Nach den 90 Minuten reißt niemand die Hände nach oben. Auch die 200 Zuschauer verlassen fast geräuschlos das Ilshofener Stadion. Der immer stärkere werdende Nieselregen und die winterlichen Temperaturen eine Woche vor Ostern tragen so wie das Spiel davor nicht zur Stimmungsaufhellung bei. Nach einer ereignisarmen Partie gehen der TSV Ilshofen und der 1. CfR Pforzheim mit 0:0 auseinander. Einen Sieger hätte das Spiel auch nicht verdient gehabt.

Das sich im Umbau befindliche Sportareal in Ilshofen passt sinnbildlich zur momentanen Verfassung der Ilshofener Mannschaft. Die Basis in der Defensive stimmt, genauso wie auch das Grundgerüst des Sportplatzes steht. Die Baustellen, wie am Rand des Spielfelds, hat Spielertrainer Ralf Kettemann in seiner Offensive. „Wir haben jetzt in fünf Spielen hintereinander kein Tor geschossen. Ich weiß, warum es so ist. Wir haben eben keinen im Kader, der in der Oberliga schon zweistellig getroffen hat. Die Selbstverständlichkeit, mal zwei Gegenspieler stehen zu lassen und dann zu treffen, kann ich bei uns nicht erwarten“, sagt Kettemann nach dem Spiel. Wenn auch noch das Selbstvertrauen fehle wie in dieser Phase, sei es „brutal schwer“, Tore zu erzielen.

Das die Begegnung am Ende torlos endet, liegt auch an den Gästen aus Pforzheim, die nun seit sechs Spielen auf einen Sieg warten. Sowohl den Badenern als auch den Hohenlohern merkt man an, dass sie zur Zeit nicht die Leichtigkeit haben. Beide Teams tun sich schwer, sich im vorderen Drittel durchzusetzen. Zwar stehen die Ilshofener in der Abwehr sicher und bringen den Ball auch öfters gut durchs Mittelfeld, aber die zündende Idee am gegnerischen Strafraum entwickelt der TSV nicht.

Foul am Torwart

In den ersten 45 Minuten sehen die Zuschauer viele Zweikämpfe im Mittelfeld, die Schiedsrichter Michael Hieber von der Schiedsrichtergruppe Aalen mit seiner großzügigen Linie auch zulässt. Auf Chancen wartet man bis zur Pause aber vergebens – bis auf eine Ausnahme kurz vor der Halbzeit. Ein Kettemann-Freistoß von links fliegt in den Fünfmeterraum, wo die Pforzheimer zunächst nicht an den Ball kommen. Spieler beider Teams stochern um den Ball. CfR-Keeper Manuel Salz ist wohl kurz mit den Händen am Spielgerät, aber der Ball trudelt wieder weg. Eine Sekunde später liegt der Ball im Tor, aber Schiedsrichter Hieber erkennt auf Foulspiel am Torwart und pfeift das Tor zurück.

Den ersten sauber ausgespielten Angriff zeigen dann die Hausherren in der 56. Minute. Niklas Wackler nimmt den Ball an und hat etwas Platz. Der Ball gelangt zu Daniel Schelhorn, der geschickt in den Lauf von Jonas Lausenmeyer legt. Der aus Satteldorf gekommene Stürmer verzieht aber fünf Meter vor dem Tor deutlich.

Noch dicker ist die Gelegenheit, die sich die Pforzheimer nach einer Stunde erspielen. Der mit einem Kopfschutz spielende Dominik Salz setzt sich auf der rechten Seite im Laufduell durch. Unbedrängt legt er von der Grundlinie in den Fünfmeterraum zurück. Als alle schon mit dem Tor rechnen, haut Laurin Masurica aus zwei Metern den Ball über die Latte. Die Gästebank kann es nicht fassen, auch Trainer Gökhan Gökce rauft sich die Haare.

Freistoß über das Tor

Im Anschluss verläuft das Spiel aber in ähnlichen Bahnen wie in Halbzeit eins. Viel Produktives bringen beide Teams nicht zustande. Torgefahr keimt noch einmal auf, als Ralf Kettemanns Freistoß aus 19 Metern knapp über die Latte huscht (82.).

„Es geht darum, noch ein paar Punkte zu holen und heute haben wir einen geholt. Ich hatte das Gefühl, dass wir etwas mehr vom Spiel hatten, aber es war ein gerechtes 0:0“, so Kettemann, der den Blick schon nach vorne richtet. An Ostersamstag kommt der Tabellenvorletzte Friedrichstal nach Ilshofen. „Pforzheim hat eigentlich eine bessere Mannschaft als wir. Friedrichstal ist dann ein Spiel auf Augenhöhe. Da ist die Chance zu gewinnen da und das sollten wir dann auch tun.“

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So spielten sie


TSV Ilshofen – 1. CfR Pforzheim

0:0

Ilshofen: Karel Nowak, Lukas Lienert, Maximilian Egner, Lamar Yarbrough, Simon Wilske, Carl Murphy, Ralf Kettemann, Daniel Schelhorn, Ramazan Kandazoglu (85. Benjamin Kurz), Niklas Wackler (76. Sangar Aziz), Jonas Lausenmeyer (76. Florian Weidner)