Hübsche Frauen, spannende Dates, traumhafte Reiseziele – wenn der Basketballprofi Andrej Mangold in der RTL-Fernsehshow „Der Bachelor“ heute Abend seine letzte Rose an eine der beiden verbliebenen Kandidatinnen (Jennifer Lange oder Evanthia Benetatou) vergeben muss, dann kann sich Sergiu-Dan Barboni gut in dessen Haut versetzen. Der 31-Jährige, der seit 2015 in Unterdeufstetten lebt und dort beim TSV in der Kreisliga B3 Fußball spielt, war im Jahr 2012 in seinem Heimatland Rumänien „Der Bachelor“. „Mit 24 Jahren war ich der jüngste Bachelor der Welt, normalerweise sind die Männer ja immer deutlich älter“, erklärt Barboni.

Zu der Rolle in dem Reality-­TV-Format „Burlacul“ kam er über den bekanntesten Modedesigner in Rumänien: Catalin Botezatu. Für den „Karl Lagerfeld Rumäniens“, wie ihn Barboni beschreibt, war er etwa fünf Jahre lang als eines von „10 bis 15 Männermodels, die mit ihm reisten“, auf der ganzen Welt unterwegs. Sein persönliches Highlight seien die Auftritte bei großen Fa­shionshows in Paris gewesen, verrät Barboni.

Youtube Sergiu Barboni gibt ein Interview

Gewinnerin lässt Bachelor „abblitzen“

Der Modedesigner habe den Produzenten der TV-Show gekannt, und nach einem Casting bekam Sergiu-Dan Barboni die Rolle des Bachelors. „Sie haben einen normalen Mann gesucht, der nicht hochnäsig durchs Leben geht.“ 24 Mädchen bemühten sich um die Gunst des Rosenkavaliers, 13 Wochen lang wurde die Sendung gedreht. Bei den Dates ging es unter anderem nach Italien und Ägypten, es wurde getaucht und auf einer Yacht geschippert. Und am Ende blieb Adelina übrig, der er die letzte Rose überreichen wollte. Die Auserwählte ließ den Bachelor aber abblitzen und brach ihm das Herz. So zumindest war es im Fernsehen zu sehen. Ob sich das alles auch wirklich so abgespielt hat? Sergiu-Dan Barbonis Grinsen nach dieser Frage lässt zumindest Raum für Interpretationen. Er erklärt aber auch, dass er mit der Kandidatin noch immer in freundschaftlichem Kontakt stehe.

Und dass sie die letzte Rose nicht angenommen und sich da­raus keine Liebesbeziehung entwickelt hatte, hatte letztlich ja auch etwas Gutes. Etwas sehr Gutes sogar, wenn man den Worten von Sergiu-Dan Barboni lauscht und ihm dabei ins strahlende Gesicht blickt. „2014 habe ich meine jetzige Frau Cristina in einem Club in Rumänien getroffen, meine Tochter Victoria ist heute zwei Jahre und neun Monate alt. Für sie arbeite ich, sie ist mein ein und alles. Sie gibt mir Kraft.“

Die Familie ist für Barboni das Ein und Alles

Natürlich vermisse er den Starrummel schon etwas, gibt der 31-Jährige zu. Es habe Fans gegeben, die ihn in Bukarest auf der Straße mit den Händen berührt und gesagt haben, dass sie sich jetzt für eine Weile erst mal nicht mehr die Hände waschen werden. Er habe unzählige Autogramme geben und Fotos machen müssen, habe tolle Jobs wie Moderationen bei Firmenevents oder im Frühstücksfernsehen eine eigene VIP-Rubrik gehabt. Zudem machte er Werbung für Schmuck, Kleidung oder Zahnärzte. „Es hat großen Spaß gemacht, ich habe sehr viele tolle Dinge erlebt, und ich würde es auch immer wieder machen, wenn ich noch jung wäre. Aber jetzt habe ich andere Prioritäten“, sagt Barboni. „Wenn ich das weitergemacht hätte, hätte ich keine Zeit mehr für meine Tochter und meine Frau gehabt. Mir ist es wichtiger, dass ich am Abend bei meiner Tochter bin und sie ins Bett bringen kann.“

In Deutschland habe er noch keine einzige Folge der Bachelor-­Staffeln gesehen, erklärt der 31-Jährige, der jetzt als Bodenleger arbeitet, in Rumänien aber zwei Abschlüsse erworben hat – in Sport und Wirtschaft. Barboni hat auch einige Jahre als Fußballprofi in der zweiten und dritten Liga in Rumänien gespielt, unter anderem für Auxerre Lugoj. In Deutschland hat er versucht, beim damaligen Drittligisten Stuttgarter Kickers Fuß zu fassen, was aber nicht funktioniert hat. „Dirk Schuster war damals mein Trainer“, sagt Barboni, der beim TSV Unterdeufstetten in der Innenverteidigung aufläuft.

Tiefe Freundschaften haben sich entwickelt

Dort spielt er mit seinem langjährigen Freund Ioan-Mihai Barna zusammen, durch den er nach Fichtenau gekommen ist. „Bukarest war mir zu chaotisch und zu groß. Ich habe mich nach Ruhe gesehnt“, sagt Barboni. Beim TSV Unterdeufstetten genieße er es, dass er mit „vielen ganz netten Kerlen“ zusammenspielen dürfe. „Er hat etliche gute Angebote von höherklassigen Vereinen gehabt, einige Bezirksligisten haben angefragt, aber er ist bei uns geblieben“, sagt Abteilungsleiter Joscha Gentner. „Ich mag Sergiu, weil er ein ehrlicher Mensch ist, immer seine Meinung sagt. Mittlerweile ist er ein echter Kumpel geworden, es hat sich eine tolle Freundschaft entwickelt. Ich würde nicht wollen, dass er irgendwann mal wieder weg ist.“

Und wie es unter guten Freunden so ist, neckt man sich gegenseitig gerne mal. „Joscha hat mich oft angerufen und gefragt: Hast du den neuen Bachelor schon gesehen? Und wenn ich dann Nein gesagt habe, dann hat er gesagt: Der sieht nicht so gut aus wie du“, erklärt Sergiu-Dan Barboni und lacht. „Nur weil er von mir ein Bier umsonst wollte.“

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Das Finale des deutschen Bachelors ist am Mittwoch von 20.15 Uhr an auf RTL zu sehen.