Frauenfußball-Regionalliga Crailsheim erkämpft den Klassenerhalt

Weinberg / Günther Herz 14.05.2018
Der TSV Crailsheim bleibt nach dem 0:0 beim Tabellenzweiten Weinberg in der Regionalliga Süd.

Die Ausgangslage vor Spielbeginn war klar: Wenn Crailsheim einen Punkt in Weinberg holt, dann ist den Horaffen der angestrebte Klassenerhalt in der Regionalliga Süd sicher. Hoch motiviert durch das Trainertrio Nusselt, Klärle und Schmitt ging das TSV-Team das Spiel an. Die Crailsheimerinnen machten die Räume des spielfreudigen Gegners eng, verschoben immer rechtzeitig, sodass Weinberg die ersten 15 Minuten nicht ins Spiel fand. Meist wurde schon im Mittelfeld der Ball erkämpft, sodass die schnellen Sturmspitzen der Fränkinnen oft in der Luft hingen und ganz wenige Aktionen hatten. Die Gäste waren einen Hauch gefährlicher, aber meist wurde vor dem Strafraum lieber nochmals der Ball nach hinten oder nach außen gepasst, als dass mal jemand den Mut zu einem Schuss oder einem tödlichen Pass hatte.

Baki bleibt die Luft weg

Eine unglückliche Aktion hatte die wieselflinke Außenstürmerin Melike Baki. Bei einem Zweikampf bekam sie einen Schlag in die Rippen und blieb minutenlang am Boden liegen. Trotz großer Schmerzen kam sie nach kurzer Behandlungspause wieder aufs Feld und spielte mit erheblichen Atemproblemen weiter. Sie war mit ihren schnellen Vorstößen eine ständige Bedrohung der Weinberger Abwehr. Erst in der 35. Minute musste Crailsheims Torsteherin erstmals ernsthaft eingreifen. Kurz darauf wurde es aber plötzlich zweimal hintereinander sehr brenzlig vor Crailsheims Tor. Für die bereits geschlagene Torsteherin Saskia Gieck musste zuerst Abwehrstrategin Nina Hasenfuß klären, den Nachschuss bereinigte die stets wache Anna Horwath per Kopf auf der Linie. Den Schlusspunkt der ersten Halbzeit setzte Crailsheim mit einem Angriff über die linke Seite. Ein präziser Pass der agilen Celia Kirbach erreichte Melike Baki, die den Ball zentral weiterleitete, jedoch in der Mitte keinen Abnehmer fand. Der Eckstoß wurde von Luisa Scheidel per Kopf nur knapp neben das Tor der Fränkinnen gesetzt.

Nach der Pause spielte Crailsheim weiter konzentrierten Fußball, gewann viele Zweikämpfe und brachte auch seine Angriffe über die Außen durch die quirlige Julia Specht und Melike Baki schön bis zur Grundlinie durch. Doch das gute Stellungsspiel der Weinberger Verteidigungsformation machte ein Durchkommen in den Strafraum selten möglich. Mit Schüssen aus der Distanz versuchte es die unermüdlich rackernde Mittelfeldstrategin Luisa Scheidel immer wieder. Sie verfehlte das Ziel meist knapp.

Anders in der 80. Minute. Sie legte sich den Ball zum Freistoß aus 28 Metern zurecht und zir­kelte ihn über die gegnerische Mauer in die lange Ecke. Ihr strammer Schuss klatschte von der Latte ­zurück ins Feld und vor die Füße der verteidigenden Mannschaft. Mit dem einsetzenden Regen verflachte das Spiel deutlich. Crailsheim versuchte das Spielgerät möglichst weit vom eigenen Gehäuse fernzuhalten, Weinbergs Kombinationsfluss war gehemmt. So sehnten sich beide Mannschaften den Schlusspfiff herbei.

Kein Unterschied erkennbar

Als die gut leitende Unparteiische das Spiel beendete, konnten sich die Crailsheimerinnen über den Klassenerhalt lautstark freuen. Weinberg war mit dem Kopf schon bei den Aufstiegsspielen in die zweite Bundesliga. Hier werden sie sich erheblich steigern müssen, denn die Außenstehenden konnten zwischen einem unermüdlich kämpfenden Fastab­steiger und einem Bundesligaaspiranten keinen Unterschied erkennen.

So spielten sie

SV Weinberg – TSV Crailsheim 0:0

Crailsheim: Gieck, Hasenfuß, J. Klenk, Klärle, Scheidel, Bohn, Horwath, Baki (90. Reuther), Uhl, Specht, Kirbach (74. Pollak)

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