Auf den Rängen des Hans-Weber-Stadions zu Linx, unmittelbar an der Grenze zu Frankreich bei Straßburg gelegen, hörte man viel Lob für die aus dem weit entfernten Hohenlohe angereisten Fußballer des TSV Ilshofen. Den Zuschauern gefiel, was der TSV am Samstagnachmittag an fußballerischer Qualität auf den Rasen brachte.

Dass eine Mannschaft, die Tabellenvorletzter in der Oberliga Baden-Württemberg ist, ansehnlichen Fußball lieferte, nötigte ihnen ehrliche Anerkennung ab. Insbesondere, da der Platz nicht in seinem besten Zustand war.

Starke Anfangsphase

Das hinderte die Gäste allerdings nicht daran, nach anfänglicher Abtastphase, peu à peu die Spielkontrolle zu übernehmen. Ilshofen überzeugte dabei mit sicherem Kombinationsspiel, womit die Hoskins-Truppe den SV Linx tief in deren eigener Hälfte hielt. Doch so schön das Fußballspielen des TSV auch anzuschauen war und so viel Lob es von der Seitenlinie dafür gab, richtig effektiv sollte es nicht werden. „Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht geschafft, diese 100-prozentigen Chancen zu erspielen. So konnten wir unsere Überlegenheit nicht in Toren ausdrücken“, analysierte Michael Hoskins nach der Partie sehr treffend das Manko seiner Mannschaft.

Wie es besser geht, zeigte der SV Linx nach knapp 40 Minuten auf eindrucksvolle Weise. Der an diesem Tag sehr umtriebige Alexander Merkel setzte an der Torauslinie seinen Körper regelkonform gegen Daniel Schelhorn ein, schüttelte diesen im Vorbeigehen ab und legte den Ball mit viel Übersicht an den Elfmeterpunkt zurück. Dort wurde der einschussbereite Nathan Recht sträflich alleingelassen und konnte sich die Ecke aussuchen.

Die Partie war damit auf den Kopf gestellt. Für den TSV Ilshofen war es ein Nackenschlag, von dem sich die Akteure das ganze Spiel über nicht mehr erholen sollten.

Vor der Pause hatten die Gäste noch Glück, dass Linx nicht gleich das 2:0 nachlegte. Nur die Wade von Simon Wilske verhinderte, dass Nathan Recht ein zweites Mal zum Torerfolg kam. Der Spielfluss der Ilshofener war ab diesem Zeitpunkt versiegt.

Im zweiten Abschnitt zeigte die Heimmannschaft recht deutlich, wer Herr im Haus ist, und drehte ab Wiederanpfiff gehörig auf. Den Gastgebern in die Karten spielte, dass ihnen bereits in der 52. Minute das vorentscheidende 2:0 gelang.

Jonas Wieszt parierte einen Abschluss von Alexander Merkel reaktionsschnell, war dann aber gegen den folgenden Abstauber von Luca Erhardt machtlos. Das war die Vorentscheidung.

In der Folge ließen die Gastgeber den Ball laufen, wodurch Ilshofen nicht mehr in die Zweikämpfe kam und permanent Ball und Gegner hinterherrennen musste. Ehrhardt gelang in der 78. Minute schließlich noch die endgültige Entscheidung. Die Entstehung glich dabei dem vorangegangenen Treffer. Wieder parierte Wieszt, ohne den das Ergebnis noch deutlicher hätte ausfallen können, reaktionsschnell. Doch wieder durfte Erhardt unbedrängt über den am Boden liegenden Torhüter ins leere Tor einschieben. Der Stürmer hatte vor dem Spiel sicherlich schon schwierigere Tore erzielt.

Lob vom Linxer Trainer

Dies missfiel auch Hoskins auf der Pressekonferenz nach der Partie: „Das zweite und dritte Tor haben wir schlecht verteidigt. Linx war in den entscheidenden Momenten da und wir nicht. Wir haben aufgehört zu verteidigen.“ Über das anschließende Lob vom Trainerkollegen Thomas Leberer konnte er sich nicht so richtig freuen: „Ilshofen ist kein klassischer Vorletzter. Das ist eine richtig gute Truppe, bei der viel Qualität auf dem Platz steht“, so der Coach des SV Linx.

Hopkins forderte: „Wir müssen endlich lernen, wie Abstiegskampf geht.“ Die Chance in diesem Aspekt eine Lernkurve nachzuweisen, erhält der TSV Ilshofen bereits diesen Samstag, an dem man mit der Neckarsulmer Sport-Union erneut auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt trifft.

So spielten sie


SV Linx – TSV Ilshofen

3:0

Tore: 1:0 Nathan Recht (39), 2:0, 3:0 Luca Erhardt (52., 78.)

Ilshofen: Jonas Wieszt, Maximilian Egner, Dominik Pfeifer (73. Moritz Lindner), Baba Mbodji, Nico Rodewald, Maximilian Eiselt (69. Matthias Hahn), Benjamin Kurz (79. Stani Bergheim), Niklas Wackler (59. Jonas Lausenmeyer), Simon Wilske, Lukas Lienert, Daniel Schelhorn

Schiedsrichter: Sascha Kief (Reilingen)