sagen.

Die zweite gute Chance zum Ausgleich lässt Halls Mittelfeldmann Tim Großberndt liegen (28. Minute). Glück haben die Sportfreunde in der 37. Minute, als ein Haller nach einem Eckball auf der Torlinie den Ball noch wegschlagen kann.

Nach der Pause zieht sich Albstadt in die eigene Hälfte zurück und kontert. Die Sportfreunde macht dem FC die Abwehrarbeit auch leicht, weil sie ideenlos agieren und immer wieder hohe Bälle aus dem Halbfeld in den Strafraum schlagen – und das auch noch ungenau. Konsturkov wechselt in der zweiten Hälfte dreimal früh aus, um neue Impulse zu setzen, aber auch diese Maßnahmen greifen nicht.

Fiorenza trifft

Den ersten gefährlichen Konter, den Albstadt sauber ausspielt, sehen die rund 300 Zuschauer in der 70. Minute. Matthias Endriß hat die Vorentscheidung aus sechs Metern auf dem Fuß, aber Halls Keeper Lukas Dambach verkürzt geschickt den Winkel und klärt mit einer Fußabwehr. Vier Minuten später ist aber auch Dambach machtlos: Nach einer flachen Her­eingabe von der rechten Seite steht Albstadts Torjäger Pietro Fiorenza aus kurzer Distanz flach Richtung Gehäuse. Halls Innenverteidiger Joshua Voigt steht hinter der Torlinie und versucht noch, mit dem langen Bein den Ball zu klären. Der Schiedsrichter-Assistent zeigt jedoch sofort an, dass der Ball hinter der Linie gewesen sei (0:2). Das letzte Aufbäumen der Haller führt nicht mehr zur Wende.

„Wir haben heute verdient verloren. Wir müssen kämpferischer auftreten, weil wir in unserer Lage nicht mit schönem Fußball die Spiele gewinnen werden“, fasst Kosturkov zusammen.  

So spielten sie


Sportfreunde Hall –
FC Albstadt

0:2

Tore: 0:1 Stefan Jovanovic, 0:2 Pietro Fiorenza
Hall:
Dambach, Mustafa, Voigt, Yarbrough (65. Ammon), Gökdemir, Martin, Großberndt (60. Simion), Schäfer (60. Printemps), Vural, Ayvaz (54. Hopf), Kocak
Bes. Vorkommnisse:
Kocak vergibt Handelfmeter (86.)
Schiedsrichter:
Björn Schumann (Windischbuch)