Auswärts gehört der TSV Ilshofen bislang zu den Topteams der Oberliga. Als Schiedsrichter Marvin Maier am Samstag beim Gastspiel in Freiberg in der 64. Minute dem TSV bei einer 2:0-Führung einen Foulelfmeter zusprach, schien es so, dass die ohnehin starke Bilanz auf fremdem Platz um einen weiteren Sieg ergänzt werden würde. Zuvor hatte Toptorschütze Benjamin Kurz seinen dritten Treffer des Tages auf dem Fuß, wurde von SGV-Verteidiger Volkan Celiktas jedoch zu Fall gebracht. Maier zeigte auf den Punkt, Celiktas bekam obendrauf Rot für seine Notbremse. Stani Bergheims Schuss strich allerdings nur den Außenpfosten.

Die Chance zur Entscheidung war erst einmal vertan. Wenige Minuten später pfiff Marvin Maier erneut einen Strafstoß, doch diesmal gegen den TSV Ilshofen. Er erkannte eine Aktion von Timo Brenner an der Torauslinie als regelwidrig an. Der Freiberger Schütze Ouadie Barini verwandelte den Strafstoß. Anstatt 0:3 stand es nun also nur noch 1:2 und der SGV Freiberg war plötzlich zurück im Spiel.

„Viel Positives“

Bis zu diesem Zeitpunkt war Ilshofen die bessere Mannschaft, weil die Hohenloher insgesamt geradliniger und passsicherer auftraten. Dieses Gesicht gefiel auch Trainer Michael Hoskins sehr gut: „Es war bis dahin wahnsinnig viel Positives. Wir haben super gespielt, das Spiel des Gegners frühzeitig gestört und Ballgewinne gehabt. Daraus haben wir aber zu wenig gemacht und waren zu inkonsequent. Dann kommt die Situation mit dem Elfmeter, bei dem wir die drei Punkte einsacken können, wenn wir ihn machen.“

Bereits in der vierten Minute war Benjamin Kurz in klassischer Mittelstürmerposition zur Stelle und vollendete eine tolle Passstafette über Lukas Lindner und Nico Rodewald. Der frühe Treffer wirkte vor allem auf Freiberger Seite eine ganze Weile nach. Um den schnellen Ausgleich bemüht, verfiel die Elf von Trainer Mario Estasi zunehmend in Hektik. Die Blauen hatten sichtlich Probleme, die gut gestaffelten Ilshofener zu entschlüsseln und kamen in der ersten Halbzeit nur ein einziges Mal im Strafraum zum Abschluss. Bei seiner Flugkopfballeinlage war Stürmer Spetim Muzliukaj aber zu ungenau.

Ilshofen dagegen zeigte eine souveräne Spielanlage. Die Hoskins-Schützlinge wechselten immer wieder ihren Rhythmus, setzten mal auf Ballbesitzphasen, um das Spiel zu kontrollieren, um dann wiederum Konter zu fahren, wenn sich die Gelegenheit dazu bot. Aus so einer Situation entstand auch das 0:2. Lukas Lienert kam tief in der eigenen Hälfte an den Ball, spielte einen langen Steilpass auf Benjamin Kurz, der nach einem Patzer von Freiberg-Kapitän Steven Kröner alleine auf Alexander Loch im Tor zulaufen konnte und sich diese Chance in seiner aktuellen Form nicht nehmen ließ. Es war bereits das 11. Saisontor des Angreifers.

In der Folge kam es zu den beiden Strafstößen und zum Platzverweis gegen Freiberg. Doch wie so oft profitierte davon eher die Mannschaft in Unterzahl. Die Gäste verloren Zug um Zug ihre Spielanteile. Freiberg gelang es dagegen sich langsam, aber stetig in die Ilshofener Hälfte vorzuarbeiten. Und so kam es, wie es kommen musste. Nach einer Standardsituation in der 83. Minute zappelte der Ball ein zweites Mal im Netz des Ilshofener Tores. Der erst kurz zuvor eingewechselte Simon Klostermann stieg am höchsten und köpfte den Ball unhaltbar ein. Bei Ilshofen sorgte das für Ernüchterung, da trotz guter Leistung, Führung und Überzahl am Ende nur ein Punkt zu Buche stand. So sah es auch Hoskins: „Eine bittere Geschichte, die natürlich weh tut. Durch die rote Karte hat jeder von uns einen Schritt weniger gemacht. Und wie die Gesetzmäßigkeiten im Fußball eben sind: Freiberg macht in Unterzahl das 1:2, bekommt Oberwasser und dann fällt noch der Ausgleich. Insgesamt sicher nicht verdient. Aber für uns ein klares Zeichen, dass wir uns weiterentwickeln und lernen müssen, solche Vorteile nicht mehr aus der Hand zu geben.“

So spielten sie


SGV Freiberg – TSV Ilshofen

2:2

Tore: 0:1 und 0:2 Benjamin Kurz (4., 51.), 1:2 Ouadie Barini (69., Foulelfmeter), 22 Simon Klostermann (83.)

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte (Notbremse) für Volkan Celiktas (64.), Stani Bergheim verschießt Foulelfmeter (66.)

Ilshofen: Nowak, Egner, Wilske, Rummler (70. M. Lindner), Brenner, Lienert, Schelhorn, Kurz, L. Lindner (82. Lausenmeyer), Bergheim, Rodewald

Schiedsrichter: Marvin Mayer (Windschläg)