Eine hektische Schlussphase mit Toren und Chancen auf beiden Seiten entschädigte die knapp 400 Zuschauer für ein zwar sehr intensives Spiel, das bis Mitte des zweiten Durchgangs aber nur wenige Höhepunkte hatte. Insgesamt elf gelbe Karten (sechs für Satteldorf, fünf für Hall) waren ein Indiz dafür, wie hart um jeden Zentimeter des tiefen Geläufs am Kernmühlenweg gekämpft wurde. Beide Teams liefen ihre Gegenüber im Spielaufbau früh an und so kam nur wenig Spielfluss zustande – geschweige denn Torchancen. Zudem ließen die Abwehrreihen um Satteldorfs souveränem Sebastian König und seinem starken Gegenüber Joshua Voigt nur ganz wenig zu.

Eine zweimalige Führung konnten die Haller am Ende nicht über die Zeit retten. „Das Ergebnis geht in Ordnung“, so das Fazit von Halls Trainer Thorsten Schift nach Spielende. Wobei er sich dennoch über die beiden seiner Meinung nach „unnötigen Gegentore“ ärgert, „die hätten wir bei der Entstehung besser verteidigen können.“ Außerdem hätte man mit dem Vorsprung im Rücken ruhiger spielen müssen und den Gegner nicht zurück ins Spiel kommen lassen dürfen.

Auf der anderen Seite war Satteldorfs Trainer Marcus Becker die Erleichterung förmlich anzusehen, nicht mit drei Niederlagen in Folge in die Winterpause gehen zu müssen. Die frühe Auswechslung von Martin Kreiselmeyer habe seine Mannschaft aus dem Takt gebracht. Bereits nach gut einer Viertelstunde hat sich der Spielmacher der Satteldorfer verletzt und musste kurz darauf runter vom Feld. „Der Platz war brutal tief. Es war ein sehr intensives Spiel. Den Punkt haben wir uns heute verdient.“

Bis zur 37. Spielminute gab es praktisch keine Torchance auf beiden Seiten. Dann aber prallte der Ball nach einem Freistoß direkt vor die Füße von Halls Günter Schmidt, der keine Mühe hatte, seinen zwölften Saisontreffer zu erzielen. Danach gab es viele Fouls auf beiden Seiten, was dem Spielfluss nicht gerade zuträglich war.

Eberlein trifft nur den Pfosten

Die erste Möglichkeit auf Seiten der Satteldorfer gab es erst kurz vor dem Halbzeitpfiff. Nach toller Flanke von Andreas Schlageter hätte Spvgg-Torjäger Michael Eberlein den Ausgleich machen müssen, doch erst wurde er geblockt und dann landete sein Nachschuss aus ganzem spitzen Winkel lediglich am Pfosten.

Kurz nach dem Seitenwechsel verletzte sich Halls Torjäger Volkan Demir. Nur wenig später forderte die Haller Bank vehement einen Strafstoß, doch der bis dahin blasse Selcuk Vural hatte wohl doch zu leicht abgehoben. Dies war allerdings wie ein Weckruf für den Offensivakteur der Haller, der danach praktisch an allen gefährlichen Aktionen beteiligt war. Doch erst einmal durften die Satteldorfer jubeln. Ein Abwehrspieler der Gäste köpfte eine Flanke genau vor die Füße des eingewechselten Jannis Juettner, der aus rund 18 Metern zum Ausgleich traf.

Nun wurde das Spiel hektisch und letztlich zu einem offenen Schlagabtausch. Beiden Teams war inzwischen der Kräfteverschleiß anzumerken und so ergaben sich viele Räume im Mittelfeld. In der 73. Minute setzte Angelo Tulino seinen Mitspieler schön in Szene und Selcuk Vural schob am herauseilenden Satteldorfer Keeper Manuel Schoppel zur erneuten Gästeführung ein.

König trifft mit dem Kopf

Doch die Platzherren gaben sich keinesfalls geschlagen. Eine Freistoßflanke vollendete Satteldorfs Innnenverteidiger Sebastian König per Kopf zum umjubelten Ausgleich kurz vor dem Ertönen des Schlusspfiffs. So konnte letztlich keine der beiden Mannschaften den Ausrutscher des TSV Crailsheim gegen Sindringen (0:0) nutzen. Satteldorf (2.) und Hall (3.) bleiben zumindest bis zum Auftakt nach der Winterpause in der Verfolgerrolle.

So spielten sie


Spvgg Satteldorf –
Sportfreunde Hall

2:2

Tore: 0:1 Günter Schmidt (37.), 1:1 Jannis Jüttner (70.), 1:2 Selcuk Vural (73.),, 2:2 Sebastian König (87.)

Satteldorf: Schoppel, A. Schlageter, A. Etzel, Kreiselmeyer (34. Juettner), M. Etzel, Eberlein, Heck, Hörle (79. Vogt), Doderer (72. Kreft), König, M.Schlageter 90.+3 Belesnai)

Hall: Weiss, Voigt, Beez, Martin, Demir (55. Vuletic), Schmidt, Minder, Vural, Tolino (74. Winkler), Gökdemir, Glück

Schiedsrichter: Marvin Schwoon