Enttäuscht liegen die einen auf dem Rasen oder stehen in kleinen Gruppen zusammen und diskutieren, woran es denn gelegen haben könnte. Auf der anderen Seite jubeln die anderen mit ihren zahlreich mitgereisten Fans – und dies zu Recht, denn dieses Spiel war eine recht einseitige Sache.

Die Hollenbacher, die erneut ohne ihren krankheitsbedingt fehlenden Torjäger Fabian Czaker auskommen mussten, fanden überhaupt nicht ins Spiel. Vielleicht machte die tolle Kulisse die vielen jungen Kicker nervös, obwohl die Mehrzahl der rund 2000 Zuschauer ihnen doch die Daumen drückte. Und so stand es bereits nach knapp einer halben Stunde 0:3 und das Rückspiel um den Oberligaaufstieg war nach dem Unentschieden im Hinspiel praktisch entschieden. „Was wir am Anfang geboten haben, war richtig schlecht. Aber das gilt überhaupt nicht für die ganze Saison, die war nämlich sehr gut“, so das Fazit von Hollenbachs Teammanager Karl-Heinz Sprügel.

Hohenlohe

„Dass wir mit unserer sehr jungen Truppe Platz 2 erreicht haben, das ist schon eine tolle Leistung“, war auch FSV-Coach Martin Kleinschrodt keinesfalls enttäuscht von seiner Mannschaft. „Die Freiburger waren einfach besser und haben deshalb auch verdient gewonnen.“ Dennoch ärgerte er sich über die drei unnötigen Gegentore in den ersten 30 Minuten. „Uns hat das nötige Herzblut und vielleicht auch die Erfahrung für so ein Spiel gefehlt. Und dann haben wir auch noch zwei krasse Fehler gemacht.“

Auch wenn der Aufstieg verpasst wurde, blickt Kleinschrodt dennoch optimistisch in die Zukunft. „Wir sind eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft, die ihren Weg noch gehen wird.“
Immerhin waren gestern zwei A-Jugendliche auf dem Feld und fünf Spieler, die erst in den letzten zwei Jahren aus der eigenen Jugend hochgekommen sind. „Irgendwann packen wir dann auch den Aufstieg in die Oberliga“, will der Trainer weiter auf die eigenen Talente setzen.

Spiel schon früh entschieden

Die Freiburger begannen druckvoll und ließen die zu hektischen Hollenbacher Offensivbemühungen kaum zur Entfaltung kommen. Bereits nach elf Minuten zappelte der Ball erstmals im Netz von FSV-Keeper Philipp Hörner. Die Hollenbacher Abwehr brachte das Leder nicht aus der Gefahrenzone und dann war Kapitän Fabian Sutter zur Stelle. Kurios das 0:2 durch Mike Enderle nur fünf Zeigerumdrehungen später: Nach einem unnötigen Ballverlust kurz vor der Mittel­linie schnappte sich der Freiburger einfach den Ball und lupfte ihn aus knapp 40 Metern über den verdutzten Hollenbacher Keeper.

Und der stand in der 27. Spielminute erneut im Mittelpunkt des Geschehens: Als Marco Senft­leber plötzlich allein auf ihn zustürmte, riss er ihn im Strafraum regelwidrig um. Der Gefoulte trat selbst zum Strafstoß an und verwandelte zum 0:3 – auch wenn Hörner an den strammen Schuss beinahe noch herangekommen wäre. Kurz darauf war der FSV-Keeper dann aber zur Stelle und fischte einen Freistoß der Freiburger aus dem Tordreieck heraus.

Hollenbacher geben nicht auf

Zu diesem Zeitpunkt schien das Spiel schon entschieden, ehe es eigentlich richtig angefangen hatte. Doch die Gastgeber gaben sich keinesfalls geschlagen, auch wenn sie jetzt schon vier Tore gebraucht hätten, um das Wunder doch noch zu schaffen.

Mit den Einwechslungen von Samuel Schmitt und Jonas Limbach kam kurz vor der Halbzeitpause noch einmal richtig Schwung in die Hollenbacher Angriffsbemühungen. Ein tolles Solo von Marius Uhl, der von rechts außen nach innen gezogen war und dabei gleich drei Gegenspieler ganz schlecht aussehen ließ, eröffnete die stärkste Phase der Hausherren. Nach Uhls Treffer zum 1:3 rettete Kevin Senftleber im letzten Moment gegen den einschussbereiten Sebastian Hack und bei Jonas Limbachs Kopfball fehlten nur Zentimeter und die Hollenbacher hätten den Rückstand auf ein Tor verkürzt.

Freiburger sortieren sich neu

So blieb es aber beim 1:3-Pausenstand und die Freiburger konnten sich wieder neu sortieren. Wer weiß, wäre noch ein zweites Tor vor der Pause für die Gastgeber gefallen, wären die Gäste vielleicht noch einmal nervös geworden.

Doch es kam anders als erhofft: Nach einer Freistoßflanke war erneut Marco Senftleber per Kopf zur Stelle und traf zum 1:4 nach fast genau einer Stunde. Da sah die Hollenbacher Hintermannschaft allerdings gar nicht gut aus und war – wie in vielen Situationen über das gesamte Spiel hinweg – einfach zu weit weg vom Gegenspieler.

Jetzt war die Luft bei beiden Teams endgültig raus. Die Freiburger verwalteten nur noch ihren Vorsprung gegen die nun immer mehr resignierenden Hollenbacher. Das umstrittene 1:5 durch Ivan Novakovic, bei dem nicht sicher war, ob der Ball wirklich mit vollem Umfang die Torlinie überschritten hatte, war in der 69. Minute eigentlich nur noch Zugabe.

Auf der Freiburger Bank waren alle schon im Feiermodus und warteten nur noch auf den Abpfiff des gut leitenden Referees Michael Kimmeyer. Die Freiburger haben nun im dritten Anlauf über die Relegation endlich den Aufstieg gepackt, der FSV Hollenbach nimmt in der Verbandsliga einen neuen Anlauf auf die Rückkehr in die Oberliga.

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So spielten sie


FSV Hollenbach – Freiburger FC

1:5

Tore: 0:1 Fabian Sutter (11.), 0:2 Mike Enderle (16.), 0:3 Marco Senftleber (29., FE), 1:3 Marius Uhl (43.), 1:4 Marco Senftleber (60.), 1:5 Ivan Novakovic (69.)

FSV Hollenbach: Hörner, Zeller, Hutter, Minder (66. Götz), Hack, Schieferdecker (40. Schmitt), Hofmann (72. Ryl), Rohmer, Uhl, Schülke (40. Limbach), Brenner