Schwäbisch Hall Bundesliga-Cup: Erster Triumph für Werder

Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 23.07.2018
Der SV Werder setzt sich im Finale des 15. Sparkassen-Bundesliga-Cups der A-Junioren nach Elfmeterschießen gegen Eintracht Frankfurt durch.

Der Gast, der als erstes angereist war, nimmt die Trophäe mit: Werder Bremens U19 trägt sich zum ersten Mal in die Siegerliste des Bundesliga-Cups ein. Das Turnier wird wegen einiger kurioser Begebenheiten in Erinnerung bleiben.

„Das gibt es auch nicht so oft“, meint Marco Grote. Ein Grinsen zeichnet sich auf dem Gesicht des Werder-Trainers ab. Sein Team schafft es mit dem außergewöhnlichen Torverhältnis von 2:7 Gruppensieger zu werden. Zwei 1:0-Erfolge gegen Schalke 04 und die TSG Hoffenheim steht eine 0:7-Schlappe im Gruppenspiel gegen Eintracht Frankfurt gegenüber. Damit haben die Bremer auch die höchste Turnierniederlage kassiert. „So ein Turnier dient der Vorbereitung. Deshalb haben wir einiges ausprobiert und auch durchgezogen. Da gehört eine Niederlage auch dazu, auch wenn wir ganz sicher nicht so viele Tore kassieren wollten.“

Einen Tag nach der derben Pleite zeigen sich die Bremer gut erholt und vor allem nervenstark: Sie gewinnen sowohl im Halbfinale als auch im Finale im Elfmeterschießen. Dort heißt der Gegner erneut Eintracht Frankfurt. Nach 50 torlosen Minuten geht es in die Verlängerung. Obwohl diese lediglich 2 x5 Minuten beträgt, fallen zwei Treffer. Erst überrascht Bremens U17-Nationalspieler Pascal Hackethal alle, als er einen Freistoß aus rechter Position direkt aufs Tor zieht und trifft. Dann nutzt Mischa Häuser eine Unachtsamkeit in der Werder-Verteidigung zum Ausgleich. Im Elfmeterschießen verwandelt Kapitän Fred MC Mensa Quarshi den entscheidenden Elfmeter und erhält kurz darauf aus den Händen von Landrat Gerhard Bauer den Siegerpokal.

Das ist eine Überraschung, schließlich liegt ein schwieriges Jahr hinter der Bremer U19: Trainerwechsel, den Klassenerhalt in der Nord/Nordost-Staffel der Bundesliga gerade so geschafft. Vor Beginn des Cups zählten die Hanseaten als „Auffüller“ des Teilnehmerfelds, angesichts der Teilnahme des deutschen Meisters, Hertha BSC, des Vizemeisters Schalke 04 und des Halbfinalisten TSG Hoffenheim.

Intensive Spiele

Die Bremer verfügen vielleicht nicht über die besten Einzelspieler, treten in Hall aber als geschlossenes Team auf. Und sie spielen die Art Fußball, den man die meiste Zeit während des Turniers gesehen hat: intensiv und mit vielen Zweikämpfen.

Der Bundesliga-Cup ist ein hochkarätig besetztes Turnier, aber er dient den Mannschaften zur Vorbereitung. Vieles wird ausprobiert. Dennoch entwickeln sich sehr heftige Duelle. Früh werden die Ballführenden angelaufen, die Zweikämpfe mit enormer Intensität geführt.

Im Halbfinale zwischen dem VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt wird es so heftig, dass der Schiedsrichter eine rote Karte (Frankfurt) und eine gelb-rote Karte (Stuttgart) verteilt. Der Kampf um die Plätze ist den Spielern deutlich anzumerken. Die Trainer lassen auch keine Schludrigkeit zu. Hoffenheims Co-Trainer Jens Schuster ist nach dem 0:3-Zwischenstand seiner TSG gegen Frankfurt reichlich bedient. „Willst du runter, oder was?“ blafft er einen seiner Spieler an. Gespielt waren zu diesem Zeitpunkt gerade mal 18 Minuten. Am Ende steht es 3:3, auch weil die Eintracht viel rotieren lässt.

Spielen wie ein Adler

„Wir hatten 25 Spieler und drei Torhüter dabei. Alle haben Einsatzzeit bekommen“, berichtet Frankfurts Trainer Tomislav Stipic. Seine Mannschaft überrascht ebenso wie Werder. Mit viel Leidenschaft, aber auch Spielkultur tritt die Eintracht auf. Das komme nicht von ungefähr. „Das Wappentier der Eintracht ist der Adler. Wir wollen mit den Eigenschaften, die man einem Adler zuschreibt, auch spielen“, so Stipic. Der FC Schalke 04 muss gestern ungewohnt früh auf den Rasen. Im Spiel um Platz 7 schlägt das Team von Trainer Norbert Elgert die Sportfreunde Schwäbisch Hall mit 6:0. Andererseits verloren die Gelsenkirchener nur einmal (0:1 gegen Werder Bremen). Auch das zeigt, wie nahe sich die Teams in ihrem Leistungsvermögen sind.

Nach dem zweiten Tag gilt der VfB Stuttgart als Favorit auf den Turniersieg. Das Team von Trainer Nico Willig zeigt in der Gruppenphase starken Fußball. Den 1. FC Nürnberg spielt er in der ersten Hälfte schwindlig. Immer wieder hebelt der VfB mit Steilpässen die FCN-Verteidigung aus. Doch das Tor treffen die Stuttgarter nicht. Nach einem Torwartfehler müssen sie sich mit einem 1:1 begnügen. Im Spiel um Platz 3 rückt der VfB dann das Kräfteverhältnis gerade und siegt mit 4:1 – auch zur Freude des Publikums, das alle Teams mit viel Applaus verabschiedet.

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