Schnelldorf / Viktor Taschner  Uhr

Die Aufarbeitung geht direkt nach dem Schlusspfiff schon los. Ilshofens neuer Trainer Michael Hoskins versammelt am Mittwochabend noch auf dem Spielfeld in Schnelldorf sein Team im Kreis um sich. Gut vier, fünf Minuten lang spricht er zu den Spielern. Gerade eben hat der Oberligist ein Testspiel mit 0:6 gegen den Regionalligisten VfR Aalen verloren. „Das Ergebnis tut weh, das ist ganz klar, aber man muss es richtig einordnen“, sagt Hoskins. Sein Team sei zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung im Grundlagenbereich. „Da fehlt im Moment noch die Spritzigkeit. Ich habe der Mannschaft aber auch gesagt, dass ich eigentlich mit der ersten Halbzeit zufrieden war und mit Teilen der zweiten“, erklärt Hoskins.

Lufthoheit für den VfR

Auf dem sehr guten Rasen auf dem Platz des TSV Schnelldorf gehen die Ilshofener gegen Drittligaabsteiger sogar fast in Führung. Ein geblockter Abschlag des Aalener Keepers prallt ans Aluminium. Aber die Aalener, die zwei Wochen vor Ilshofen mit der Vorbereitung angefangen haben, sind an diesem Tag deswegen auch einen Tick schneller, frischer und vor allem wacher bei Standards. Drei der sechs TSV-Gegentore fallen nach Ecken, zudem wäre nach einem Freistoß von der Seite und einem Kopfball an den Innenpfosten fast noch eins dazugekommen. „Da hat die Zuordnung nicht gepasst. Aber ich muss die Jungs da in Schutz nehmen, das haben wir bislang noch nicht geübt, weil wir am Anfang der Vorbereitung andere Schwerpunkte gelegt haben“, so Hoskins. „Wir wollten jetzt nicht auf dieses Aalen-Spiel hinarbeiten, sondern auf das Pokalspiel in Schwäbisch Hall (30. Juli) und auf das erste Saisonspiel in Rielasingen (erstes August-Wochenende).“

Toni Vastic köpft den runderneuerten VfR nach 20 Minuten in Führung. Zuvor verliert Ilshofen den Ball im Spielaufbau. Beim 0:2 schraubt sich Aalens Kapitän Gino Windmüller nach einer Ecke hoch und köpft ein. Das 0:3 erzielt Kevin Hoffmann aus kurzer Distanz. Nach der Pause erhöhen wieder Vastic und nach Ecken Hoffmann und Michael Senger.

300 Zuschauer bilden in Schnelldorf eine für ein Testspiel beachtliche Kulisse. „Bei uns haben auch schon Profi-Clubs wie Jahn Regensburg und der Karlsruher SC sowie Sandhausen gespielt“, erzählt Schnelldorfs Abteilungsleiter Günter Beck. Schnelldorf liege ungefähr in der Mitte dieser Städte, zudem ist die Auffahrt zur A 6 praktisch direkt am Sportplatz.

Bei Ilshofen stehen etliche Neuzugänge in der Startelf. Lediglich Torwart Jonas Wieszt, Dominik Rummler, Daniel Schelhorn und Benjamin Kurz haben schon in der letzten Saison das TSV-Trikot getragen. Im Laufe des Spiels bringt Hoskins noch etliche Spieler von der Bank, ohne aber komplett an einem Stück durchzuwechseln, wie es die Aalener nach einer Stunde machen.

Das TSV-Team zeigt trotz der vielen Neuen schon gute Ansätze. „Wir haben den Gegner oft in Bedrängnis gebracht. Den letzten Ball haben wir aber nicht gut gespielt. Das ist eine Konzentrationssache. Aber Konzentration kommt von Kondition und die erarbeiten wir uns gerade“, beschreibt Michael Hoskins. Dass es gegen seinen Ex-Verein ging, sei Nebensache. „Niederlagen tun immer weh und sechs Gegentore auch. Aber darum geht es nicht, sondern darum, dass unsere junge Truppe das Maximum an Erfahrung aus diesem Spiel mitnimmt.“

Info Das nächste Testspiel der Ilshofener ist am Samstag in Stuttgart. Gegner ist die U 19 des VfB Stuttgart um 13 Uhr.