Der Pfiff ertönt in der 53. Minute mit kurzer Verzögerung. So ganz sicher ist sich Schiedsrichter Jochen Rottner nicht. Er läuft zu seinem Assistenten raus. Nach kurzer Beratung bleibt er bei seiner Entscheidung: Handelfmeter für Ilshofen. Was ist passiert? Stani Bergheim schießt einen Freistoß aus zentraler Position. Der Ball fliegt auf das Gesicht vom Linxer Adrian Vollmer zu, der reflexartig die Hände hochzieht. „Soll ich mich etwas auf die Nase schießen lassen?“, fragt Vollmer den Referee. Doch Rottner lässt sich davon nicht umstimmen, was regeltechnisch völlig richtig ist. Die oft in Fußballerkreisen behauptete „Schutzhand“ existiert in den Regelbüchern nicht. Maximilian Eiselt tritt selbst zum Elfer an und verwandelt sicher zum 2:1 für Ilshofen. Bereits in der ersten Halbzeit hätte es für den TSV Elfmeter geben können, als eine Flanke von Dominik Rummler abgeblockt wird. Rummler protestiert vehement Handspiel, die Schiedsrichter meinen, der Linxer habe den Ball auf die Brust bekommen.

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Crailsheim

Nach diesem Tor verändert sich die Statik der Partie. Bis dahin macht Ilshofen das Spiel, während die Gäste die meiste Zeit nur verteidigen. Mit der eigenen Führung können aber nun die Hausherren aus einer sicheren Defensive agieren und dann nach Ballgewinn schnell umschalten. In der 72. Minute setzt sich zunächst Sangar Aziz energisch durch, trifft aber allein vor dem Tor nur den Innenpfosten. Der Abpraller landet jedoch bei Dominik Pfeifer, der mit viel Übersicht einfach quer legt, so dass Jonas Lausenmeyer den Ball ins leere Tor schieben kann. Den Deckel auf die drei Punkte macht drei Minuten später Außenverteidiger Dominik Rummler drauf. Bei einem Vorstoß in den Sechzehner knallt er den Ball zum schönsten Tor des Tages zum 4:1 unter die Latte.

Den Grundstein zum Sieg legen die Ilshofener vor rund 400 Zuschauern in der ersten Halbzeit, indem sie nach einem Katastrophenstart die richtige Reaktion zeigen. Das 0:1 nach 120 Sekunden resultiert aus einem Schnitzer des Schlussmanns. Ein ungefährlicher, hoher Ball springt ein paar Meter vor dem Strafraum auf. Torwart Jonas Wieszt wartet, bis der Ball in den Sechzehner fliegt, um ihn fangen zu können. Die Kugel ist aber zu langsam und Wieszt bereinigt die Situation nicht mit dem Fuß. Gästestürmer Marc Rubio spitzelt den Ball weg und trifft ins leere Tor.

Keine Verunsicherung

Der TSV lässt sich davon aber nicht verunsichern und zieht sein Spiel durch. Fast alle Zweikämpfe gewinnen die Männer in Rot. Folgerichtig gleicht Benjamin Kurz mit einem Abstauber nach einer Viertelstunde aus. Auch danach dominieren die Hohenloher. Bei den Gästen versucht ihr Trainer Thomas Leberer seine Jungs wachzurütteln, während sein Gegenüber Michael Hoskins kaum korrigieren muss. Das 1:1 nur Pause spiegelt nicht die Kräfteverhältnisse an diesem Tag wider. Der TSV ruft aber auch in der zweiten Hälfte eine kompakte Mannschaftsleistung ab und gewinnt souverän.

„Uns hat jegliche Aggressivität und Laufbereitschaft gefehlt. Aus meiner Sicht war es zwar kein Elfmeter, aber das Tor zu diesem Zeitpunkt für Ilshofen war verdient“, sagt Thomas Leberer nach der Partie. „Wir mussten dann offensiv wechseln und das hat ihnen den Raum für die weiteren Tore gegeben. Am Ende haben wir aber verdient verloren“, so der Trainer des SV Linx.

Ilshofens Coach Michael Hoskins lobt sein Team: „Nach der 3:7-Niederlage in Stuttgart hat jeder die Einstellung gezeigt, dass man sich beweisen will. Das konnten wir die Woche über heute mit ins Spiel nehmen. Der frühe Rückstand war natürlich ein Schlag, aber die Körpersprache danach hat sofort gepasst. Was mich auch besonders freut ist, dass die Einwechselspieler nochmal Druck gemacht haben.“

Nach dem ersten Saisonsieg geht es für Ilshofen mit einer englischen Woche weiter. Am Mittwoch fährt die Mannschaft im WFV-Pokal zum Landesligisten Pfedelbach. Am Samstag geht es in der Liga weiter in Neckarsulm.

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So spielten sie


TSV Ilshofen – SV Linx

4:1

Tore: 0:1 Marc Rubio (2.), 1:1 Benjamin Kurz (1:1), 2:1 Maximilian Eiselt (54., HE), 3:1 Jonas Lausenmeyer (72.), 4:1 Dominik Rummler (75.)

Ilshofen: Jonas Wieszt, Dominik Rummler, Maximilian Egner, Baba Mbodji, Maximilian Eiselt, Lukas Lienert (79. Matthias Hahn), Daniel Schelhorn, Stani Bergheim (70. Dominik Pfeifer), Lukas Lindner, Benjamin Burz (67. Jonas Lausenmeyer), Sangar Aziz (79. Florian Weidner)