Viereinhalb Minuten sind noch zu spielen. Die Fans sehen in der Gaildorfer Sporthalle ein intensives Finale – Bayern drückt, Köln kontert. Seit einigen Minuten greift das Münchner U17-Team in die Trickkiste – ein fünfter Feldspieler mit Leibchen statt dem Keeper soll helfen, das erste Tor des Endspiels zu erzielen. Doch dann verlieren die Roten den Ball, Köln kontert zielstrebig über links. Jonas Berg kommt frei vor Bayerns Leibchen-Träger zum Abschluss, die Zuschauer                  schreien auf – drin, Köln liegt mit 1:0 vorne. Berg ballt die Faust, Jubel bei den Domstädtern. Es ist die Szene, die das Finale entscheidet. Die Münchner drängen in der Folge auf den Ausgleich und kommen zu zahlreichen guten Torchancen – doch immer ist ein Kölner Bein dazwischen. Nach den hitzigen Schlusssekunden steht fest: Der 1. FC Köln gewinnt den 30. Jugend-Eurocup in Gaildorf.

Jugend-Hallenturnier startet Die Eurocup-Teams sind in der Stadt

Zum 30

Gaildorfer zeigen Kampfgeist

Los geht die Jubiläumsauflage des hochklassig besetzten Gaildorfer B-Junioren-Turniers mit den Gruppenspielen am Samstag. Früh kristallisieren sich einige Favoriten heraus. Das Team von Dinamo Zagreb gewinnt am Samstag alle seine Partien und überzeugt durch direktes Offensivspiel. Auch die späteren Finalisten starten gut ins Turnier. Gegen den FC Bayern bleiben die Gaildorfer fünf Minuten lang ohne Gegentreffer – Keeper Julius Hägele pariert mehrfach stark, am Ende gewinnt Bayern trotzdem mit 7:0. „Der Gaildorfer Torwart hat das Spiel seines Lebens gemacht und sein Team eine Weile im Spiel gehalten. Wir hätten einige Situationen besser ausspielen müssen“, analysiert Münchens Co-Trainer Slaven Skeledzic.

Am Sonntag steigt die Intensität in allen Begegnungen merklich an – größerer Wille, lautere Kommandos, noch körperbetonteres Spiel. Grund: Die abschließenden Gruppenspiele stehen an – die besten vier Teams beider Gruppen ziehen ins Viertelfinale ein. In Gruppe A buchen Bayern, Zagreb und Köln früh ihr KO-Runden-Ticket – im direkten Duell schlägt Antwerpen den FC Thun und folgt als Vierter. Erfolg für die Heimelf: Tom Pongrac gelingt für die U17 des TSV beim 1:10 gegen Köln ein Treffer, am Samstag schoss Albion Maxharraj beim 1:5 gegen den FC Thun ein umjubeltes TSV-Tor.

Ilshofen

Schwaben scheitern dramatisch

Titelverteidiger VfB Stuttgart steht in Gruppe B mit nur einem Punkt am Sonntag unter Druck. Zunächst halten sie ihm stand: Gegen Düsseldorf holen die Schwaben ihren ersten Sieg. In einer denkwürdigen Partie verpassen sie es aber trotz einer 5:2-Führung gegen Graz zu gewinnen – bei noch zwei Sekunden auf der Spieluhr gelingt den Österreichern nach einer Standardsituation der Ausgleich. Der VfB scheidet wie Düsseldorf aus. Im Neunmeterschießen um Platz elf sichert sich Gaildorf gegen Düsseldorf den vorletzten Rang.

Im ersten Viertelfinalspiel scheitert Dinamo Zagreb überraschend mit 1:3 an Dukla Prag.  In den weiteren teils hektischen Viertelfinalspielen folgen Köln, Bayern und der KSC in die Runde der letzten Vier. Bayern spielt gegen Prag ein sehr kontrolliertes Halbfinale und zieht verdient mit 1:0 ins Endspiel ein. Köln zittert gegen den starken KSC in den Schlusssekunden, erreicht aber mit einem 2:1-Sieg das Finale.

Nach der Schlusssirene im Endspiel feiern die Kölner frenetisch. „Wir wussten, dass Bayern ein guter Gegner ist. Als ich getroffen habe, habe ich mich einfach gefreut. Es war eine Erleichterung“, gibt Siegtorschütze Jonas Berg Einblick in sein Gefühlsleben. Sein Trainer Martin Heck: „Es waren 15 Minuten richtig Spannung. Wir haben alles reingeworfen und die Jungs haben sich den Sieg verdient.“

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