Bühlerzell Dörrs perfekter Abschied

Mike Dörr erhält vor seinem letzten Pflichtspiel einen Glasobelisken von Geschäftsführer Gerald Schreckenhöfer. Der Bühlerzeller Torjäger gewinnt mit seinen Sportfreunden zum Abschluss in der Bezirksliga 6:0 gegen Altenmünster. Er steuert zwei Tore bei.
Mike Dörr erhält vor seinem letzten Pflichtspiel einen Glasobelisken von Geschäftsführer Gerald Schreckenhöfer. Der Bühlerzeller Torjäger gewinnt mit seinen Sportfreunden zum Abschluss in der Bezirksliga 6:0 gegen Altenmünster. Er steuert zwei Tore bei. © Foto: Achim Köpf
Bühlerzell / Von Viktor Taschner 28.08.2018
Mit Mike Dörr von den Sportfreunden Bühlerzell verlässt einer der bekanntesten Spieler der Region die Fußballbühne. Nach 700 Partien und mehr als 500 Toren ist jetzt für ihn Schluss.

Der Glasobelisk steht jetzt im Flur. Das Wappen der Sportfreunde Bühlerzell ist eingraviert, genauso sein Name und die Zahl 700. In einer Vitrine in seinem Flur sammelt Mike Dörr die Trophäen, die er in seiner Karriere gewinnt – oder besser gesagt gewonnen hat. Denn am vergangenen Sonntag hat der Torjäger sein letztes Pflichtspiel für seinen Verein Sportfreunde Bühlerzell gemacht. Nach 700 Partien (Freundschaftsspiele eingerechnet) und rund 550 Pflichtspieltoren hat Dörr nun seine außergewöhnliche Karriere beendet. Der 37-Jährige wirft einen Blick zurück. Mike Dörr über …

sein letztes Spiel: „Es war der perfekte Abschied. Das Wetter, die Kulisse, das Ergebnis (6:0 gegen Altenmünster). Ich habe dann noch zwei Tore gemacht und zwei Vorlagen gegeben. Ich wollte aufhören, wenn die Leute sagen, dass es schade ist, dass ich aufhöre und nicht dann, wenn sie sagen, dass es gut ist, dass ich gehe. Ich habe den perfekten Zeitpunkt gewählt.“

sein schönstes Tor: „Da fällt mir spontan keins ein. In Erinnerung geblieben ist mir mein erstes Tor für Bühlerzell in der Bezirksliga. Das war in der Saison 2002/03 in Untermünkheim. Aber im Prinzip ist es egal, ob man einen Fallrückzieher macht oder den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückt. Jedes Tor ist gleich viel wert.“

... sein wichtigstes Tor: „Für mich persönlich war es das 1:0 in der Relegation 2009 zur Landesliga gegen Künzelsau. Es hat zwar am Ende nicht gereicht, weil wir 1:2 verloren haben. Aber in diesem Moment war der Treffer sehr wichtig. Auch wichtig war natürlich mein Tor im Bezirkspokalfinale 2007 zum 1:0 gegen Öhringen.“

seine größte Enttäuschung: „Dieses Spiel gegen Künzelsau. Wir sind mit 76 Punkten nur ­Vizemeister in der Bezirksliga hinter Öhringen geworden. Das gab’s seitdem, glaube ich, auch nicht mehr. Ich war damals 28 Jahre alt, also auf meinem Zenit. Ich war im besten Alter und hatte schon viel Erfahrung. Auch deswegen war die Niederlage in der Relegation so bitter. Den Abstieg mit Bühlerzell in die A-Klasse (2015) habe ich schon wieder verdrängt.“

die heißesten Derbys: „Man hat die ganze Woche schon ­gemerkt, wenn ein Derby auf dem Plan stand. Der Fokus im Training war dann ein ganz anderer, dann war mehr Zug dahinter. Und bei den Spielen selbst waren die Zuschauer auch viel lauter als sonst.“

den stärksten Gegenspieler: Da gab’s wirklich keinen, bei dem ich gesagt habe, oh Gott, schon wieder gegen den.“

den stärksten gegnerischen Torhüter: „Ich kann zumindest sagen, gegen welchen ich am liebsten gespielt habe. Das war Peter Hartbrich von Satteldorf. Die Satteldorfer waren eine Top-Adresse in der Bezirksliga, aber irgendwie habe ich es immer geschafft, gegen sie zu treffen, in einem Spiel sogar viermal. Ich hab mal gehört, dass ein Satteldorfer Verantwortlicher seinen Spielern eine Extraprämie zahlen wollte, wenn ich nicht treffe. Hat aber nicht funktioniert (lacht).“

die unangenehmsten Auswärtspartien: „Michelbach/Bilz. Dort hatte ich irgendwie meine Schuhe immer falsch herum an.“

seinen talentiertesten Mitspieler: „Da fallen mir zwei ein. Zum einen Jens Fasora. Wir waren leider nur für kurze Zeit in einem Team, aber es war sofort blindes Verständnis da. Und zum anderen Michael Hannemann. Wir haben schon in der Jugend zusammen gespielt. Er war wirklich ein Ausnahmespieler.“

seine Zukunftswünsche für die Sportfreunde Bühlerzell: „Ich hoffe, dass der Verein bald wieder einen Titel holt. Die Jungs schaffen es hoffentlich in ein Bezirkspokalfinale, denn im Pokal sind wir in den letzten Jahren nicht so weit gekommen. Ich weiß, dass der Verein Ambitionen hat, sich in der Spitzengruppe der Bezirksliga zu etablieren. Ich denke, das ist kein unrealistisches Ziel. Ich drücke dem Team natürlich ganz fest die Daumen.“

seine neu gewonnene Freizeit: „Ich freu mich, dass ich jetzt mehr Zeit fürs Radfahren haben werde. Auch meine Frau freut sich, dass wir mal an Wochenenden spontan irgendwo hinfahren können. Ich werde ab und zu mit der Mannschaft mittrainieren, um fit zu bleiben. Aber ich freue mich, dass ich jetzt etwas Abstand vom Fußball nehmen kann.“

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