Die wenigen Zuschauer konnten bei unwirtlichem Wetter schnell erkennen, dass sich hier keine Spitzenmannschaften der Regionalliga  gegenüber standen. Zu viele Ballverluste auf beiden Seiten prägten über weite Strecken den Charakter des zerfahrenen Spiels, bei dem sogar die Gäste zumindest phasenweise die bessere Spielanlage zeigten.

Dennoch waren es die Gastgeberinnen, die eine der Unsicherheiten der Gäste zur Führung nutzen konnten. Sophia Klärle fing an der Strafraumkante einen Querpass ab, spielte ihre Gegenspielerin aus. umkurvte die Gästetorspielerin und schob in aller Ruhe die Kugel ins Netz.

Der Führungstreffer hätte zu einer gewissen Ruhe im Spiel beitragen können, jedoch agierten die Gastgeberinnen weiterhin hektisch. Zwar hatten Maren Schmitt und Lisa Wich durchaus noch Möglichkeiten, den Spielstand für ihre Farben zu erhöhen. Doch erst die sehr gut aufgelegte Theresa Frech zeigte durch ihre Zweikampfstärke und Entschlossenheit, wie man ein Tor erzielen kann. Sie gewann einen Zweikampf an der Mittellinie, strebte mit hohem Tempo in den Strafraum der Gäste und zog aus 16 Metern entschlossen in den rechten Torwinkel zum 2:0 ab.

Gäste werden gefährlicher

Nach der Pause kamen die Gäste wesentlich besser ins Spiel und tauchten ein ums andere Mal vor dem Gehäuse von Nadine Wodke auf, die all ihr Können aufbieten musste, um den frühen Anschlusstreffer der Hessinnen zu vermeiden. Doch dann wurde sie zweimal entscheidend von ihren Vorderleuten im Stich gelassen. Beide Male war es die quirlige Damla Bulut, die ihre Gegnerinnen wie Slalomstangen umkurvte und innerhalb von einer Viertelstunde mit einem Doppelpack den Ausgleich herstellte.

Die Partie schien 20 Minuten vor Spielende zu kippen, denn die Neu-Isenburgerinnen wurden von Minute zu Minute sicherer. Crailsheim stemmte sich mit aller Macht dagegen und fand über den Kampf wieder besser ins Spiel. Clever war der Schachzug des Crailsheimer Trainerteams, der B-Juniorin Marlen Schmelzle in dieser Phase des Spiels das Vertrauen zu schenken. Sie war es dann, die in der 84. Spielminute das Match für ihre Farben entscheiden konnte. Schmelzle erlief einen schönen Pass in die Tiefe und konnte im Eins-gegen-eins gegen die herauseilende Torspielerin abgeklärt in die linke untere Ecke zum 3:2 einschieben.

Die Hessinnen fanden in den verbleibenden sieben Minuten kein Mittel mehr, entscheidend zu antworten und mussten so nach der knappen Niederlage mit der roten Laterne im Gepäck die Heimreise antreten.


So spielten sie


TSV Crailsheim – Neu-Isenburg

3:2

Tore: 1:0 Sophia Klärle (16.), 2:0 Theresa Frech (33.), 2:1, 2:2 Damla Bulut (51., 69.), 3:2 Marlen Schmelzle (85.)

TSV Crailsheim: Wodke, Lorenz, Birkner, M. Schmitt, Klärle, Herrmann, L. Schmitt, Knaus (75. Schmelzle), Feyl (82. Graf), Wich, Feyl (89. Gronbach)