Schwäbisch Hall Vereine rücken näher zusammen

2014 spielten die SSV Hall (rot) und die Sportfreunde II noch gegeneinander. In der kommenden Saison bilden sie ein Team.
2014 spielten die SSV Hall (rot) und die Sportfreunde II noch gegeneinander. In der kommenden Saison bilden sie ein Team. © Foto: Archiv/Achim Köpf
Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 12.06.2018
Die SSV Schwäbisch Hall und die Sportfreunde Hall weiten ihre Kooperation aus. In der kommenden Saison gibt es auch im Aktivenbereich eine Spielgemeinschaft.

In der kommenden Saison wird es in der Kreisliga A1 eine Spielgemeinschaft Schwäbisch Hall geben. Beteiligt daran sind die SSV (Spiel- und Sportvereinigung) Schwäbisch Hall, die bei dieser SG federführend sein wird, und die Sportfreunde Schwäbisch Hall. Erstmals gibt es damit auch im Aktivenbereich eine Kooperation zwischen diesen beiden Vereinen. Begonnen hat sie vor einem Jahr, und zwar bei der Jugend.

Damals hatte der Haller Stadtverband für Sport eine Initiative gestartet, um Möglichkeiten zur Kooperation der Haller Stadtvereine insbesondere im Juniorenbereich auszuloten. Das Ergebnis war eine Kooperation der SSV und der Sportfreunde in der C- und B-Jugend, bei der die Sportfreunde jeweils mit ihrer zweiten Mannschaft in die SG gingen, während die erste Mannschaft selbstständig blieb.

Brief an den WFV

Die Zusammenarbeit verlief hervorragend, so zumindest werten es die Vorstände Hans Zanger (SSV) und Jürgen Lechner (Sportfreunde). Beim ersten Treffen nach Abschluss der Kooperation im Januar sei man „hellauf begeistert“ gewesen. Die Idee entstand, die Kooperation auszuweiten. Helmut Mohr vom Stadtverband für Sport klopfte beim Württembergischen Fußballverband an und fragte, ob eine solche Kooperation auch im Aktivenbereich möglich sei – wohl wissend, dass bislang eine zweite Mannschaft eines Vereins nicht so einfach eine Spielgemeinschaft eingehen kann. Doch der WFV und dessen Verbandsspielausschuss sendete positive Signale.

Nun ging es recht schnell. Im April setzten Jürgen Lechner und Hans Zanger einen Brief auf, zudem machten sich der Stadtverband für Sport und die Stadt selbst dafür stark, dass die Kooperation weiter ausgebaut werden kann.

Letztlich kam es so. 2018/19 wird die Spielgemeinschaft die C- bis A-Junioren umfassen. Die Sportfreunde können weiterhin eine eigene Mannschaft bei den C- und A-Junioren in die jeweiligen Wettbewerbe schicken. Eine jeweils zweite Mannschaft gibt es formell nicht mehr, sondern die SGM Schwäbisch Hall, die von der SSV und den Sportfreunden bestückt wird.

Bei den Aktiven wird es ebenfalls die SGM Schwäbisch Hall geben, bei der die SSV federführend sein wird. Dafür verzichten die Sportfreunde darauf, eine eigene zweite Mannschaft anzumelden. „Diese Konkurrenzsituation wollten wir vermeiden. Aber wir haben so viele Spieler, die aus der A-Jugend herauskommen, dass wir ihnen eine Perspektive bieten wollen“, so Jürgen Lechner.

In den vergangenen Jahren hatten die Sportfreunde bis auf eine Saison auf eine zweite Mannschaft verzichtet. „Damals kamen zwei A-Junioren zu unserer Verbandsliga-Mannschaft, der Rest war weg“, beschreibt Lechner die damalige Situation. „Jetzt können wir die Spieler halten.“

Die Akteure, die in der künftigen Spielgemeinschaft in der Kreisliga A1 spielen werden, müssen nicht den Verein wechseln – ein enormer Vorteil. Zudem profitieren die Sportfreunde vom großen Vereinsgelände der SSV. „Wir haben 14 Jugendmannschaften, die alle auf dem Kunstrasenplatz trainieren und spielen. Aber wir haben keine Stadiongaststätte.“ Das Gesellige käme zu kurz.

Keine Einwände der Mitglieder

Das wiederum sei bei der SSV sehr gut möglich. „In den letzten vier Jahren haben wir rund 100 000 Euro in unser Clubhaus gesteckt“, berichtet Zanger. Er ist ein absoluter Befürworter der ausgeweiteten Kooperation. Im Schnitt kämen pro Jahr nur knapp vier Spieler aus der A-Jugend zu den sieben Haller Stadtvereinen. „Das reicht nicht. Wir gehen alle unter. Deshalb gehen wir, solange wir noch Luft haben, diese Kooperation ein. Auch die Sponsoren sind alle dafür.“ Bei der Hauptversammlung, bei der Zanger im Amt bestätigt wurde, habe es ebenso keine Einwände gegeben. Das gilt gleichermaßen für die Sportfreunde.

Die Kooperationsmannschaft in der Kreisliga A1 wird bei der SSV Schwäbisch Hall spielen. Mittelfristig soll sie in die Bezirksliga. Aus der Landesliga-Mannschaft der Sportfreunde sollen im Schnitt zwei Spieler abgestellt werden. Zudem können U-23-Spieler und Spieler, die ihre Verletzung gerade auskuriert haben, eingesetzt werden. „Die Spielpraxis ist ein Riesenmehrwert“, unterstreicht Jürgen Lechner.

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