Wenn es in der Schule aufs Halbjahr zugeht, werden für die bisher gezeigten Leistungen Noten verteilt. Nach dem 16. Spieltag ist die Oberliga-Hinrunde so gut wie beendet. Lediglich eine Partie steht noch aus, sodass die Zeugnisse bereits vorbereitet sind. Beim TSV Ilshofen würde in dieser Leistungsbescheinigung sicherlich ein Fleißstern zu finden sein. Obendrauf gäbe es vom Klassenlehrer Anerkennung, da die Mannschaft stets bemüht war. Unterm Strich stehen aber zu wenige Punkte auf der Habenseite. Warum das so ist, lässt sich leicht am Auswärtsspiel beim 1. Göppinger SV erklären.

Die junge Mannschaft von Trainer Michael Hoskins hat erneut ein gutes und phasenweise dominantes Spiel gezeigt, in dem am Ende zwar viel Aufwand, aber wenig Ertrag zu Buche stand. Abermals musste eine bittere Niederlage akzeptiert werden. Denn wie auch in der Schule sind es nicht die Fleißigsten, die die besten Noten bekommen, sondern diejenigen, die in der Prüfungssituation die beste Leistung erbringen. Besonders gravierende Fehler fallen dabei negativ ins Gewicht und überlagern gerne eine ansonsten solide Vorstellung.

Göppingen spielte zu Hause sehr passiv gegen Ilshofen

Zu Beginn der Partie war es nicht spürbar, dass die Göppinger auf dem zweiten Platz in der Tabelle stehen und Ilshofen in den Abstiegsrängen festhängt. Die Gäste übernahmen von Anpfiff an das Kommando und rissen den Ballbesitz an sich. Die Göppinger traten vor eigener Kulisse dagegen sehr minimalistisch auf.

Im Nachhinein darf man sich zwar fragen, welche Wendung die Partie genommen hätte, wenn Maximilian Eiselts Freistoß in der 3. Minute nicht am Pfosten gelandet wäre oder wenn Nico Rodewald in der 15. Minute anstatt seines Lattentreffers für den schnellen Ausgleich gesorgt hätte. Jedoch unterliefen den Hohenlohern gleich reihenweise Fehler.

In der 10. Spielminute brachte Kevin Dicklhuber Göppingen mit einem Distanzschuss in Führung, weil er zum einen nicht bedrängt wurde und zum anderen Karel Nowak der Ball durch die Hände glitt. Eine ähnliche Sequenz wiederholte sich in der 25. Minute. Diesmal führte Dicklhuber einen Freistoß aus gut 25 Metern direkt aus und erzielte das 2:0. Wieder sah Nowak, der auf das Stellen einer Mauer verzichtete, nicht gut aus. Überhaupt war es Kevin Dicklhuber und sein Nebenmann Domenic Brück, die dem Spiel auf ihre Weise ihre Stempel aufdrückten. Mit ihrer harten Gangart nervten sie ihre Gegenspieler immer wieder und wussten auch verbal einiges zu berichten.

Sicherlich haben die beiden 30-jährigen Routiniers an diesem Tag keine Sympathiepunkte dazugewonnen. Sie haben aber definitiv eine eindrucksvolle Wirkung auf dem Platz hinterlassen. Und vielleicht sind es genau diese Typen, die dem TSV Ilshofen in den letzten Wochen fehlten.

Direkt nach Wiederanpfiff musste der bereits verwarnte Daniel Schelhorn mit der Ampelkarte das Feld verlassen. Wenig später erzielte Kevin Dicklhuber seinen dritten Treffer. Der Mann des Tages hätte durch einen von Baba Mbodji verursachten Foulelfmeter sogar noch einen weiteren Treffer nachlegen können, verschoss aber deutlich. Für das 4:0 sorgte schließlich Morgan Faßbender in der 70. Minute. Damit war das Spiel zugunsten von Göppingen entschieden.

Es war auch diesmal nicht so, dass der Gegner komplett fehlerlos agierte. Nur war der von Marcel Schleicher verursachte Foulelfmeter, der zum 1:4 führte sowie der kurz darauffolgende Platzverweis gegen den Torwart aufgrund einer Notbremse nicht mehr entscheidend.

Ohne jeden Zweifel besitzt die Mannschaft des TSV Ilshofen eine Menge Potenzial. Sie muss es jedoch schaffen, die hohe Anzahl an spielentscheidenden, individuellen Fehlern abzustellen. Sonst könnte am Ende der Saison die Versetzung gefährdet sein.

So spielten sie


Göppinger SV – TSV Ilshofen

4:1

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Kevin Dicklhuber (9., 25., 52.), 4:0 Morgan Faßbender (70.), 4:1 Maximilian Eiselt (78./FE)

Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte (Wiederholtes Foulspiel) für Daniel Schelhorn (48.), Kevin Dicklhuber verschießt Foulelfmeter (65.), Rote Karte (Notbremse) für Marcel Schleicher (83.)

Ilshofen: Karel Nowak, Maximilian Egner, Baba Mbodji, Nico Rodewald, Maximilian Eiselt, Jonas Lausenmeyer (46. Matthias Hahn), Benjamin Kurz (56. Timo Brenner), Lukas Lindner (56. Florian Weidner), Simon Wilske, Lukas Lienert (46. Dominik Rummler), Daniel Schelhorn