Fußball Stadtmeisterschaft: Fast alles wie im Vorjahr

Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 23.01.2017
Der TSV Hessental verteidigt den Stadtmeistertitel bei den Aktiven, die Sportfreunde bei den D-Junioren. Das sportliche Niveau ist überschaubar.

Die Ähnlichkeiten sind frappierend: Wie im Vorjahr holt sich der Bezirksligist TSV Hessental die Hallenmeisterschaft der Stadt bei den Aktiven, die Sportfreunde bei den D-Junioren. Lediglich der SC Stadtheide kann den Titel bei den Ü32 nicht verteidigen, dafür jubeln die Alten Herren des SV Tüngental.

Während draußen die Temperatur im zweistelligen negativen Bereich liegen, steigt diese in der Hagenbachhalle am Samstagabend gegen 22 Uhr merklich an. Der TSV Hessental und der SC Steinbach (Kreisliga B) stehen sich im Finale gegenüber. Schon in der Gruppenphase gibt es dieses Duell, das 1:1 endet. Das bedeutet das Aus für den SV Gailenkirchen – und sorgt kurzfristig zu Diskussionen. Eine Minute vor Ende erhält Hessental einen Freistoß. Der Unparteiische hält die Uhr nicht an. Als der Ball schließlich frei gegeben ist, ertönt die Schlusssirene. „Natürlich hätte Hessental den Freistoß noch verwandeln müssen, aber ein bisschen ärgert man sich schon darüber, dass der Schiedsrichter die Uhr nicht angehalten hat“, gibt Gailenkirchens Abteilungsleiter Michael Wülk zu. Obwohl die Hallenstadtmeisterschaften sportlich keinen großen Wert haben und jeder verletzungsfrei über den Abend kommen will, gilt: Wer spielt, will auch gewinnen.

Der Unmut hat sich schnell verzogen. Hessental muss im Halbfinale ins Neunmeterschießen gegen den Kreisliga-A-Vertreter SSV Hall. Einen Neunmeter kann Torwart Eugen Frescher parieren. Das reicht, damit der Titelverteidiger erneut im Endspiel steht. Dort erzielt nicht von ungefähr Slawek Radzik das einzige Tor.

Der Hessentaler Stürmer ist technisch versiert und schnell – beides ist für den Hallenfußball unabdingbar. Und es gibt diese Kombination nicht mehr allzu oft. Die Mannschaften trainieren nur noch selten in der Halle, die Vorbereitung auf die Rückrunde auf dem Rasen hat Priorität. Der Kick in der Halle ist eine nette Abwechslung, mehr aber nicht.

Das merken auch die Zuschauer. Selten gibt es schöne Kombinationen zu sehen. Hessentals Trainer Marc Greiner bekundet seine Meinung offen und ehrlich: „Das Niveau ist nicht sehr hoch – und da nehme ich meine Mannschaft keineswegs aus.“ Sein Steinbacher Kollege Andreas Kurz pflichtet ihm bei. Mit dem eigenen Abschneiden ist er sehr zufrieden, aber viele Spiele seien „zu hektisch“ abgelaufen.

Vielleicht liegt es auch daran, dass die Aktiven und die Ü32 mit einem normalen Fußball spielen, der enorm sprungfreudig auf dem Hallenboden ist. Darauf hatten sich im Vorfeld die Vereine geeinigt. Bei den D-Junioren gibt es diese Wahl nicht mehr. Bei ihnen sind die Futsalregeln Pflicht, das bedeutet auch, dass mit einem sprungreduzierten Ball gespielt wird.

Manch Nachwuchskicker kann damit deutlich besser umgehen als ein anderer, die Unterschiede sind gut erkennbar. Am Vormittag ist die Tribüne nur mäßig gefühlt, als die Sportfreunde ihren Titel verteidigen und erneut ohne Gegentor bleiben. Robin Steinle, einer der Trainer der Sportfreunde-D-Junioren, hält das Niveau der Spiele für angemessen. Meist haben seine Schützlinge wenig Probleme mit den Gegnern, im Halbfinale allerdings „hatten wir auch etwas Glück, das hätte auch anders ausgehen können“. Gegen den SC Steinbach gewinnen die Sportfreunde 1:0.

Im Finale heißt der Gegner wie auch schon in einem Gruppenspiel TSV Hessental. Zwar verliert der TSV im Endspiel 0:4, dennoch ist Trainer Eduard Wiebe sehr zufrieden mit seinen Jungs. „Natürlich sind die Sportfreunde besser als wir. Doch im Gruppenspiel hatten meine Jungs noch zu viel Respekt, diesmal aber haben sie richtig dagegenhalten. Das hat mir gefallen.“

Bei den Ü32-Senioren triumphiert der SV Tüngental 1:0 über den TSV Hessental, der damit in allen drei Endspielen der Haller Stadtmeisterschaften vertreten ist. Die Tüngentaler starten mit zwei 1:1-Unentschieden, sind danach aber nicht mehr zu schlagen. Im Halbfinale zwischen Steinbach und Hessental kommt es zu einigen heftigeren Fouls und insgesamt vier Zeitstrafen. Es sind die einzigen kritischen Momente in einem ansonsten fairen und verletzungsfreien Turnier.

Eine Rasengabel für jeden Verein

Ein ungewöhnliches Präsent erhielten alle teilnehmenden Mannschaften bei der Siegerehrung der Aktiven: Der Stadtverband für Sport hatte zusätzlich zu Urkunden und Pokal acht Rasengabeln besorgt, die nun in den Besitz der Vereine zur Rasenpflege übergegangen sind.

Auch bei den D-Junioren gab es bei den Preisen eine Neuerung: Zusätzlich zu Urkunden, Pokalen und einem Ball gab es für jeden Nachwuchskicker noch eine Freikarte fürs Kino.

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